Rauchen aufhören gut vorbereiten

Nina Reese

Endlich Nichtraucher: Vorsatz fürs neue Jahr gut planen

02.01.2014

Endlich Nichtraucher werden – dieses Vorhaben steht bei vielen Menschen ganz oben auf der Liste der guten Vorsätze fürs neue Jahr. Eine sehr gute Idee, denn Rauchen birgt viele Gefahren und Risiken und steht nach Angeben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter den vermeidbaren Todesursachen weiterhin an erster Stelle. Um langfristig von der Zigarette loszukommen, sollte die Rauchentwöhnung jedoch gut geplant sein.

Nikotin aktiviert „Belohnungszentrum“ im Gehirn
Mit dem Rauchen aufzuhören, ist für viele Menschen eines der wichtigsten Anliegen für das neue Jahr. Doch gerade wenn die Rauchentwöhnung spontan und ohne Vorbereitung begonnen wird, hält der gute Vorsatz in vielen Fällen nicht lange an. „So gut wie jeder Raucher hat schon mal versucht, damit aufzuhören. Das fällt aber vielen schwer, weil Nikotin abhängig macht“, erklärt der Vizepräsident der Bundesapothekerkammer Thomas Benkert. Wer raucht, der aktiviere durch das in Zigaretten enthaltene Nikotin das so genannte „Belohnungszentrum“ im Gehirn (medizinisch: mesolimbisches System), wodurch sich der Raucher für eine kurze Zeit wach und zugleich entspannt fühle. Problematisch werde es laut Thomas Benkert jedoch, wenn der Körper kein „Nachschub“ an Nikotin mehr erhalte, denn dann würden Entzugserscheinungen wie Reizbarkeit und Unruhe auftreten. Genau hier bestehe laut dem Experten das Risiko für jeden, der mit dem Rauchen aufhören möchte – denn um diese unangenehmen Empfindungen zu verhindern oder zu stoppen, „stecken sich viele Aufhörwillige die nächste Zigarette an.“

Für einen langfristigen Erfolg Rauch-Gewohnheiten analysieren und umdenken
Für einen langfristigen Erfolg sollte daher die Rauchentwöhnung gut durchdacht und geplant werden. Wichtig sei dabei laut dem Apotheker Benkert, dass sich jeder Aufhörwillige zunächst darüber klar wird, welche Rituale und Gewohnheiten mit dem Rauchen verknüpft sind. Im nächsten Schritt sollten dann Alternativen für diese Situationen ohne Zigarette überlegt werden: Wurde bisher beispielsweise die Tasse Kaffee am Morgen automatisch mit dem Rauchen verbunden, so kann es hier hilfreich sein, erst mal auf ein anderes Getränk umzusteigen – zumindest so lange bis das Trinken eines Kaffees nicht mehr automatisch den Reiz „Rauchen!“ an das Gehirn sendet.

Im akuten Fall helfen die drei „A-Tipps“
Drehen sich während der Entwöhnungsphase jedoch alle Gedanken nur noch um das Rauchen, ist der erneute Griff zur Zigarette nicht mehr weit. In diesem Falle rät Thomas Benkert zur Anwendung der „drei ‚A-Tipps‘: Aufschieben – etwa zehnmal tief durchatmen. Zweitens Ausweichen, zum Beispiel den Raucherbereich im Bahnhof meiden. Drittens Ablenken, zum Beispiel jemanden anrufen. Statt einer Zigarette kann man auch einen Lutscher in den Mund nehmen. Dann sind auch die Hände und die Lippen beschäftigt.“

Nikotinersatzmittel sinnlos, wenn innere Einstellung nicht geändert wird
Parallel dazu könnten dem Apotheker nach für eine Übergangszeit auch rezeptfreie Arzneimittel mit Nikotin dazu beitragen, die körperlichen Entzugserscheinungen abzuschwächen. Dabei würden sich für ehemalige Gelegenheits-Raucher besonders Nikotin-Kaugummis gut eignen, denn diese würden bei Bedarf langsam gekaut und so lange im Mund belassen, bist die „Versuchung“ wieder abließe. Für regelmäßige Raucher empfiehlt der Apotheker hingegen eher Nikotinpflaster, die bis zu 24 Stunden auf der Haut bleiben und dadurch konstant eine geringe Menge Nikotin ans Blut abgeben. Dabei sollten Aufhörbereite jedoch nicht zu viel von den Arzneimitteln erwarten, denn wer von dem Rauchstopp nicht wirklich überzeugt ist, dem falle es meist sehr schwer, den Verzicht dauerhaft durchzuhalten: „Nikotinersatzmittel alleine reichen meist nicht aus, um sich dauerhaft von der Zigarette zu verabschieden. Man muss auch seine innere Einstellung ändern.“

Homöopathie und Hydrotherapie als natürliche Unterstützer bei der Rauchentwöhnung
Es gibt also leider kein „Wundermittel“ für die Rauchentwöhnung – doch alternativ zu den Arzneimitteln bietet auch die Naturheilkunde einige Möglichkeiten, um den Rauchstopp zu unterstützen. Wer stark unter Entzugssymptomen leidet, dem kann beispielsweise die Homöopathie helfen: Hier eignet sich bei gereizter und nervöser Stimmung besonders Nux vomica sowie bei Erschöpfung und Problemen mit der Konzentration Acidum phosphoricum. Wird die Lust auf eine Zigarette besonders groß, helfen zudem Plantago major oder Lobelia inflata. Auch die therapeutische Anwendung von Wasser, in Form einer so genannten „Hydrotherapie“, kann bei Entzugserscheinungen sehr wirksam sein. Hier helfen unter anderem Bäder, Wassertreten oder Waschungen dabei, Nervosität, Anspannung oder Müdigkeit in den Griff zu bekommen. (nr)

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Bild: Martin Büdenbender / pixelio.de