Resistente Keime in Düsseldorfer Klinik

Sebastian

Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) in einem Krankenhaus in Düsseldorf ausgebrochen

03.09.2013

In einer Düsseldorfer Klinik waren in der Vergangenheit mehrere Ausbrüche von Multi-resistenten Bakterien gemeldet worden. Nun hat die Stadt die Existenz der gefährlichen Keime bestätigt. Die Bakterien sind aufgrund der Resistenz gegenüber konventioneller Antibiotika-Therapie hochgefährlich. Welches Krankenhaus in Düsseldorf betroffen ist, dazu schweigen sich die zuständigen Stellen aus.

Nur zwei Medikamente können eingesetzt werden
In einem (noch unbekannten) Düsseldorfer Krankenhaus sind die Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) Keime ausgebrochen. Das hat das nordrhein-westfälische Landeszentrum für Gesundheit (LZG) gegenüber der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ in einer Anfrage bestätigt. Vor allem für Immungeschwächte Menschen seien die resistenten Keime sehr gefährlich. Zu den Patientengruppen gehören ältere Menschen, chronisch Kranke und Krebspatienten. Gelangen die Bakterien ins Blut, können sie das Leben der Betroffenen gefährden. Die konventionellen antibiotischen Arzneimittel können nicht verordnet werden. Laut Medizinern „können wenn überhaupt nur zwei Breitbandantibiotika therapeutisch angewandt werden“. Bei den MRSA wirken im Gegensatz zu den VRE deutlich mehr Antibiotika.

Stadt verrät Klinik nicht
Laut Behördenangaben hätten sich die bakteriellen Ausbrüche im „zweiten und dritten Quartal 2013 in einer Klinik in Düsseldorf“ stattgefunden. Mindestens sechs Patienten hatten sich infiziert und mussten behandelt werden. Sie waren zur Behandlung in einer internistischen Abteilung und in einer chirurgischen Intensivstation untergebracht. Seitens der Stadt weigert man sich beharrlich die betroffene Klinik zu nennen. Dies sei angeblich „ein Betriebsgeheimnis“, da ansonsten der Klinik ein finanzieller Schaden drohe.
Journalisten der WAZ hatten ermittelt, dass in den Jahren 2012 und 2013 sich auch in Duisburg zwei VRE Keimausbrüche ereignet hatten. Zu damaliger Zeit verstarben in der Helios-Klinik „St.Johannes“ zwei Patienten an den Folgen der Infektion. Weitere sieben Patienten erkrankten zu damaliger Zeit schwer. Beide Ereignisse meldete die Helios-Klinik der Stadt. Brisant: In einem Fall konnte der Indexpatient, also derjenigen, der den Keim eingetragen hatte, nicht einwandfrei ermittelt werden. (sb)

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Bild: Sebastian Karkus / pixelio.de