Risiko: Einsame Frauen versterben eher an Brustkrebs

Alexander Stindt
Soziale Isolation wirkt sich auf die Wahrscheinlichkeit für die Rückkehr von Brustkrebs aus
Viele Menschen in der heutigen Zeit leiden unter Einsamkeit. Forscher fanden jetzt heraus, dass einsame Frauen, die zuvor eine Brustkrebs-Erkrankung überlebt hatten, um 60 Prozent wahrscheinlicher an einem Wiederauftreten der Krankheit versterben. Allgemein zeigten sozial isolierte Frauen auch ein erhöhtes Risiko für die Rückkehr von Brustkrebs.

Die Wissenschaftler der Kaiser Permanente Division of Research stellten bei einer Untersuchung fest, dass sozial isolierte Frauen mit vorherigem Brustkrebs ein erhöhtes Risiko für eine Rückkehr der Erkrankung haben und auch wesentlich häufiger an dem Wiederauftreten von Brustkrebs versterben. Das soziale Umfeld hat also Einfluss auf das langfristige Überleben bei Frauen mit Brustkrebs, berichten die Forscher von den Ergebnisse ihrer Studie.

Wenn Frauen bereits eine Brustkrebs-Erkrankung hinter sich haben, sollten sie ihre sozialen Kontakte besonders gut pflegen. Soziale Isolation führt bei solchen Frauen zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von einer Rückkehr der Erkrankung und einem damit zusammenhängenden Tod. (Bild: SENTELLO/fotolia.com)
Wenn Frauen bereits eine Brustkrebs-Erkrankung hinter sich haben, sollten sie ihre sozialen Kontakte besonders gut pflegen. Soziale Isolation führt bei solchen Frauen zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von einer Rückkehr der Erkrankung und einem damit zusammenhängenden Tod. (Bild: SENTELLO/fotolia.com)

Studie untersucht fast 10.000 Probanden
Bei der aktuellen Studie untersuchten die Mediziner die Auswirkungen von Einsamkeit auf Frauen mit vorheriger Brustkrebs-Erkrankung. Dafür analysierten die Experten die Daten von fast 10.000 Probandinnen. So konnte festgestellt werden, dass Faktoren wie das Zusammenleben mit einem Ehepartner und das Engagement mit Verwandten sich positiv auf das langfristige Überleben der Frauen auswirken. Auch die Zahl der Freunde oder die religiöse Aktivität haben Einfluss auf die Überlebenswahrscheinlichkeit, erläutern die Wissenschaftler.

Negative Auswirkungen der Einsamkeit:
Wenn einsame Frauen zuvor schon einmal an Brustkrebs erkrankt waren, führte Einsamkeit zu einer um 60 Prozent erhöhten Wahrscheinlichkeit, an einem Wiederauftreten der Krankheit zu versterben – verglichen mit sozial aktiveren Frauen. Eine soziale Isolation bewirkt auch, dass die isolierten Frauen ein um 40 Prozent höheres Risiko für eine Rückkehr der Krankheit aufweisen, erklären die Autoren.

Soziale Bindungen von Frauen können sich positiv auswirken
Die Ergebnisse der Studie bestätigen den allgemeinen positiven Einfluss der sozialen Bindungen von Frauen auf das Wiederauftreten von Brustkrebs und die damit zusammenhängende Mortalität, erläutert Autorin Dr. Candyce Kroenke von der Kaiser Permanente Division of Research. Frühere Untersuchungen hatten bereits eine Verbindung zwischen einem schlechten Niveau der sozialen Interaktion und einem höheren allgemeinen Mortalitätsrisiko identifiziert.

Die soziale Situation von Patienten berücksichtigen
Bei der aktuellen Studie wurden die Frauen für einen durchschnittlichen Zeitraum von zehneinhalb Jahren medizinisch überwacht, nachdem bei ihnen Brustkrebs diagnostiziert wurde. Während dieser Zeit gab es 1.448 Krebs-Rezidive und 1.521 Todesfälle. Von diesen wurden 990 durch Brustkrebs verursacht, sagen die Autoren. Die Wahrscheinlichkeit für die Rückkehr von Brustkrebs lag bei 16 Prozent. Das Risiko an Brustkrebs zu sterben lag bei 11 Prozent. Frauen mit einem stagnierendem Sozialleben hatten allerdings ein deutlich erhöhtes Risiko. Aus diesem Grund sollten Ärzte die soziale Situation der Patientinnen bei der Beurteilung der Krankheitsprognose berücksichtigen, erklärt Dr. Kroenke.

Frauen sollten soziale Bindungen pflegen
Die Ergebnisse bestätigen den positiven Einfluss der sozialen Bindungen von Frauen auf den Kranheitsverlauf. Allerdings bewirken nicht alle soziale Bindungen gleich starke gesundheitliche Vorteile. So waren beispielsweise die positiven Auswirkungen auf die Brustkrebspatientinnen mit einem Gatten bei älteren weißen Frauen stärker ausgeprägt. (as)