Ruhige Operationsentscheidung bei Grauer Star

Fabian Peters

Entscheidung zur Operation bei Grauem Star bedarf in der Regel keiner Eile

30.05.2013

Viele Menschen zeigen im höheren Lebensalter eine Trübung der Augenlinse, die als Grauer Star oder auch Katarakt bezeichnet wird. Die trübe Augenlinse ist dabei in der Regel eine Folge des natürlichen Alterungsprozesses und die einzige wirksame Behandlungsoption bildet eine Operation, berichtet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Im Rahmen einer Graue-Star-OP wird den Betroffenen die trübe Linse entfernt und durch eine neue, künstliche Linse ersetzt.

Da sich die Erkrankung Grauer Star meist äußerst langsam entwickelt, haben die Patienten in der Regel viel Zeit sich die Entscheidung einer Operation zu überlegen und sollten diese Zeit nach Ansicht der Experten des IQWiG auch nutzen. So können sich die Betroffenen ausreichend auf die Operation vorbereiten und den für sie bestmöglichen Zeitpunkt bestimmen. „Ob und wann operiert wird, ist eine persönliche Entscheidung. Sie hängt stark davon ab, wie sehr die Sehstörungen die Selbstständigkeit einschränken und den Alltag erschweren“, erläutert das IQWiG.

800.000 Operationen der Augenlinsen pro Jahr
Eine lediglich leichte Trübung der Augenlinse die von einem Facharzt festgestellt wird und bis dato symptomfrei verläuft, bedarf laut Aussage der Experten in der Regel noch keiner Operation.Auch spiele für den Erfolg des Eingriffs der Zeitpunkt einer Operation keine Rolle. Vielmehr sollte die Entscheidung zu einem operativen Eingriff von den persönlichen Beeinträchtigungen und Umständen abhängig gemacht werden. „Wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, hat meist keinen Einfluss darauf, wie gut man nach der Operation mit der neu eingesetzten Linse sieht“, berichtet das IQWiG. Zwar kann die Operation etwas schwieriger werden, wenn der Graue Star schon sehr weit fortgeschritten ist, doch der Eingriff ist in seinen verschiedenen Varianten hierzulande regelrechte Routine. Rund 800.000 entsprechende Operationen werden laut IQWiG in Deutschland jedes Jahr durchgeführt, wobei diese in der Regel ambulant durchgeführt werden und lediglich 20 bis 30 Minuten dauern. Bereits nach einigen Stunden dürfen die meisten Patienten wieder nach Hause. Bei bestehende Begleiterkrankungen oder absehbaren Komplikationen wird der Eingriff allerdings häufiger im Krankenhaus durchgeführt. Zeigen beide Augen Grauen Star, werden diese an zwei unterschiedlichen Operationsterminen nacheinander operiert.

Operationstermin in Absprache mit dem Facharzt bestimmen
Da mit dem Fortschreiten der Erkrankung „auch die Vermessungen des Auges nicht mehr so genau durchgeführt werden“ können, sei „es sinnvoll, die Augen regelmäßig bei einer Augenärztin oder einem Augenarzt überprüfen zu lassen“, berichtet das unabhängige Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Gemeinsam könne so der richtige Zeitpunkt für eine Operation bestimmt werden. Ansonsten sollten bei der Entscheidung Fragen der beruflichen und privaten Beeinträchtigung durch die Erkrankung im Vordergrund stehen, so das IQWiG. Kann zum Beispiel der Beruf nicht mehr ausgeübt werden oder wird das Autofahren zu einem zu großen Risiko, ist dies oft Anlass für eine Operation. (fp)

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