Richtige Intimhygiene: Diese Tipps helfen bei der sinnvollen Intimpflege

Fabian Peters

Hygiene im Intimbereich: Worauf Frauen und Männer achten sollten
Vernünftige Hygiene im Intimbereich schafft nicht nur ein frisches Gefühl, sondern beugt auch Krankheiten vor. Man sollte es jedoch mit der Intimpflege nicht übertreiben. Experten haben Tipps parat, worauf zu achten ist, um Infektionen zu vermeiden und das Immunsystem zu entlasten.

Fehler bei der Intimpflege
Intimpflege sollte bei beiden Geschlechtern am besten täglich erfolgen. Zwar scheint dies ohnehin eine Selbstverständlichkeit, doch Gesundheitsexperten weisen darauf hin, dass sowohl Frauen als auch Männer dabei einige Fehler machen können. Ärzte beobachten vor allem zwei Missstände: zu viel oder zu wenig waschen. Es gibt ein paar Regeln, die beachtet werden sollten, um Infektionen zu vermeiden und das Immunabwehrsystem zu entlasten. Die AOK-Gesundheitskasse gibt in einer aktuellen Mitteilung einige Tipps für den gesunden Umgang mit der Intimpflege.

Pflegeprodukte können Scheidenflora schädigen
Mit 4,0 bis 4,5 weist der Intimbereich der Frau einen niedrigeren pH-Wert auf als die übrige Haut. In diesem sogenannten „sauren Milieu“ sind eine Vielzahl von Bakterien angesiedelt, wie beispielsweise Milchsäurebakterien, die das Eindringen von Krankheitserregern verhindern. Dieser „Laktobazillen-Schutzwall“ kann durch unterschiedliche Einflüsse wie unter anderem Antibiotika geschwächt werden. Auch manche Intim-Pflegeprodukte zerstören das Milieu. Um die Scheidenflora wieder aufzubauen und Infektionen vorzubeugen, können beispielsweise in die Scheide eingeführte Milchsäurezäpfchen helfen. Zwar weist die Vaginalflora mancher Frauen generell zu wenige Lactobazillen auf, doch das muss nicht immer zu Infektionen führen. Betroffene leiden jedoch manchmal unter einer juckenden Scheide oder Ausfluss aus der Scheide, der oft durch heftiges Brennen begleitet ist. Mit der richtigen Pflege kann der natürliche Schutzwall intakt gehalten werden – vorausgesetzt, man befolgt den Grundsatz „weniger ist mehr“. Durch übertriebene Hygiene wird die natürliche Flora des Intimbereichs zerstört. In der Folge können Krankheitserreger schneller in den Körper eindringen und so kann es zu gefährlichen Infektionen kommen. Bei unangenehm riechenden Ausfluss sollte ein Frauenarzt aufgesucht werden.

Tampons häufig wechseln
Der Großteil der auf dem Markt erhältlichen Körperpflegeprodukte unterstützt den natürlichen pH-Wert der Haut, der bei etwa 5,5 liegt. Für die Reinigung des Intimbereichs sind sie daher nicht gut geeignet, denn das Scheidenmilieu liegt im Normalfall bei einem pH-Wert von 4,4. Selbst bei starkem Schwitzen reicht eine morgendliche und abendliche Reinigung mit klarem Wasser aus. Verwendete Waschlappen sollten täglich gewechselt werden. Als weitere „wirksame Waffe“ gegen Infektionen erweist sich der AOK zufolge das sorgfältige Abtrocknen nach dem Waschen. Auch während der Menstruation reicht eine Reinigung mit Wasser aus. Tampons und Binden sollten mindestens alle zwei Stunden gewechselt werden. Bleiben Tampons zu lange in der Scheide, drohen lebensbedrohliche Gefahren. Erst vor kurzem wurde über den Fall eines jungen Mädchens berichtet, das am Toxischen Schocksyndrom (TSS) verstarb, weil es vergaß, den Tampon zu wechseln. Ganz besonders wichtig ist die richtige Intimpflege zudem für schwangere Frauen, weil bakterielle Infektionen Frühgeburten auslösen können.

„Von vorne nach hinten“ reinigen
Die selbstreinigende Funktion der Scheide ist an das Vorhandensein von Milchsäurebakterien gekoppelt. Frauen, die öfter unter Entzündungen des äußeren und inneren Genitales leiden, sollten besser auf synthetische Unterwäsche verzichten. Bei solchen Stoffen kann der Schweiß nicht aufgesaugt werden. Dadurch entsteht das Gefühl von Nässe. Werden dann Slipeinlagen verwendet, die einen Plastikschutz haben, werden Wärmestau und Feuchtigkeit zusätzlich gefördert. Dadurch kann es zu Entzündungen wie einer Pilzinfektion kommen.

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Allzu enge Hosen lassen ebenfalls keine Luftzirkulation zu und können sich so negativ auf die Scheidenflora auswirken. Intimsprays, aber auch Körperpuder, Feuchttücher und normale Seife stören den pH-Wert. Grundsätzlich wichtig ist der richtige Umgang mit Toilettenpapier bei der Reinigung des Afters. Diese, wie auch das Waschen, soll nicht „von hinten nach vorne“, sondern „von vorne nach hinten“ erfolgen. In Schwimmbädern sollte auf einen gewissen hygienischen Standard geachtet werden. Insbesondere warmes Wasser, wie es in Whirlpools zu finden ist, ist ein Bakterienherd für den Intimbereich.

Hygienetipps für Männer
Für Männer unterscheiden sich die allgemeinen Hygienetipps nicht wesentlich von denen für Frauen. Der Gebrauch von Seifen, Feuchttüchern und Intimdeodorants ist zu vermeiden und ein bis zwei Reinigungen am Tag sollten ausreichen. Das Smegma, die weiße bis hellgelbe Substanz, die zwischen Eichel und Vorhaut entsteht, sollte täglich gründlich abgewaschen werden, da es unter anderem eine Eichelentzündungen hervorrufen kann. Auch für Männer gilt es, den Intimbereich immer gut abzutrocknen. Zudem sollten sie darauf achten, dass beim Gang auf die Toilette keine Darmkeime in den Bereich der Harnröhrenöffnung kommen. Auch bei ihnen können enge Kleidungsstücke sowie die Verwendung von Kunstfasern den Schweiß zurückhalten. Die Haut kann dann durch die Feuchtigkeit ihre Widerstandskraft verlieren und den Weg für Ekzeme und Entzündungen bereiten. (ad)