Regelmäßiges Kaffee-Trinken schützt vor der häufigsten Form von Leberkrebs

Alexander Stindt
Mediziner untersuchen die Auswirkungen des Konsums von Kaffee auf HCC
Noch vor einigen Jahren war die Meinung sehr verbreitet, dass Kaffee angeblich ungesund ist. Im Laufe der Jahre gab es allerdings immer mehr Beweise für die positiven Eigenschaften des Konsums von Kaffee. Jetzt fanden Forscher heraus, dass Kaffee sogar dazu beitragen kann, vor der häufigsten Form von Leberkrebs zu schützen.

Die Wissenschaftler der University of Southampton und der University of Edinburgh stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass Kaffeekonsum vor sogenanntem hepatozellulären Krebs (HCC) schützen kann. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „BMJ Open“.

Forscher fanden heraus, dass der Konsum von Kaffee oder anderen koffeinhaltigen Getränken anscheinend vor Leberkrebs schützt. (Bild: dimakp/fotolia.com)

Auch entkoffeinierter Kaffee hat eine schützende Wirkung
Für ihre Arbeit untersuchten die Experten die Daten von mehr als 2,25 Millionen Teilnehmern aus 26 verschiedenen Studien. Bei der Überprüfung wurde klar, dass erhöhter Kaffeekonsum vor der häufigsten Form von primärem Leberkrebs schützt. Die selbe Wirkung wurde auch bei entkoffeiniertem Kaffee festgestellt.

Starke Kaffeetrinker haben ein um 50 Prozent reduziertes Risiko HHC zu entwickeln
Wenn Menschen jeden Tag einen Becher Kaffee zu sich nehmen, haben sie dadurch ein um 20 Prozent geringeres Risiko für die Entwicklung von HCC, erklären die Wissenschaftler. Sobald die Teilnehmer zwei Tassen Kaffee am Tag tranken, wurde dadurch das Risiko um 35 Prozent reduziert. Der Konsum von fünf Tassen am Tag führte dazu, dass sich das Risiko für HCC sogar halbierte, verglichen mit nicht Kaffee trinkenden Menschen. Bei entkoffeiniertem Kaffee war der festgestellte Effekt geringer, fügen die Experten hinzu.

Entkoffeinierter Kaffee könnte auch Menschen mit Koffein-bedingten Symptomen schützen
Dies kann für die Entwicklung von Kaffee als Lifestyle-Intervention bei chronischer Lebererkrankung wichtig sein, weil entkoffeinierter Kaffee auch von Menschen zu sich genommen werden kann, welche normalerweise keinen Kaffee trinken oder die ihren Kaffeekonsum wegen Koffein-bedingter Symptome begrenzen, erläutern die Mediziner.

Kaffee hat einen signifikanten Einfluss auf das Leberkrebsrisiko
Es wird weiterhin angenommen, dass der Konsum von Kaffee zu einer Reihe von gesundheitlichen Vorteilen führt, sagt Autor Dr. Oliver Kennedy von der University of Southampton. Die neuesten Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Kaffee einen signifikanten Einfluss auf das Leberkrebsrisiko haben könnte.

Weitere Forschung ist nötig
Natürlich schlagen wir jetzt nicht vor, dass jede Person fünf Tassen Kaffee am Tag trinken sollte, erläutern die Wissenschaftler. Es sollten zuvor mehr Untersuchungen über die möglichen Schäden durch die hohe Aufnahme von Koffein und Kaffee durchgeführt werden.

Kaffee schützt vor Zirrhose und Leberkrebs
Dennoch sind die aktuellen Erkenntnisse eine wichtige Entwicklung angesichts der zunehmenden Beweise für HCC weltweit und der schlechten Prognose bei dieser Erkrankung. Wir haben gezeigt, dass Kaffee Zirrhose und auch Leberkrebs in dosisabhängiger Weise reduziert, erklärt der Autor Professor Peter Hayes von der University of Edinburgh.

Kaffee schützt vor vielen Ursachen des frühzeitigen Todes
Die Ergebnisse der Forschung zeigen, dass mäßiger Kaffeekonsum eine wunderbare natürliche Medizin sein kann, fügt der Experte hinzu. Es wurde bereits zuvor festgestellt, dass Kaffee auch das Risiko des Todes durch viele andere Ursachen zu reduzieren scheint. Also worauf warten Sie noch? Tun Sie Ihrer Gesundheit etwa Gutes und trinken Sie erst einmal einen Kaffee. Die schützende Wirkung von Kaffee ist besonders interessant, weil Zahlen aus dem Amt für nationale Statistiken zeigen, dass im Jahr 2015 alleine in England 4.673 neue Fälle von Leberkrebs diagnostiziert wurden. (as)