Salmonellen-Infektionen in Südniedersachen

Fabian Peters

Vermehrte Salmonellen-Infektion bei Göttingen

06.07.2012

Im südöstlichen Niedersachsen häuft sich die Zahl der Salmonellen-Infektionen. „Seit April 2012 gibt es im Vergleich zu den Vorjahren vermehrte Erkrankungsfälle durch Salmonellen mit dem Schwerpunkt in der Region Eichsfeld“, so die Meldung des niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung.

Fast 50 Personen haben sich laut Mitteilung des Ministeriums im Landkreis Göttingen und den Nachbarkreisen mit Salmonellen infiziert. Verursacht werde die Infektion durch sogenannte Salmonella Panama Bakterien. Die Behörden vermuten, dass die Erkrankungen „im Zusammenhang mit dem Verzehr von Mett oder Rohwurst – zum Beispiel Teewurst oder so genannte Knacker – stehen.“ Die Gesundheitsämter und Lebensmittelüberwachungsbehörden ermitteln derzeit gemeinsam, um die Infektionsquelle zu identifizieren.

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Knapp 50 gemeldete Salmonellen-Infektion
Nachdem im April bereits ein deutlicher Anstieg der Salmonellen-Infektionen gegenüber dem Vorjahr festzustellen war, ging die Anzahl der Erkrankungen im Mai vorerst zurück, schnellte jedoch im Juni erneut in die Höhe. Bis Anfang Juli wurden im Landkreis Göttingen insgesamt 31 Salmonellen-Infektion gemeldet, in den umliegenden Landkreisen registrierten die Behörden 15 Fälle. Auch im thüringischen Teil der Region Eichsfeld sind vermehrt Salmonellen-Infektionen aufgetreten. Infizierte Personen im Landkreis Göttingen werden derzeit „standardisiert durch das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) befragt, um weitere Hinweise auf mögliche Infektionsquellen und -ketten zu systematisieren“, so die Mitteilung des niedersächsischen Verbraucherschutzministeriums. Erste Ergebnisse der Befragung weisen demnach darauf hin, dass ein Großteil der Betroffenen während des Infektionszeitraums rohes Mett oder Rohwurst gegessen hat.

Salmonellen-Infektionen erfordern unter Umständen eine Klinikeinweisung
Salmonellen können dem Ministerium zufolge „insbesondere in Hackfleisch relativ leicht wachsen.“ Beim Menschen verursacht eine Salmonellen-Infektion (auch Salmonellose) Symptome wie Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Begleitendes hohes Fieber ist Anzeichen für einen schwereren Krankheitsverlauf, bei dem aufgrund des massiven Flüssigkeitsverlustes und der drastischen Gewichtsabnahme erhebliche Komplikationen drohen. In solchen Fällen wird meist eine Klinikeinweisung erforderlich. „Der beste Schutz vor einer Kontamination ist das vollständige Erhitzen von Fleisch oder Mett“, aber auch „das Einhalten allgemeiner Hygieneregeln im privaten Haushalt beim Umgang mit rohem Fleisch oder Mett“ leistet an dieser Stelle einen wesentlichen Beitrag zum Infektionsschutz, so der Hinweis des niedersächsischen Verbraucherschutzministeriums. Bis die Quelle der Infektionen ausgemacht ist, sollten sich die Einwohner der Region Eichsfeld und Umgebung dringend an die Hinweise des Ministeriums halten.

Rohes Fleisch für Kinder, Schwangere und immungeschwächte Personen ungeeignet
Generell ist Verzehr von rohem Fleisch wegen möglicher Belastungen mit Krankheitserregern für immungeschwächte Personen und Kinder eher ungeeignet. In diesem Zusammenhang verweist das Ministerium auch auf die Pressemitteilung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) „Hackepeter und Mett sind nichts für kleine Kinder" aus dem März 2012. Dem BfR zufolge können mit dem „rohen Fleisch unter anderem Salmonellen, Campylobacter, E. coli einschließlich EHEC, Yersinien, Listerien aber auch Viren und Parasiten übertragen werden.“ Daher sollten „besonders empfindliche Personengruppen, wie kleine Kinder, Schwangere, Senioren oder Personen mit geschwächter Immunabwehr, diese Lebensmittel grundsätzlich nicht roh verzehren“, warnte das BfR Mitte März. Dieser Empfehlung schließt sich auch das niedersächsische Verbraucherschutzministerium an. (fp)

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Bild: Sebastian Karkus / pixelio.de