Robert-Koch-Institut: Keine Gesundheitsgefahr durch Flüchtlinge

Fabian Peters
Experten stellen klar: Keine Gesundheitsgefährdung durch Flüchtlinge
Erneut haben Experten darauf hingewiesen, dass von den in Deutschland ankommenden Flüchtlingen keine gesundheitliche Gefahr für die einheimische Bevölkerung ausgeht. Vielmehr sind die Asylsuchenden ein gefährdeter Personenkreis. Durch die lange Flucht sind sie oft sehr geschwächt und somit anfälliger für Erkrankungen.

Keine Gesundheitsgefahr für einheimische Bevölkerung
Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) geht von den in Deutschland ankommenden Flüchtlingen keine Gesundheitsgefahr für die einheimische Bevölkerung aus. Bisher hätten diese Menschen nur in ganz seltenen Fällen Infektionskrankheiten mitgebracht. Es seien eher Erkrankungen wie Windpoken oder Masern festzustellen, sagte der stellvertretende Leiter der RKI-Abteilung für Infektionsepidemiologie, Andreas Gilsdorf, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Diese Krankheiten seien jedoch größtenteils in Deutschland aufgetreten und nicht mitgebracht worden.

Von den Flüchtlingen geht laut Angaben des RKI kein besonderes Gesundheitsrisiko aus. (Bild: Lydia Geissler/fotolia.com)
Von den Flüchtlingen geht laut Angaben des RKI kein besonderes Gesundheitsrisiko aus. (Bild: Lydia Geissler/fotolia.com)

Nicht von Mensch zu Mensch übertragbar
Zwar gebe es einige wenige Erkrankungen, die auch aus den Reisen resultierten, doch diese seien sehr oft gar nicht von Mensch zu Mensch übertragbar, wie etwa Malaria. Oder nur sehr schwer: So gebe es beispielsweise einige Fälle von Läuse-Rückfallfieber, das durch Kleiderläuse übertragen werde, aber auch durch sehr engen Körperkontakt. Gilsdorf zufolge spielten diese Erkrankungen für die Allgemeinbevölkerung keine Rolle. Die Zahl von Tuberkulosefällen bei den zugereisten Menschen nehme zwar tatsächlich zu, doch auch davon gehe keine Gefahr für die einheimische Bevölkerung aus.

Flüchtlinge sind gefährdet
Das RKI hatte bereits in der letzten Woche darauf hingewiesen, dass Asylsuchende vielmehr eine gefährdete Gruppe sind, als eine, von der für andere eine Gefahr ausgeht. Über die Hälfte von ihnen erreicht Deutschland traumatisiert. Zudem sind sie aufgrund der langen, beschwerlichen Reise oft geschwächt und somit anfälliger für Infektionskrankheiten. Hinzu kommen der oft fehlende Impfschutz und die meist beengten Situationen in den Aufnahmeeinrichtungen. Gilsdorf riet den ehrenamtlichen Helfern, den allgemeinen Impfschutz aufzufrischen – gegen Masern, Mumms, Röteln, Polio oder Diphtherie. „Mit den normalen Hygieneregeln“ seien sie dann gut geschützt. Immer wieder fordern Experten eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen und Asylbewerbern. Sie sollen nicht Patienten zweiter Klasse bleiben. (ad)

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