Rückrufaktion wegen Dioxin im Frühstücksei

Fabian Peters

Dioxin belastete Eier werden zurückgerufen

23.05.2012

Immer wieder gelangen Eier mit einer zu hohen Dioxin-Belastung in den Handel. So auch in dem jüngsten Fall der Dioxin verseuchten Eier aus einem Legehennenbetrieb im münsterländischen Kreis Borken. Wegen der enthaltenen Giftstoffe wurde aktuell für die Eier mit den Stempelnummern 1-DE-05 22462 und 1-DE-05 22461 eine Rückrufaktion gestartet. Verbraucher sollten aus Gesundheitsgründen auf den Verzehr der Eier verzichten, warnen die Behörden.

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Zwar ist der Dioxin-Gehalt der Eier nicht so hoch, dass diese eine akute Gesundheitsgefahr darstellen, doch da die Giftstoffe sich im menschlichen Organismus anreichern, sollten die Eier mit den genannten Stempelnummern besser nicht verzehrt werden, so die Warnung des Umweltministeriums in Nordrhein-Westfalen. „Bei regelmäßiger Aufnahme sammeln sich über Jahrzehnte die Giftstoffe im Körper an“, wo sie „zu Störungen im Immunsystem und Krebserkrankungen“ führen können, erklärte ein Sprecher des Ministeriums.

Umweltgifte im Frühstücksei
Dioxin im Frühstücksei ist durchaus keine Seltenheit, wie der Nachweis des Umweltgifts in den Eiern des konventionellen Freilandbetriebes im Kreis Borken erneut bestätigt. Immer wieder gelangen die gefährlichen Substanzen auf meist ungeklärtem Wege in die Nahrungskette. Hier helfen nur gründliche Kontrollen und schnelles Handeln. Beides scheint in dem aktuellen Fall durchaus funktioniert zu haben. Der Betrieb hatte in Eigenkontrollen eine zu hohe Dioxin-Belastung (doppelt so hoch wie der Grenzwert) und einen deutlich erhöhten PCB-Wert ( Grenzwert um das 4,5-fache überschritten) festgestellt. Anschließend wurde die Auslieferung der Eier aus dem Legehennenbetrieb mit rund 30.000 Tieren umgehend gestoppt und eine Rückrufaktion für die betroffenen Eier gestartet. Wie das Landesumweltamt NRW berichtet, ist der Betrieb derzeit gesperrt. Es wurden Bodenproben zur Untersuchung entnommen, um zu ermitteln, ob eine vorübergehende oder eine anhaltende Belastung vorliegt. Anhand der Proben hoffen die Behörden auch die Ursache der Verseuchung feststellen zu können.

Ursache der Dioxin-Belastung unklar
Erst Anfang April hatte der letzte Dioxin-Skandal, bei dem das Umweltgift in Eiern aus NRW und Niedersachsen nachgewiesen wurde, für Aufsehen gesorgt. Im Kreis Minden-Lübbecke wurde ein Bio-Geflügelhof gesperrt und rund eine Millionen Eier mussten vernichtet werden. Bei der Suche nach den Ursachen der Verseuchung lieferten die Bodenproben jedoch keine Hinweise. Die Werte waren lediglich in zwei Bodenproben erhöht und dies in einem derart geringen Maße, dass die Verseuchung der Eier nicht hierdurch ausgelöst werden konnte. Die tatsächliche Ursache der Dioxin-Belastung ist bis heute unklar und so bleibt zu befürchten, dass auch bei dem aktuellen Nachweis von Dioxin in den Eiern aus Borken am Ende keine Quelle der Umweltgifte ermittelt werden kann. Dies wäre ein äußerst unbefriedigendes Ergebnis, zumal die Ermittlung der Ursachen der Dioxin-Belastung möglicherweise dazu beitragen könnte, in Zukunft Verunreinigungen auf dem gleichen Wege zu verhindern. (fp)