Roggen und Ambrosia-Allergie: Pollen-Kalender

Fabian Peters

Infos zu Pollenflug-Kalender, Symptome und Therapie bei Ambrosia-Allergie

24.05.2013

Menschen mit einer Ambrosiaallergie leiden meist unter den typischen Symptomen von Heuschnupfen: eine verstopfte oder laufende Nase, Niesreiz sowie tränende und geschwollene Augen. Auch Menschen, die bis dato unter keiner Allergie gelitten haben, sind gefährdet, denn Ambrosia-Pollen gehören zu den stärksten Allergieauslösern. Betroffene sollten unbedingt den Pollenflug-Kalender beachten. Zur Therapie einer Ambrosiaallergie können verschiedene Naturheilverfahren zur Anwendung kommen.

Ambrosia-Allergie nimmt zu
Ambrosia-Pollen sind hochgradig allergen. Bereits sechs Pollen pro Kubikmeter Luft reichen aus, um eine allergische Reaktion bei empfindlichen Personen zu provozieren. Ab einer Konzentration von elf Ambrosia-Pollen pro Kubikmeter liegt eine starke Belastung vor. Bei Gräserpollen sind dafür mindestens 50 Pollen pro Kubikmeter Luft nötig.

Die Beifuß-Ambrosie wächst in Buschform als gedrungene Pflanze, deren Blätter doppelt bis dreifach gefiedert und deren Stängel behaart sind. Meist sind die Stiele leicht rötlich gefärbt. Die männlichen Blütenstände sind in gelben, aufrecht stehenden, fingerförmigen Trauben angeordnet. Da sich die nordamerikanische Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) verstärkt in Deutschland und Europa ausbreitet, ist dementsprechend auch mit einer Zunahme der Allergien zu rechnen.

Zwar fliegen die Ambrosia-Pollen in diesem Jahr eher spät durch die Luft, mit einer verminderten allergischen Wirkung ist deshalb jedoch nicht zu rechnen. Bereits beim bloßen Berühren der Ambrosia-Planzen können heftige allergische Reaktionen auftreten. Nach dem Pollenflug-Kalender beginnt ab Mitte Juli die Blütezeit der Beifuß-Ambrosie, die mit zunächst geringen Belastung für Allergiker beginnt. Die Hauptflugzeit der Ambrosia-Pollen dauert von Anfang bis Mitte August. Während dieser Zeit ist mit einer starken Belastung zu rechen, die sich in der ersten Oktoberhälfte allmählich verringert. Bis Mitte November ist jedoch noch mit einer geringen Belastungsintensität der Ambrosia-Pollen zu rechen.

Symptome bei Ambrosia-Allergie teilweise sehr heftig
Zu den Symptomen einer Ambrosiaallergie gehören vor allem die typischen Beschwerden von Heuschnupfen wie eine verstopfte oder laufende Nase, Niesreiz sowie juckende, tränende und geschwollene Augen. Bei heftigeren Reaktionen können jedoch auch Kopfschmerzen, chronische Müdigkeit, ein allgemeines Abgeschlagenheitsgefühl sowie schwere Reizungen der Atemwege auftreten. In besonders schweren Fällen kann sich zudem eine Asthma-Erkrankung entwickeln, bei der die Gefahr einer lebensbedrohlichen Atemnot besteht.

Wie viele Menschen in Deutschland an einer Ambrosiaallergie leiden, können Experten nur schätzen. Wissenschaftler des Allergie-Zentrums der Ludwig-Maximillians-Universität München (LMU) gehen davon aus, dass hierzulande jeder Fünfte an Heuschnupfen leidet. Sollte sich Ambrosia weiterhin so rasant ausbreiten, könnten bald bis zu zehn Prozent der Deutschen an einer Ambrosiaallergie leiden, mutmaßen Experten.

Ambrosia-Pollen sind hochgradig allergen, so dass etwa 80 Prozent aller Allergiker auch gegen Ambrosia allergisch sind. Zudem kann die Pflanze auch bei bis dato unempfindlichen Personen ohne Allergie eine Überempfindlichkeit provozieren.

Therapie bei Ambrosia-Allergie und Kreuzallergien
Wie die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI) mitteilte, führt eine Ambrosiaallergie häufig zu Kreuzallergien. Menschen mit Ambrosiaallergie würden demnach auch häufig an Allergien gegen Sellerie, Petersilie, Schnittlauch, Pfeffer und vielen weiteren Kräuter leiden. Zudem besteht bei Sonnenblumen, Goldrute, Arnika, Kamille und andere Korbblütler die Gefahr einer Kreuzallergie.

Zur Behandlung einer Ambrosiaallergie können in der Naturheilkunde unterschiedliche Methoden wie Akupunktur, Hypnose, Eigenbluttherapie, Darmsanierung, Vitalstofftherapie und Homöopathie angewendet werden. Die schulmedizinische Therapie umfasst dagegen meist die Verabreichung von Antihistaminika und Glukokortikoiden (Cortison). Auch Augentropfen und Nasensprays kommen zur Linderung der Symptome in Frage. Um an der Ursache der Beschwerden anzusetzen und die Allergie in einigen Fällen sogar gänzlich zu überwinden, befürworten einige Ärzte die Hyposensibilisierung. Dabei soll durch die regelmäßige Verabreichung geringer Dosen der Allergene das Immunsystem an die Substanzen gewöhnt und die allergische Reaktion abgeschaltet werden. Das Verfahren gilt jedoch bis heute als umstritten. (fp)

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Bild: Oliver Haja / pixelio.de