Risiken durch Freigabe der „Pille danach“?

Heilpraxisnet

Mediziner befürchten vermehrte Probleme bei der Anwendung der „Pille danach“

16.03.2015

Mit der Freigabe des Verkaufs der „Pille danach“ über die Apotheken seit letztem Sonntag wurden die Möglichkeiten der nachträglichen Empfängnisverhütung deutlich vereinfacht, doch fürchten Mediziner vermehrt Fehler bei der Anwendung, die wiederum das Risiko ungewollter Schwangerschaft erhöhen könnten.

Die „Pille danach“ verzögert den Eisprung um rund fünf Tage, was eine Befruchtung verhindern soll. Sie kann nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder im Falle einer Verhütungspanne ungewollte Schwangerschaft vermeiden. Bislang war in Deutschland eine Abgabe nur gegen Rezept möglich, so dass ein Mindestmaß an ärztlicher Überwachung erfolgte. Seit Sonntag können Frauen die Pille nun rezeptfrei in der Apotheke erwerben.

Hormonpräparate verhindern ungewollte Schwangerschaften
Die Präparate mit den Wirkstoffen Levonorgestrel, der spätestens 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden muss, und Ulipristalacetat, das spätestens 120 Stunden danach einzunehmen ist, bieten relativ effektive Möglichkeiten ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden. Doch könnten Fehler bei der Anwendung die Sicherheit der Hormonpräparate beeinträchtigen. Mediziner bewerten die nun fehlende ärztliche Kontrolle daher durchaus kritisch.

Fehlende ärztliche Kontrolle?
Am häufigsten eingenommen werde die „Pille danach“ von 16- bis 20-Jährige, berichtet die „Rheinische Post“. Die Beratung zur Anwendung erfolgt dabei direkt in der Apotheke. Lediglich Mädchen im Alter unter 14 Jahren sollten von den Apothekern vor der Abgabe zu einem ärztlichen Beratungsgespräch geschickt werden, so die „Rheinische Post“ weiter. Befürchtet wird eine erhöhte Unsicherheit bei der Anwendung, denn verschiedene Faktoren, wie beispielsweise das Körpergewicht können erheblichen Einfluss auf die Wirkung der Präparate haben. (fp)

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>Bild: Wilhelmine Wulff / pixelio.de