Restless-Legs-Syndrom: Schlaflosigkeit durch ständiges Beine zucken

Sebastian
Ständige Unruhe der Beine: Schlaflose Nächte wegen zuckender Beine
Wer unter dem sogenannten ‚Restless Legs Syndrom‘ leidet, kann kaum Schlafen und zur Ruhe finden. Die Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin will sich nun für bessere Therapiemöglichkeiten einsetzen. Eine Behandlung kann die Beschwerden deutlich abmildern.

Jeder Zehnte betroffen
Bei etwa jedem Zehnten mag sich das Gefühl der Entspannung jedoch nicht einstellen. Sobald sie sich ausruhen, leiden sie unter Gefühlsstörungen in den Beinen, Schmerzen, Unruhegefühlen und spüren einen unnatürlichen Bewegungsdrang. Diese Symptome sprechen für das Restless-Legs-Syndrom (RLS), unter dem Betroffene vor allem in der Nacht leiden. Die Beschwerden lassen sich kurzzeitig durch Bewegung vertreiben – manche Betroffene laufen daher mehre Kilometer jede Nacht, weil sie sonst die Schmerzen und Missempfindungen nicht aushalten können. Das führt nicht nur zu einem hohen Leidensdruck, sondern kann auch gefährlich werden. Denn die unruhigen Beine verursachen oft starke Schlafstörungen, die langfristig die Gesundheit schädigen.

Schlaflos durch das Restless Legs Syndrom. Bild: Edler von Rabenstein – fotolia

Die Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) will sich nun für bessere Behandlungsmöglichkeiten einsetzen. „Bevor mit einer spezifischen medikamentösen Therapie begonnen wird, müssen symptomatische Ursachen ausgeschlossen und gegebenenfalls behandelt werden“, erläutert Professor Svenja Happe, neurologische Chefärztin der Klinik Maria Frieden Telgte. „So ist die Eisengabe bei erniedrigten Blut-Spiegeln auch dann anzuraten, wenn keine Eisenmangelanämie festgestellt werden kann.“ Im Verlauf der Therapien werden den Patienten bestimmte Schlafregeln sowie eine Abstinenz von Kaffee und Alkohol empfohlen, da diese Getränke stimulierend wirken. In bestimmten Fällen werden auch Medikamente wie Neuroleptika und Antidepressiva verschrieben.

Vor allem Ältere und Schwangere betroffen
Vor allem ältere Menschen, manchmal aber auch Schwangere, zählen zu den Betroffenen. Häufig tritt das Restless-Legs-Syndrom auch in Verbindung mit Polyneuropathie, eine Erkrankung der langen Nerven, auf. Nach aktuellem Forschungsstand entsteht aus schulmedizinischer Sicht das Restless-Legs-Syndrom durch eine Störung bei der Übertragung bestimmter Botenstoffe in Gehirn und Rückenmark. Diese kann genetisch bedingt sein oder durch Faktoren wie Eisenmangel, Nierenfunktionsstörungen oder Medikamente ausgelöst werden. Wenn unruhige Beine zum Beispiel durch Medikamente ausgelöst wurden, verschwindet die Krankheit wieder, wenn der Faktor ausgeschaltet wird. Alle anderen Formen, kann die Schulmedizin nur symptomatisch behandeln.

„Ist die Lebensqualität, insbesondere auch durch die häufig begleitend auftretende Schlafstörung, maßgeblich eingeschränkt, sollte eine medikamentöse Therapie fachgerecht eingeleitet werden“, so die Expertin. Zwar sei eine vollständige Heilung bislang nicht möglich, aber die Therapie kann dafür sorgen, dass die Symptome deutlich abgemildert werden. Die Patienten können dann wieder ein fast normales Leben führen. (sb)