Restless Legs Syndrom: Zuckende Beine

Heilpraxisnet

Manchmal helfen nur Opioide gegen zuckende Beine

15.01.2015

Zehn Prozent der Deutschen sind vom sogenannten Restless Legs Syndrom (RLS) betroffen. Das unkontrollierte Zucken der Beine führt bei vielen Betroffenen zu schlaflosen Nächten. Was dagegen hilft? In einigen Fällen nur Opioide. Dem sollte aber stets eine detaillierte Ursachenforschung vorausgehen.

Restless Legs Syndrom raubt Betroffenen den Schlaf
Das Restless Legs Syndrom macht sich insbesondere nachts unangenehm bemerkbar. Betroffene können dann wegen des unkontrollierten Zuckens der Beine nicht mehr schlafen. Häufig beginnen die unangenehmen Symptome bereits abends auf dem Sofa, wenn die Betroffenen zur Ruhe kommen. Für viele Patienten ist eine wirkliche Entspannung fast unmöglich, da die Gefühlsstörungen in den Beinen und der Bewegungsdrang auftreten, sobald sie sich ausruhen. „Das Beschwerdebild, unter dem die Betroffenen leiden, nennt man Restless Legs Syndrom, was soviel wie Syndrom der unruhigen Beine heißt", erläutert Lilo Habersack, die selbst von der Erkrankung betroffen ist, gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“. „Meist ist von einem Unruhegefühl die Rede, wobei einige es als Kribbeln oder Zucken empfinden, während andere etwa von Ziehen, Jucken oder Brennen sprechen", ergänzt die Vorsitzende der Deutschen Restless Legs Vereinigung.

Wie Mediziner immer wieder hervorheben, erhöhen Menschen, die zu wenig schlafen, jedoch ihr Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie etwa Herzinfarkt, Übergewicht beziehungsweise Adipositas oder Diabetes zu erkranken. Rund ein Drittel der vom RLS betroffenen Patienten habe so starke Symptome, dass sie eine medikamentöse Behandlung brauchen, um ihren Alltag in der Arbeit und dem sozialen Leben bewältigen zu können.

Verbesserung der Schlafhygiene
Bei der Diagnose und Behandlung der Erkrankung gibt es noch immer großen Verbesserungsbedarf. So hatte eine Umfrage von fast 4.200 Patienten in Kanada, den USA und zehn europäischen Ländern vor zwei Jahren ergeben, dass über zwei Drittel der Befragten angaben, ab dem Zeitpunkt der ersten Symptome drei oder mehr Jahre auf eine korrekte Diagnose gewartet zu haben. Eine Heilung von RLS gibt es nicht. Bei der Behandlung steht häufig eine Verbesserung der Schlafqualität im Vordergrund. Natürliche Maßnahmen zur Verbesserung der Schlafhygiene können dabei helfen. Neben leichtem Sport bieten sich dafür auch Entspannungstechniken wie autogenes Training, Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung an. Manche Menschen setzen auch auf chinesische Therapie bei unruhigen Beinen.

Verschaffen diese Maßnahmen keine Linderung, sollten Betroffene eine Medikamententherapie erwägen. Meist werden zunächst Dopamin-Ersatzstoffe verordnet, da sie gut wirken und wenig Nebenwirkungen haben. Bei schwereren Fällen helfen manchmal nur noch Opioide.

Ursachen für RLS nicht eindeutig geklärt
Grundsätzlich kann RLS Menschen aller Altersgruppen treffen. Die Ursachen der Erkrankung sind bislang nicht eindeutig geklärt. Vermutet wird, dass eine Fehlfunktion des Nervenstoffwechsels eine Rolle spielt oder teilweise auch Vererbung. Zudem könnten bestimmte Veränderungen an den Genen die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung erhöhen. Zu den möglichen Ursachen für sekundäres RLS zählen unter anderem Eisenmangel, Nierenfunktionsstörungen oder neurologische Erkrankungen. „Es gibt auch einen großen Bedarf an weiterer Forschung und Entwicklung für wirksame Behandlungen, um Menschen zu helfen, ein erträgliches Leben zu führen, und daran arbeiten wir seit vielen Jahren“, so Habersack. (ag)

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