Radon wirkt knochenabbauenden Prozessen entgegen

Heilpraxisnet

24.10.2014

In Deutschland leiden etwa 7 Millionen Menschen an Osteoporose. Die häufigste Stoffwechselerkrankung des Knochens beginnt meist unbemerkt und wird häufig erst dann diagnostiziert, wenn es bei selbst geringen Krafteinwirkungen zu Knochenbrüchen kommt. Dem schleichenden Knochenschwund zugrunde liegt eine Störung des Gleichgewichts zwischen Auf- und Abbauprozessen des Knochens. Im gesunden Körper steuern körpereigene Hormone, Botenstoffe und körperliche Bewegung die Aktivität von knochenbildenden und knochenabbauenden Zellen. Wenn die knochenabbauenden Prozesse die Überhand gewinnen, kommt es zum Verlust an Knochensubstanz und damit zur Osteoporose. Bei der wissenschaftlichen Untersuchung und Behandlung von Rheumapatienten mit Radon wurde vor kurzem entdeckt, dass Radon das Gleichgewicht der Auf- und Abbauprozesse des Knochens positiv beeinflussen kann.

„In jüngsten Studien konnte gezeigt werden, dass es bei Patienten mit entzündlichen rheumatischen Erkrankungen im Rahmen einer Kur mit Radon zu einer positiven Änderung des Knochenstoffwechsels kommt“, berichtet Univ.-Doz. Dr. Bertram Hölzl, Radon-Experte und ärztlicher Leiter des Gasteiner Heilstollen. Konkret verschiebt Radon das Verhältnis zwischen dem Botenstoff, welcher den Knochenabbau hemmt, und jenem, welcher der stärkste Aktivator des Knochenabbaus ist. Dies belegen neue Studie und Untersuchungen. „Ein ungünstiges Verhältnis zwischen diesen beiden Botenstoffen geht oft mit der Erkrankung Osteoporose einher.“ Behandlungen mit Radon verbesserten das Gleichgewicht zwischen beiden Botenstoffen zugunsten des Knochenaufbaus. Der Effekt hielt sogar bis zu sechs Monate nach der Behandlung noch an. Zudem sprechen Experten der Radontherapie schmerzlindernde Wirkungen zu, die bei Osteoporose-Patienten laut wissenschaftlichen Untersuchungen bis zu 9 Monate anhalten. Heilen kann die Radontherapie Osteoporose aber nicht: „Zwar kurieren diese Effekte die Krankheit nicht, die Beschwerden werden aber deutlich gelindert “, bekräftigt Dr. Hölzl.

Behandlungsserien mit dem Edelgas Radon gibt es in Form von Bädern, Inhalationen oder Einfahrten in ehemalige Bergwerkstollen. Seinen optimalen gesundheitlichen Nutzen entfaltet Radon in einem tropischen Klima mit Temperaturen über 37,5 Grad und bis zu 100 Prozent Feuchtigkeit, wie es in warmen Bergwerkstollen vorherrscht. Unter diesen klimatischen Bedingungen kommt zu einer leichten Überwärmung des Körpers. Schon dieser sogenannte Hyperthermie-Effekt verschafft Vielen Erleichterung. Darüber hinaus nimmt der Organismus in diesem Zustand Radon wesentlich besser auf und verstärkt so dessen therapeutische Wirksamkeit. Kuren mit Radonbehandlungsserien sind von Krankenkassen anerkannt, der Umfang der Kostenübernahme bedarf einer Bewilligung der Krankenkasse. Ansonsten kostet beispielweise eine Anwendung im Gasteiner Heilstollen etwa 60 Euro. (pm)

Advertising