Rauchen steigert das Risiko zu erblinden

Sebastian

Rauchen kann das Risiko steigern, vollständig zu erblinden.

Das größte Risiko durch eine Makuladegeneration das Augenlicht zu verlieren, ist der Konsum von Zigaretten. Wie eine Studie beweist, spielen auch genetische Faktoren eine gewichtige Rolle bei der Entstehung und dem Verlauf der altersbedingten Augenkrankheit.

Rauchen kann das altersbedingte Risiko zu Erblinden erheblich steigern, wie die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) berichtet. Rund 4,5 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter der altersbedingten Makuladegeneration (AMD). In der westlichen Welt stellt die Netzhauterkrankung die häufigste Ursache für eine Erblindung im Alter dar. Das Risiko an einer altersbedingten AMD-Erblindung zu erkranken, steigert sich mit Zunahme des Lebensalters. Etwa 15 Prozent der 65 bis 74jährigen Frauen und Männer sind bereits vom frühen Stadium der Makuladegeneration betroffen. Ältere Patienten, die das 85. Lebensjahr bereits überschritten haben, leiden zu fast einem Drittel an der Augenkrankheit.

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Schnelle Behandlung und Unterstützung
Eine Erblindung bedeutet für die Patienten eine erhebliche psychische Belastung sowie einen schweren Eingriff in die Lebensqualität. Wichtig sei es, so die Ophthalmologische Gesellschaft, den Betroffenen frühzeitig Hilfe anzubieten, um den Beginn einer eintretenden Erblindung zu stoppen und Hilflosigkeit zu vermeiden. „Es ist zu vermuten, dass in etwa zehn Jahren über eine Million Deutsche an einem Spätstadium von AMD erkranken werden“, sagte DOG-Sprecher Professor Dr. med. Christian Ohrloff. Den Patienten drohen massive Einschränkungen der Lebensqualität und der vollständige Verlust des Augenlichts“ so der Facharzt für Augenheilkunde an der Universitäts-Augenklinik in Frankfurt am Main.

Rauchen lässt das Risiko ansteigen
Rauchen schädigt die Augen in erheblicher Weise. Denn Raucher verfügen in aller Regel über einen unzureichenden Vitamin- und Spurenelementhaushalt. Zudem setzt der Zigarettenqualm vermehrt Sauerstoff-Radikale frei, die auf längere Sicht das Augengewebe angreifen. Die Spezialisten der DOG empfehlen daher Augenmedizinern, ihre Patienten bei den ersten Anzeichen einer Erkrankung zum sofortigen Absetzen des Zigarettenkonsums zu ermuntern. Wissenschaftliche Studien hatten ergeben, dass die Vitamine A, C und E sowie die Spurenelemente Kupfer und Zink das Risiko in der Spätform der Krankheit zu erblinden, um 25 Prozent mindert. Denn bei einem Rauchstopp kann sich mitunter der Vitaminhaushalt wieder stabilisieren. Lutein und Zeaxanthin, die den Karotinen zugeordnet werden, wirken sich ebenfalls positiv auf die Zellen aus. „Allerdings muss hier beachtet werden, dass eine unangemessene Dosierung dieser Mikronährstoffe das Krebsrisiko erhöhen kann, insbesondere bei Rauchern“, so die Warnung der DOG-Ärztin Professor Dr. med. Gabriele Lang vom Universitätsklinikum Ulm. Auch bei einer zusätzlichen Einnahme von Zink sollten Patienten unbedingt eine Absprache/Abklärung mit ihrem behandelnden Arzt unternehmen. Eine Studie die in der Fachzeitschrift „Ophthamology“ unlängst erschien, hatte die These aufgestellt, dass ein regelmäßiger Verzehr von fetthaltigem Fisch, das Risiko senken kann, an AMD zu erkranken.

Symptome der Erkrankung Makuladegeneration
Die Verlauf der Krankheit ist schleichend. Patienten bemerken zu Beginn der Erkrankung erst einmal keine Symptome. Zunächst verändern weiße bis gelbliche Ablagerungen in den Zellen (Drusen) die Augennetzhaut und Aderhaut. Bei einem schweren Krankheitsverlauf (feuchte AMD-Erkrankung) dringt Gewebeflüssigkeit und Blut in die Netzhaut der Augen ein. Betroffenen bemerken eine starke Sichtminderung, die bis hin zu einer vollständigen Erblindung führen kann. Die trockene Form der Erkrankung macht ca. 80 Prozent der Patientenfälle aus. Bei dieser Form erfolgt einer Erblindung in 5 bis 10 Prozent der Krankheitsfälle. Allerdings können die Ausprägungen der Beschwerden variieren, da das Alter und die Erkrankungsformen unterschiedlich sind.

Genetische Faktoren spielen eine entscheidende Rolle
Zahlreiche Studienergebnisse weisen darauf hin, dass zwischen der Makuladegeneration und der genetischen Veranlagung ein Zusammenhang besteht. Einzelne Gene, die für Entzündungen verantwortlich sind, spielen bei der Entstehung eine gewichtige Rolle. „Die Kenntnis genetischer Risikofaktoren könnte künftig dabei helfen, individuelle Krankheitsverläufe besser abzuschätzen und Risikogruppen zu identifizieren“, erläuterte Dr. Lang. Kommen Risikofaktoren wie Rauchen hinzu, steigert sich auch das Risiko einer Makuladegeneration deutlich.

Deutlicher Anstieg der Erkrankungsfälle
Durch den demografischen Wandel (die Menschen werden immer älter) verzeichnen Forscher und Ärzte einen kontinuierlichen Anstieg der Krankheitsfälle. Daher sei es wichtig, die Forschungsbemühungen im Bereich der Makuladegeneration zu erhöhen. „Da der demografische Wandel die Zahl der Betroffenen steigen lässt, wächst sowohl in der Forschung, als auch aus Sicht der Gesundheitsökonomie das Interesse an Maßnahmen, die das Auftreten der Makulardegeneration verzögern oder sogar verhindern“, erklärte Ohrloff. Im Bereich spezieller Umwelteinflüsse und genetischer Risikofaktoren müssten weitere Forschungen unternommen werden, um Behandlungen zu verbessern. (sb)