Q-Fieber: Mehrere Fälle in Düsseldorf bestätigt

Fabian Peters
Mehrere Q-Fieber-Erkrankungen in Düsseldorf
Behörden in Düsseldorf haben nun bestätigt, dass sich drei Menschen in der Stadt mit dem Q-Fieber angesteckt haben. Zudem gibt es weitere drei Verdachtsfälle. Die Krankheit wird beim Menschen durch ein Bakterium ausgelöst, das von Tieren übertragen wird.

Patienten geht es den Umständen entsprechend gut
In Düsseldorf habe Behörden drei Fälle von „Q-Fieber“ bestätigt. Zudem gibt es drei Verdachtsfälle. Laut einem Bericht des „WDR“ teilte das Gesundheitsamt mit, dass es den drei Erkrankten den Umständen entsprechend gut gehe. Ein Patient wird in einem Krankenhaus behandelt. Q-Fieber wird beim Menschen durch ein Bakterium ausgelöst, das meist durch Paarhufer wie Schafe, Ziegen und Rinder übertragen wird, wobei die Tiere selbst kaum erkranken. Bislang gehen Gesundheitsamt und das Amt für Verbraucherschutz davon aus, dass die Erkrankten auf einem Schafshof mit dem Bakterium in Kontakt kamen. Meist wird dieses durch infektiösen Staub oder direkten Kontakt mit infizierten Tieren übertragen, zum Beispiel durch streicheln.

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Q-Fieber wird meist durch Ziegen, Schafe oder Rinder übertragen. (Bild: romurundi/fotolia.com)

Infizierte Tiere müssen nicht getötet werden
Da die Krankheit nicht von Mensch zu Mensch übertragen werde, seien keine Quarantänemaßnahmen nötig. Bei 50 Schafen wurden Blutproben entnommen, die Analyseergebnisse sollen Montag vorliegen. Bis dahin bleiben die Schafe isoliert, damit sie weder mit Menschen, noch mit anderen Tieren in Kontakt kommen können. Wenn der Befund positiv ausfällt, will die Stadt beantragen, die infizierten Schafe zu impfen. Es sei, anders als etwa bei der Schweinegrippe, nicht nötig, die Tiere zu töten. Vielmehr sollen sie in diesem Fall auf eine abgelegene Weide gebracht und nach der Impfung dort mehrere Wochen lang beobachtet werden.

Für Risikogruppen kann es gefährlich werden
Bei Tieren verläuft die seltene Krankheit normalerweise harmlos. Bei Menschen kann die Infektionskrankheit aber unangenehm und für Personen aus Risikogruppen sogar sehr gefährlich werden. Meist beginnt die Krankheit ähnlich wie eine „Sommergrippe“ mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Gliederschmerzen und ausgeprägten Stirnkopfschmerzen. Außerdem können im weiteren Verlauf Lungen- oder Leberentzündungen auftreten. In seltenen Fällen kommt es zu einer Herzmuskel- oder Herzinnenwandentzündung oder Hirnhautentzündung. Laut Gesundheitsexperten gelten Schwangere als besondere Risikogruppe. Bei ihnen ist Q-Fieber mit einem erhöhten Risiko für Fehl- und Frühgeburten verbunden. Besonders gefährdet sind zudem Personen mit Herzfehlern oder Herzklappenersatz, da es bei ihnen zu chronischen Entzündungen am Herzen kommen kann.

Inkubationszeit bis zu drei Wochen
Die Inkubationszeit beträgt in der Regel zwei bis drei Wochen. Das Düsseldorfer Gesundheitsamt hat darauf hingewiesen, dass diejenigen, die die genannten Symptome zwei bis drei Wochen nach dem letzten Kontakt zu einem möglicherweise infizierten Tier aufweisen, ihren Hausarzt aufzusuchen sollten, um sich behandeln zu lassen. Eine Blutuntersuchung könne laut Experten zeigen, ob es sich um Q-Fieber handelt. Wenn eine Infektion festgestellt wird, lässt sich diese normalerweise mit Hilfe von Antibiotika effektiv behandeln. (ad)