Regelmäßiger Cannabis-Konsum erhöht das Schizophrenie-Risiko deutlich

Der regelmäßige Konsum von Cannabis kann zu ernsthaften psychischen Problemen führen. Mediziner stellten jetzt eine Verbindung zwischen dem Missbrauch von Cannabis und der Entstehung von Schizophrenie fest. (Bild: Syda Productions/fotolia.com)
Alexander Stindt
Cannabis-Konsumenten setzen sich einer erhöhten Gefahr für Schizophrenie aus
Regelmäßiger Konsum von Cannabis kann anscheinend zu ernsthaften psychischen Erkrankungen führen. Forscher fanden jetzt heraus, dass Konsumenten von Cannabis ein fünf Mal so hohes Risiko für die Entwicklung von Schizophrenie aufweisen, verglichen mit Menschen, die niemals Cannabis rauchten.

Die Wissenschaftler des Copenhagen University Hospital’s Mental Health Centre stellten bei einer Untersuchung fest, dass der regelmäßige Konsum von Cannabis zu einem erhöhten Risiko für Schizophrenie führt. Die Mediziner präsentierten die Ergebnisse ihrer Studie bei der diesjährigen Konferenz der International Early Psychosis Association.

Der regelmäßige Konsum von Cannabis kann zu ernsthaften psychischen Problemen führen. Mediziner stellten jetzt eine Verbindung zwischen dem Konsum von Cannabis und der Entstehung von Schizophrenie fest. (Bild: Syda Productions/fotolia.com)
Der regelmäßige Konsum von Cannabis kann zu ernsthaften psychischen Problemen führen. Mediziner stellten jetzt eine Verbindung zwischen dem Konsum von Cannabis und der Entstehung von Schizophrenie fest. (Bild: Syda Productions/fotolia.com)

Cannabis gefährlich für die psychische Gesundheit?
Anscheinend führt der Konsum von Cannabis zu einem höheren Risiko für die psychische Gesundheit, verglichen mit allen anderen Stoffen einschließlich sogenannter Klasse A-Medikamente, erklären die Wissenschaftler. Wenn Konsumenten regelmäßig Cannabis nutzen, erhöht sich das Risiko für die Entstehung von Schizophrenie um das 5,2-fache, verglichen mit Nichtkonsumenten. Alkohol erhöhte das Risiko für Schizophrenie um das 3,4-fache, halluzinogene Medikamente um das 1,9-fache und Amphetamine erhöhten das Risiko um das 1,24-fache, fügen die Experten hinzu.

Wissenschaftler untersuchen die medizinischen Daten von mehr als 3,1 Millionen Menschen
Die dänischen Forscher analysierten für ihre Studie die medizinischen Unterlagen von mehr als 3,1 Millionen Menschen, um dadurch eine mögliche Verbindung zwischen der Nutzung von Cannabis und der Entstehung von Schizophrenie zu finden.

Besonders starkes Cannabis ist für viele Fälle von Psychosen verantwortlich
Die Mediziner vermuten, dass das durch Cannabis freigesetzte Hormon Dopamin Störungen bei Menschen auslösen könnte, welche dann zu einer erhöhten Anfälligkeit führen. Bereits im vergangenen Jahr gab es eine Studie, die zeigte, dass sehr starke Arten von Cannabis für einen von vier Fällen von Psychosen verantwortlich sind, erläutern die dänischen Experten.

Cannabis beeinflusst das Gehirn der Konsumenten und kann Schizophrenie hervorrufen
Positive Kampagnen über die Auswirkungen von Cannabis behaupten, dass es keine Beweise für die Entstehung von psychotischen Störungen durch den Konsum von Cannabis gibt. Betroffene könnten auch bereits vorher unter Schizophrenie gelitten haben. Aber die Forscher des Copenhagen University Hospital’s Mental Health Centre erklärten, dass es Beweise dafür gebe, dass Cannabis das Gehirn von Konsumenten beeinflusst und so zu Schizophrenie führt.

Auswirkungen des Cannabis-Missbrauchs bei schwangeren Frauen
Wenn schwangere Frauen Cannabis nutzen, erhöhte sich bei deren Kindern die Wahrscheinlichkeit für Schizophrenie sogar um das sechsfache, berichten die Forscher. Dies legt den Schluss nahe, dass die Wirkungen der Droge im Mutterleib weitergegeben werden können und ein Kind im Mutterleib nimmt den Stoff nicht freiwillig auf, sondern es hat keine Wahl. „Die aktuellen Ergebnise bedeuten für mich, dass Cannabis ein kausaler Mechanismus der Schizophrenie ist“, erklärt Dr. Carsten Hjorthøj von der University of Copenhagen. Schizophrenie sei eine Störung des Gehirns, welche im Zusammenhang mit Dopamin und durch Cannabis veränderten Dopaminspiegeln steht, fügt der Experte hinzu. (as)

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