Rollator für Senioren: Sicherer zu Fuß unterwegs

Heilpraxisnet

Rollator für Senioren: Sicherer zu Fuß unterwegs

10.01.2015

Seit Jahren sieht man immer mehr Senioren, die sich mit Hilfe eines Rollators fortbewegen. Für viele sieht das zunächst ganz einfach aus, doch diejenigen, die auf solche Gehhilfen angewiesen sind, bekommen damit oft Probleme, etwa beim Einsteigen in den Bus. Spezielle Trainings können Abhilfe schaffen.

Handhabung von Rollatoren nicht so einfach
Immer öfter kann man vor allem ältere Menschen sehen, die sich mit Hilfe eines Rollators fortbewegen. Viele Senioren benötigen eine solche Gehilfe, beispielsweise nach einem Schlaganfall. Doch auch neurologische Erkrankungen, die mit fortschreitenden Bewegungsunsicherheiten und -einschränkungen einhergehen oder komplizierte Brüche der Gelenke und Knochen können Gründe für den Gebrauch eines Rollators sein. Manche Senioren greifen wegen der allgemein nachlassenden Körperkraft im Alter auf die Gehhilfe zurück. Für Außenstehende sieht der Gebrauch ganz einfach aus, doch ganz so unproblematisch ist die Handhabung von Rollatoren nicht. Selbst bei richtiger Anwendung kann es schnell zu Beschwerden wie etwa Handgelenkschmerzen kommen.

Spezielle Rollator-Trainings
Eine solche rollende Gehhilfe bietet für viele Menschen mehr Mobilität. Auch für Ursula Maslowski bedeutet ihr Rollator ein Stück mehr Lebensqualität. „Davor saß ich im Rollstuhl“, erzählte die 84-Jährige, die seit fünf Jahren im St.-Mauritius-Stift in Bochum lebt, laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa. Mit ihrem Rollator kann sie nun immerhin kurze Strecken gehen. Vor kurzem hat die 84-Jährige an einem speziellen Rollator-Training teilgenommen und ist seitdem vor allem beim Bremsen und beim Überwinden von Bordsteinen sicherer geworden.

An der Ampel auf sich aufmerksam machen
Meist wird in den Trainings ein Parcours aufgebaut, den die Senioren mit dem Rollator begehen. Die Stolperfallen, die Probleme machen, sind fast immer die gleichen. Zunächst ist hier die Fußgängerampel zu nennen. In einer größeren Menge von Menschen hat man kaum eine Chance mit Rollator sicher rüber zu kommen. „Wichtig ist, sich gleich ganz vorne hinzustellen und auf sich aufmerksam zu machen“, erläuterte Cornelia Brodeßer, die mit der Verkehrswacht Bonn zusammen arbeitet und Rollator-Trainings anbietet. Mit einer Klingel, wie man sie in einem Fahrradgeschäft bekommt, geht das am einfachsten.

Weiche Reifen und große Räder
Ein weiteres Problem, das sich oft stellt, ist die Fortbewegung auf Kopfsteinpflaster. Da die Gehhilfe keine Stoßdämpfer hat, schütteln die harten Pflastersteine den Fahrer ordentlich durch. Dafür sollten am besten weichere Reifen gewählt werden. Zudem sind auch größere Räder komfortabler: „So wird nicht jeder Hubbel eins zu eins weitergegeben“, sagte Brodeßer. Ergänzend führte sie an: „Auch im Park kann eine andere Bereifung sinnvoll sein, etwa wenn die Wege mit Kiesschotter gestreut sind“.

Probleme im Bus und Zuhause
Das Zurechtkommen in Bus oder Bahn nennt Brodeßer „die Königsdisziplin“. Da viele Busse nicht abgesenkt seien, müssten Senioren wissen, wie sie den Rollator zum Einsteigen richtig ankippen und mit der Bremse stabilisieren. Bei den speziellen Trainings erfahren sie zudem, dass es in Bussen häufig Druckknöpfe mit einem Rollstuhlsymbol gibt, die dem Fahrer signalisieren, dass er länger halten soll, da jemand nicht so schnell ein- oder aussteigen kann. Auch Zuhause gibt es für Betroffene oft Probleme. „Weniger als zehn Prozent der Wohnungen sind barrierefrei“, erläuterte Prof. Clemens Becker, Chefarzt der Klinik für Geriatrische Rehabilitation am Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart. Als Folge davon kommt man bei den meisten Zimmern nur schwer durch die Türen oder um Ecken herum. Zudem bereite auch das Rückwärtsgehen, etwa um sich auf einen Stuhl zu setzen, oft Schwierigkeiten.

Besondere Gefahren bei Matsch und Schnee
Besonders schwer wird das Manövrieren mit einem Rollator bei Matsch, Regen oder Eis. Wenn sich eine Eisschicht auf den Straßen gebildet hat, bleibe nur, feste Schuhe mit Spikes anzuziehen. Im Winter und bei Dämmerung bietet es sich außerdem an, Reflektoren am Rollator anzubringen. Verschmutzte, verklebte Reifen sollten nach jedem Spaziergang bei schlechtem Wetter gereinigt werden, vor allem die Stellen, an denen die Bremsen auf den Reifen aufliegen. Vorsicht ist auch geboten, wenn es bergab geht, denn dann entwickelt der Rollator eine unerwünschte Eigendynamik und wird immer schneller. Dies lässt sich nur vermeiden, wenn mit leicht schleifender Bremse die ganze Zeit die Geschwindigkeit gedrosselt wird. „Man kann auch mit der Bremse lenken“, so Brodeßer. (ad)

Bild: Karl-Heinz Laube / pixelio.de