Raucher-Lungen in Gefahr: Ab wann Raucherhusten lebensgefährlich wird

Alfred Domke
Woher Raucherhusten kommt und wann er gefährlich wird
Zwar gibt es immer weniger Raucher in Deutschland, doch noch immer gefährden viel zu viele Bundesbürger ihre Gesundheit durch Zigaretten. Selbst bei ständigem Husten wird manchmal noch weiter gequalmt. Doch Raucherhusten kann gefährlich werden. Experten raten Betroffenen, regelmäßig die Lunge kontrollieren zu lassen.

Rauchstopp dient der eigenen Gesundheit
Rauchen gefährdet die Gesundheit. Das steht nicht nur auf Zigarettenpackungen, sondern wurde auch in zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen bewiesen. Tabakkonsumenten erkranken und sterben nicht nur an Lungenkrebs, sondern auch an verschiedenen anderen Krebsarten, Lungenleiden und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Rauchen aufgeben ist daher eine der sinnvollsten Maßnahmen für die eigene Gesundheit. Trotzdem qualmen manche weiter, selbst wenn sie bereits immer wieder husten müssen.

Raucher, die immer wieder husten müssen, sollten dies nicht einfach hinnehmen, sondern regelmäßig ihre Lunge kontrollieren lassen. Aus dem Raucherhusten kann sich eine gefährliche COPD entwickeln. (Bild: Stefan/fotolia.com)

Wenn Raucher immer wieder husten müssen
Bei Rauchern, die permanent husten müssen, streikt die Müllabfuhr. Diese Erklärung wendet die Nachrichtenagentur dpa in einer Meldung an, in der es darum geht, woher Raucherhusten kommt und wann er gefährlich wird.

Zwar transportieren Flimmerhärchen in den Atemwegen normalerweise alles, was nicht in die Lunge soll, gleich wieder heraus. Doch die Härchen stellen nach nur einer Zigarette sieben Stunden lang ihren Dienst ein, erklärte Michael Barczok, Lungenarzt und Pressesprecher des Bundesverbandes der Pneumologen (BdP), in der Agenturmeldung.

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„Das Sekret sammelt sich bei Rauchern an und muss dann Stück für Stück wieder heraufgehustet werden“, so der Facharzt. Betroffene sollten diesen Nebeneffekt nicht einfach hinnehmen. „Einmal im Jahr muss die Lunge kontrolliert werden“, sagte der Mediziner.

Aus Raucherhusten entwickelt sich häufig eine COPD
Aus dem im Volksmund bezeichneten Raucherhusten entwickelt sich häufig eine chronische obstruktive Atemwegserkrankung, die kurz COPD genannt wird.

Zwar sind auch Nichtraucher betroffen, doch „Rauchen ist der mit Abstand entscheidendste Risikofaktor für die Entstehung einer COPD. Rund 80 bis 90 Prozent der COPD-Erkrankungen sind direkt auf das Rauchen zurückzuführen“, erklärte Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), in einer Mitteilung.

Lunge wehrt sich mit Entzündungen
„Die Lunge wird durch das Rauchen ständig überlastet und wehrt sich mit Entzündungen“, erläuterte Andreas Hellmann, Vorsitzender des BdP, laut dpa. Die Eiweiße, die eigentlich Bakterien fressen sollen, beginnen irgendwann, das Gewebe zu zerstören – „die Lunge verdaut sich gewissermaßen selbst.“

Tückisch daran ist, dass Betroffene dies oft erst mitbekommen, wenn es schon zu spät ist. Wie Hellmann sagte, sei ihm sogar schon ein Patient begegnet, bei dem 60 Prozent des Lungenvolumens kaputt waren, bevor er das erste Mal zum Arzt kam.

„Die Leute reden sich ein, sie seien einfach nicht mehr so fit. Der Gedanke, dass sie ihre Lunge zerstört haben könnten, kommt ihnen gar nicht“, so der Experte.

Wenn die Selbstzerstörung der Lunge begonnen hat, lässt sich der Prozess nicht mehr umkehren – höchstens verlangsamen. Zwar kann ein Pneumologe bei einem regelmäßigen Lungencheck die Anzeichen früh erkennen und mit Medikamenten gegensteuern. „Vor allem wird der Arzt dann aber noch mal ausführlich mit dem Patienten über das Rauchen sprechen“, so Barczok. (ad)

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