Radfahren zur Arbeit reduziert das Risiko von Krebs- und Herzerkrankungen massiv

Alexander Stindt
Schützen Sie die Gesundheit Ihres Herzens durch mehr Aktivität auf dem Weg zur Arbeit
Herzerkrankungen und Krebs sind in der heutigen Zeit weitverbreitet und eine große Bedrohung für die Gesundheit der Menschen. Forscher fanden jetzt heraus, dass tägliches Radfahren zur Arbeit das Risiko von Krebs und Herzerkrankungen um etwa die Hälfte reduzieren kann.

Die Wissenschaftler der University of Glasgow stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass mit dem Rad zur Arbeit zu fahren vor Krebs- und Herzerkrankungen schützen kann. Die Forscher veröffentlichten die Ergebnisse der aktuellen Studie in der medizinischen Fachzeitschrift „British Medical Journal“.

Ein aktiver Weg zum Arbeitsplatz mit dem Fahrrad schützt uns vor der Entstehung von Krebs und Herzerkrankungen. (Bild: bernardbodo/fotolia.com)

Wie wirkt sich Radfahren zur Arbeit auf die Gesundheit aus?
Die Forscher konnten bei ihrer Untersuchung feststellen, dass Radfahren zur Arbeit mit einem um 45 Prozent niedrigeren Risiko der Entwicklung von Krebs verbunden ist. Zusätzlich bewirkt das Radfahren ein 46 Prozent geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verglichen mit der Nutzung öffentlicher Verkehrsmitteln oder eines Autos, erläutern die Autoren.

Auch zu Fuß zur Arbeit zu gehen führt zu gesundheitlichen Vorteilen
Natürlich führt ein Gang zu Fuß zur Arbeit zu gewissen gesundheitlichen Vorteilen, aber diese sind wesentlich geringer als beim Radfahren, fügen die Experten hinzu. Wenn Menschen insgesamt zwei Stunden in der Woche zu Fuß zur Arbeit gehen, waren jedoch durchaus gesundheitliche Vorteile festzustellen.

Forscher untersuchen für ihre Studie 264.337 Probanden
Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler 264.337 Personen über einen Zeitraum von fünf Jahren. Dabei stellten die Forscher fest, dass zu Fuß zur Arbeit zu gehen mit einem um 27 Prozent geringeren Risiko der Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden war. Zusätzlich war das Risiko an diesen gesundheitlichen Problemen zu versterben um 36 Prozent reduziert, erläutern die Mediziner.

Radfahren zur Arbeit integriert mehr körperliche Aktivität in den Alltag
Radfahren ist eine intensivere Form der sportlichen Übung. Radfahrer legen meist längere Strecken zurück und sind in der Regel fitter, erklären die Autoren. Den täglichen Weg zur Arbeit zu Fuß oder besser noch mit dem Rad zurückzulegen, sei eine einfache und effektive Möglichkeit mehr körperliche Aktivität in den Alltag zu integrieren. Andere unabhängige Studien hatten bereits zuvor ergeben, dass Fahrradfahren das kardiovaskuläre Risiko senkt und außerdem regelmäßiges Radfahren Typ-2-Diabetes verhindern kann.

Fußweg zur Arbeit senkt nicht das Krebsrisiko
Das Gehen zur Arbeit war mit einem niedrigeren Risiko der Herzkrankheit verbunden, aber im Gegensatz zum Radfahren war kein signifikant niedrigeres Risiko für die Entstehung von Krebs oder für einen vorzeitigen Tod mit dem Arbeitsweg zu Fuß verbunden, sagen die Experten.

Warum führt Radfahren zu einem besseren Schutz vor Krebs und Herzerkrankungen?
Ein Grund für die stärkere schützende Wirkung des Radfahrens könnte sein, dass Fußgänger generell kürzere Distanzen als Radfahrer zurücklegen. So gehe ein Fußgänger ungefähr sechs Meilen pro Woche, erläutern die Wissenschaftler. Radfahrer würden in der Regel dagegen viel weitere Strecken zurücklegen. Innerhalb einer Woche kommen Radfahrer bei ihrem Arbeitsweg häufig auf etwa 30 Meilen, berichten die Forscher. Außerdem sei das Gehen zu Fuß in der Regel eine wesentlich geringer beanspruchende Übung, verglichen mit dem Fahren auf dem Rad, fügen die Wissenschaftler hinzu.

Arbeitgeber und Behörden sollten aktive Menschen unterstützen
Es ist laut Aussage der Experten von größter Bedeutung, körperliche Aktivität leichter zugänglich zu machen. Nur so könne die Belastung durch Inaktivität bekämpft werden. Behörden und Arbeitgeber sollten dies unterstützen und die Menschen dazu ermutigen, dass sie mit dem Fahrrad zu Arbeit fahren oder den Weg zu Fuß gehen, betonen die Mediziner. (as)

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