Richtige Therapie bei Tennisellenbogen

Heilpraxisnet

Richtige Therapie bei Tennisellenbogen entscheidet über Heilung

01.12.2014

Es mag überraschen, aber der sogenannte Tennisellenbogen betrifft nicht ausschließlich Tennisspieler. Einmal abgesehen von der Tatsache, dass hauptsächlich die Amateure unter den Tennisspielern betroffen sind, kann die Diagnose jeden treffen, der seinen Arm übermäßig falsch belastet. So kann es auch Bürokräfte treffen, die beispielsweise einen Mausellenbogen bekommen. Sie stellen inzwischen sogar die Mehrheit der Patienten mit derartigen Symptomen, so Dr. Andreas Lenich, Oberarzt in der Abteilung für Sportorthopädie des Münchner Klinikums rechts der Isar gegenüber der TZ. Demnach führe der ständige Zug der Muskeln an den Sehnen zu einer Reizung. „Das ist auch der Auslöser der Schmerzen“, sagt Lenich. Dazu könne im Krankheitsverlauf noch eine Entzündung kommen.

Pause obligatorisch
Was auch immer der Auslöser ist, für eine Genesung ist vor allem eine Pause für den Arm obligatorisch. Im Falle beruflich bedingter Reizungen ist dies jedoch leider nicht immer möglich. In solchen Situationen bringen Entlastungen, z.B. durch technische Hilfsmittel, der betroffenen Körperregionen Linderung. Außerdem sollte man bei einseitiger Belastung versuchen, diese zu verlagern, etwa auf die andere Hand.

Diagnose entscheidet über Therapie
Um die Symptome richtig therapieren zu können, bedarf es einer gründlichen Diagnose. Dabei helfen ausführliche Gespräche zwischen Arzt und Patient sowie eine Reihe einfacher Tests, die Ursache der Schmerzen zu lokalisieren. Zudem kann weitergehend mit Hilfe von Ultraschall und einer Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) eine genauere Diagnose erstellt werden. Auch eine Röntgenaufnahme könne Aufschluss über die Ursache der Schmerzen geben. Die Behandlung findet dann entsprechend der dafür vorgesehenen Therapieleitlinien in mehreren Stufen statt. Dabei soll zunächst jede Belastung vermieden werden, die Schmerzen verursacht. Lenich bezeichnet das als „aktive Ruhe“. Außerdem werden die Schmerzen mit Schmerzmitteln behandelt und die betroffenen Stellen mehrfach täglich gekühlt. Eine Armschiene bringe darüber hinaus Linderung. Im weiteren Verlauf der Therapie könne man dann Wärme und Kälte im Wechsel und eine Physiotherapie anwenden. Eine spezielle Bandage z.B. könne den Druck auf die Muskeln senken. Während der dritten Stufe der Therapie werde dann die betroffene Stelle mit gezielten Übungen wieder fit für den Alltag gemacht. Ziel sei eine gleichmäßige Kräftigung der Muskulatur.

Naturheilverfahren können helfen
Weitere Möglichkeiten der Behandlung bieten neben der Schulmedizin Naturheilverfahren. In erster Linie ist hier die Akupunktur zu nennen. Sie kann heilend wirken, vorausgesetzt, der Patient stellt die auslösenden Tätigkeit, wie etwa das Tennis spielen, ein. Weitere zu nennende Ansätze sind die Osteopathie und das Rolfing.

Warnung vor Kortison
Vor dem Einsatz von Kortison warnt der Lenich hingegen. Kortison würde zwar zu einer schnellen Linderung der Schmerzen führen, langfristig aber die Sehnen beschädigen, weshalb der Einsatz inzwischen aus den Leitlinien zur Behandlung entfernt wurde.

Stoßwellentherapie ebenfalls umstritten
Weitere umstrittene mögliche Therapien sind die Stoßwellentherapie und das Spritzen von Eigenblut. Da der Nutzen jedoch fraglich ist, müssen Patienten diese Therapien selber bezahlen.

Operation als letztes Mittel
Hilft die dreistufige Leitlinie zur Behandlung nicht, bleibt quasi als Ultima Ratio der operative Eingriff. Doch auch hier gibt es unterschiedliche, teilweise fragwürdige Methoden. So würden einige Mediziner die betroffenen Sehnen einfach kappen. Dies ist jedoch umstritten, weil dies zu einer Instabilität des Gelenkes führt, und das neben falscher Belastung der Muskeln und Sehnen ein häufiger Grund für die Symptome ist, die durch die OP eigentlich beseitigt werden sollen. Dabei können solche den Schmerzen zugrunde liegenden Instabilitäten von älteren Verletzungen herrühren. Diese Schäden könnten dann mit Hilfe einer OP bereinigt werden. (jp)

Bild: Gandi / pixelio.de