Rauchen, Alkohol und Übergewicht: Ungesunder Lebensstil löst Grauen Star aus

Alfred Domke
Gesünderer Lebensstil zum Schutz vor Grauem Star
In Deutschland leiden rund zehn Millionen Menschen an einem Grauen Star. Ohne Behandlung kann es in manchen Fällen zum Erblinden kommen. Die Trübung der Augenlinse kann durch bestimmte Risikofaktoren wie Diabetes, Rauchen und starkes Übergewicht beschleunigt werden. Ein gesünderer Lebensstil stellt einen wichtigen Beitrag zum Schutz vor dem Augenleiden dar.

Besonders verbreitetes Augenleiden
Nach Angaben der „Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) – Gesellschaft für Augenheilkunde“ zählt der Graue Star mit knapp zehn Millionen Betroffenen zu den besonders verbreiteten Augenleiden in Deutschland. Im Verlauf der Erkrankung lässt das Sehvermögen nach, die Farben und Kontraste verschwimmen immer mehr. Mit dem Alter steigt das Risiko für einen Grauen Star.

Rund zehn Millionen Menschen in Deutschland leiden an einem Grauen Star. Die Trübung der Augenlinse kann durch einen ungesunden Lebensstil beschleunigt werden. (Bild: mmphoto/fotolia.com)

Risikofaktoren für Grauen Star
Mittlerweile ist aber auch bekannt, dass Faktoren wie Rauchen oder die Ernährung einen Einfluss auf das Risiko, an einem Grauen Star (auch Katarakt genannt) zu erkranken, haben.

So berichteten britische Forscher, dass Grauer Star bei Frauen durch Ernährung verursacht werden und eine hohe Vitamin-C-Aufnahme einen Schutz vor der Krankheit bieten kann.

Mehr zum Thema:

Auch ein Rauchverzicht senkt das Erkrankungsrisiko für Grauen Star, berichteten schwedische Forscher.

Trübung der Augenlinse wird beschleunigt
Zudem sind Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, Zigarettenrauch und starkes Übergewicht (Adipositas) wichtige Risikofaktoren, die die Trübung der Augenlinse beschleunigen bis schließlich eine Operation nötig wird.

Experten der DOG fordern daher, dass Patienten mit einem beginnenden Grauen Star über diese Risikofaktoren aufgeklärt und bei der Umsetzung eines gesünderen Lebensstils unterstützt werden müssen.

Ohne Behandlung kann es in manchen Fällen zur Erblindung kommen. Eine medikamentöse Therapie gibt es nicht.

„Die betroffene Linse kann durch eine Operation entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt werden“, heißt es auf dem Patienteninformationsportal des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Das Sehvermögen lässt sich so meist weitgehend wieder herstellen.

Der häufigste Grund für Sehbehinderung
Nach Schätzung der DOG müssen Augenärzte in Deutschland mindestens 800.000 Augen pro Jahr wegen eines Grauen Stars operieren, berichtet die Gesellschaft in einer Mitteilung. Der Linsenaustausch ist damit der häufigste Eingriff hierzulande.

„Der Graue Star ist eine echte Volkskrankheit und der häufigste Grund für Sehbehinderung weltweit“, sagte DOG-Präsident Professor Dr. med. Thomas Kohnen. „Genetische Faktoren und Umwelteinflüsse spielen bei der Krankheitsentstehung eine Rolle, wie wir heute wissen“, so Kohnen weiter.

Diese Zusammenhänge müssten weiter erforscht werden. Laut Kohnen sei eine leichte Trübung der Augenlinse ab dem 60. Lebensjahr eine ganz normale Alterserscheinung. „Erst wenn sich die Trübung so verstärkt, dass sie das Sehen stark beeinträchtigt, muss die getrübte Linse durch eine Kunstlinse ersetzt werden“, so der Mediziner.

Rauchstopp, gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung
Wie es in der Mitteilung heißt deuten Studien darauf hin, dass der Lebensstil, zum Beispiel Ernährung und körperliche Aktivität einen Einfluss darauf hat, wie schnell die Trübung voranschreitet.

So wurde die Stoffwechselerkrankung Diabetes in einer englischen Kohorten-Studie als ein bedeutender Risikofaktor bei Frauen nach den Wechseljahren identifiziert. Bei Studienteilnehmerinnen, die unter Diabetes mellitus litten, war das Risiko wegen eines Grauen Stars operiert zu werden demnach dreimal größer als bei gesunden Probandinnen.

Tabakkonsum erhöhte dieses Risiko um 26 Prozent, starkes Übergewicht um zwölf Prozent. „Diese Ergebnisse zeigen einmal mehr wie wichtig es ist, dass wir als Augenärzte Patienten darüber aufklären, wie sie selbst dazu beitragen können, das Fortschreiten eines Grauen Stars zu vermeiden“, erläuterte Professor Dr. med. Christian Ohrloff, Mediensprecher der DOG.

So sollte bei Diabetikern auch zum Schutz der Augen der Blutzucker stets gut eingestellt sein. Der Rauch-Stopp wiederum schützt gleichzeitig vor Erkrankungen der Lunge oder des Herz-Kreislauf-Systems. Auch eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung und regelmäßige Bewegung können die Augen gesund halten. (ad)