Sandmücken: Neue Krankheitsüberträger in Hessen

Heilpraxisnet

Tropische Infektionskrankheiten: Sandmücken in Hessen entdeckt

05.08.2014

Nachdem in Hessen erstmalig eine Sandmücken-Art entdeckt wurde, sind Experten in Sorge: Es wird vermutet, dass die kleinen Blutsauger gefährliche Infektionskrankheiten wie Leishmaniose übertragen könnten.

Bislang nördlichster Fund der Sandmücken-Art
Sandmücken, die als potenzielle Überträger der gefährlichen Infektionskrankheit Leishmaniose gelten, dringen weiter nach Norden vor und sind inzwischen in Hessen angekommen. Wie es in einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa heißt, teilte Sven Klimpel vom Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) mit: „Wir haben nun erstmals eine Sandmücken-Art innerhalb Hessens entdeckt.“ Das Zentrum gehört zu der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Frankfurter Goethe-Universität. Der Professor erklärte, dass diese Art noch nie so weit nördlich gefunden worden sei. Das Insekt war bei einem bundesweiten Mückenmonitoring in der Nähe von Gießen entdeckt worden.

Mücke kann vermutlich Infektionskrankheiten übertragen
Klimpel erklärte: „Es handelt sich um die Sandmücken-Art Phlebotomus mascittii“, sie sei etwa 500 Meter entfernt von bewohnten Häusern gefunden worden. Auch wenn es noch nicht eindeutig bewiesen sei, dass diese Art als Überträger für Infektionskrankheiten dient, liege die Vermutung „nahe, das sie es kann“. Der Stich der Sandmücken sei an sich harmlos, doch schlimm sei die mögliche Übertragung der Infektionskrankheit Leishmaniose. Diese Krankheit werde von Einzellern (Protozoa) verursacht. Die Insekten müssen für eine Übertragung bei einem Infizierten Blut saugen und dann ihren Speichel mit den Erregern einem Gesunden bei der nächsten Mahlzeit ins Blut übertragen.

Beschwerden hängen von der Art der Leishmaniose ab
Die Beschwerden, die eine Infektion auslösen kann, hängen von der Art der Leishmaniose ab, unterschieden wird zwischenInnerer Leishmaniose (viszerale Leishmaniose), Hautleishmaniose (kutane Leishmaniose)und Schleimhautleishmaniose (mukokutane Leishmaniose). Sie reichen von eher uncharakteristischen Symptomen wie Kopfschmerzen, Lymphknotenschwellung, Fieber, Akute Bauchschmerzen oder Durchfall bis hin zu typischen Anzeichen. So könne Leishmaniose selbst abheilende Hautgeschwüre auslösen, den Nasen- Rachenbereich befallen oder schwere Leber-, Milz- oder Knochenmarksschäden verursachen, die tödlich sein könnten.

Mückenstiche vermeiden
Um sich vor möglichen Erkrankungen zu schützen, sollte man Mückenstiche möglichst vermeiden. Neben der Benutzung von Mückenschutzsprays biete sich dafür unter anderem Kleidung an, die dichtgewebt und von heller Farbe ist. Lange Ärmel seien ein zusätzlicher Schutz. In der Wohnung bieten sich Fliegengitter sowie Moskitonetze an, um die Blutsauger fern zu halten. Diejenigen, die ohne chemische Mittel auskommen wollen, können auf Hausmittel, wie etwa aus Nelken und Zitronen, zurückgreifen. (ad)

Bild: segovax / pixelio.de