Rückrufaktion für Speisefisch

Fabian Peters

Aufgrund möglicher Gesundheitsrisiken hat die „Deutsche See“ Fischmanufaktur in Bremerhaven eine Rückrufaktion für den Speisefisch „Red Snapper“ gestartet. Bei sechs Personen habe der Verzehr des Fisches zu gesundheitlichen Problemen geführt, die auf eine sogenannte Ciguatera – spezielle Form der Lebensmittelvergiftung – schließen lassen, berichtet das Unternehmen.

14.11.2012

Angesichts der Symptomatik geht die Firma Deutsche See davon aus, dass die Ursache der Erkrankungen das marine Algengift Ciguatoxin ist, so die aktuelle Mitteilung. Aufgrund möglicher Gesundheitsgefahren sei die Ware vorsorglich gesperrt und aus dem Handel genommen worden. Auch der Einzelhandel wurde dem Unternehmen zufolge bereits informiert und angewiesen den Speisefisch umgehend aus den Bedientheken zu entfernen. Zudem seien die Verbraucher aufgefordert, bereits erstandenen Fisch nicht zu verzehren. Erhältlich war der gelieferte Red Snapper ausschließlich als lose Ware an den Frischfischtheken des Lebensmitteleinzelhandels, nicht als verpacktes Produkt, so die Mitteilung von Deutsche See.

Red Snapper mit Algengift belastet
Den Angaben der Fischmanufaktur zufolge wurden beim „Vorliegen des ersten konkreten Verdachtsfalles umgehend die zuständigen Veterinärbehörden informiert“ und weitere Maßnahmen ergriffen, um mögliche Gesundheitsrisiken für die Verbraucher auszuschließen. Als Auslöser der Beschwerden vermutet das Unternehmen Ciguatoxin, welches von winzigen Geißeltierchen – sogenannten Dinoflagellaten – gebildet wird, die auf Algen und Tang im Bereich von Korallenriffen leben. Fische nehmen das Gift beim Verzehr der Algen auf und dieses reichert sich anschließend in der Nahrungskette an. Vor allem größere Raubfische, sogenannte Rifffische, seien verstärkte betroffen, berichtet die Fischmanufaktur Deutsche See. Verbreitet seien derartige Belastungen der Fische mit Ciguatoxin in der Karibik, dem Pazifischen und zum Teil auch dem Indischen Ozean. Der jetzt zurückgerufenen Red Snapper stammte laut Angaben des Unternehmens aus dem Indischen Ozean vor Sri Lanka.

Gesundheitsrisiko einer Fischvergiftung
Bei Menschen verursacht das Ciguatoxin die sogenannte Ciguatera, die häufigste Form der Fischvergiftung. Diese besondere Art der Lebensmittelvergiftung bedingt Symptome wie Taubheitsgefühl der Lippen und Mundschleimhaut, Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Auch Juckender Hautausschlag an Händen und Füßen kann im Zuge der Ciguatera auftreten. Muskelverspannungen und allgemeine Kraftlosigkeit sind weitere mögliche Folgen einer Vergiftung mit Ciguatoxin. Laut Mitteilung des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit vom Mittwoch liegen derzeit Verdachtsfälle einer entsprechenden Fischvergiftung aus Bayern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg vor. (fp)

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