Regierung plant „Nationale Diabetes-Strategie“

Heilpraxisnet

Strategie gegen Volkskrankheit: „Nationale Diabetes-Strategie“:

04.01.2015

Rund 6,7 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Diabetes. Jedes Jahr kommen Hunderttausende hinzu. Gesundheitspolitiker von SPD und Union planen nun eine „Nationale Diabetes-Strategie“, um gegen die Volkskrankheit vorzugehen.

Ausbreitung der Volkskrankheit eindämmen
Die schwarz-rote Bundesregierung will mit mehr Aufklärung und besserem Zugang zu Therapien die Ausbreitung der Volkskrankheit Diabetes eindämmen. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, planen Gesundheitspolitiker von Union und SPD eine „Nationale Diabetes-Strategie“. Einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa zufolge gehören demnach eine umfassende Erhebung von Krankheitsdaten sowie mehr Kooperation von Bund und Ländern zum Konzept.

6,7 Millionen Deutsche leiden an Diabetes
Nach den Angaben leiden in Deutschland 6,7 Millionen Menschen an der sogenannten „Zuckerkrankheit“. Die Zahl der Betroffenen wächst angesichts der älter werdenden Bevölkerung sehr schnell. Jährlich sollen 270.000 hinzukommen. In dem Bericht heißt es, dass die Aufwendungen für die Behandlung und weitere Folgekosten pro Jahr einen zweistelligen Milliardenbetrag ausmachen. Der Autor des Konzeptes, Dietrich Monstadt (CDU), meinte gegenüber der FAZ, dass wir ein Konzept brauchen, das dezidierte Präventionsstrategien sowie Früherkennungs- und Versorgungskonzepte beschreibt, insbesondere zur Stärkung der Selbsthilfe betroffener Patienten.

Aufklärung kann „gar nicht früh genug anfangen“
Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach kündigte an: „Wir wollen die Nationale Diabetes-Strategie 2015 gemeinsam in den Bundestag einbringen“. Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der Unions-Fraktion, warnte: „Auf uns rollt eine Diabetes-Welle zu.“ Daher könne man mit der Aufklärung „gar nicht früh genug anfangen“. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hatte bereits im Herbst angekündigt, in Zukunft über Kranken- und Pflegeversicherung rund 510 Millionen Euro in die Gesundheitsprävention stecken zu wollen. Neben Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen stehen dabei auch die Risikofaktoren Übergewicht, wenig Bewegung sowie Sucht im Fokus.

Steuern auf Dickmacher
Rund die Hälfte der deutschen Bundesbürger ist übergewichtig oder gar fettleibig. Übergewicht und vor allem Adipositas sind nicht nur Risikofaktoren für Diabetes, sondern auch für Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs. Viele Gesundheitsexperten warnen seit Jahren, dass Appelle an die Bevölkerung hinsichtlich eines gesünderen Lebensstils nicht ausreichen, um solchen Erkrankungen vorzubeugen. Auch hierzulande wird daher immer wieder gefordert, dass der Gesetzgeber aktiver werden müsse. Vor wenigen Monaten hatte etwa die Deutsche Allianz gegen Nichtübertragbare Krankheiten (NCD Allianz), ein Zusammenschluss von 16 medizinischen Fachgesellschaften und Forschungsorganisationen, die Einführung einer Zucker- und Fettsteuer auf ungesunde Lebensmittel gefordert. In Staaten wie Mexiko, Frankreich, Lettland, Finnland oder Ungarn existieren bereits Steuern auf Dickmacher. (ad)

Bild: Jörg Brinckheger / pixelio.de