Sarkoidose: Linderung durch Radon-Behandlungsserien

Sebastian
Beängstigende Atemnot, starke Gelenkschmerzen und Hautveränderungen stellen wesentliche Symptome bei Sarkoidose dar. Bei dieser entzündlichen Erkrankung bilden sich mikroskopisch kleine Gewebsknötchen, sogenannte Granulome. Sie können so gut wie überall im Körper entstehen.

Besonders häufig ist die Lunge betroffen. Aber auch Augen, Leber, Milz, Herz und Haut sind oft befallen. Häufig leiden Betroffene unter erhöhter Temperatur, allgemeinem Krankheitsgefühl mit Abgeschlagenheit sowie unter schmerzhaft entzündeten Hautknötchen, Gelenkentzündungen sowie Lymphknotenschwellungen. Bei der chronischen Sarkoidose, auch Morbus Boeck genannt, steht jedoch eine allgemeine Einschränkung der Lungenfunktion mit ständigem trockenem Husten und allgemeiner Erschöpfung im Vordergrund. Die Klimatherapie in Naturhöhlen oder einstigen Bergwerken, vor allem in Kombination mit Radon und Wärme, wirkt bei Betroffenen wie ein Urlaub für belastete Bronchien. Denn wie im Hochgebirge und am Meer ist die Atmosphäre staub- und pollenarm.

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Die Radonwärmetherapie in ehemaligen Bergwerkstollen vereint neben einer antiallergischen Luft weitere klimatische Faktoren, die positiv auf die Symptome der Sarkoidose wirken. Neben tropischer Temperatur und hoher Luftfeuchtigkeit wirkt in erster Linie das Edelgas Radon. Das Naturheilmittel Radon regt bei Sarkoidose Selbstheilungskräfte des Körpers an. Das Gleichgewicht bestimmter Zytokine, also Proteine, die das Wachstum und die Differenzierung von Zellen regulieren, wird positiv verschoben. Dadurch wird das Immunsystem stabilisiert.

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„Durch die Radonwärmetherapie werden so die drei wesentliche Beschwerde-Bereiche Lunge, Bewegungsapparat und Haut nachhaltig beeinflusst“, erklärt Univ.-Doz. Dr. Bertram Hölzl, Facharzt für innere Medizin und wissenschaftlicher Leiter des Gasteiner Heilstollens. „Insbesondere wenn Schmerz einerseits und Störung des Immunsystems andererseits im Zentrum der Sarkoidose Symptome stehen, ist die Sarkoidose Therapie indiziert und ihre Wirkung auch wissenschaftlich nachgewiesen.“ Das im Radonthermalstollen vorherrschenden Klima wird durch einen weiteren Effekt für Sarkoidose-Patienten interessant: Hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen über 37,5 Grad führen zum sogenannten Hyperthermie-Effekt, der im Körper eine Art gewünschtes therapeutisches Fieber auslöst. Diesem sprechen Experten eine krampflösende Wirkung zu. Die für Stollen typische, besonders reine Atemluft trägt zusätzlich zur Erholung der Atemwege bei. „Die chronischen Entzündungsprozesse werden durch die Sarkoidose Therapie im Radonstollen gehemmt. Eine Verminderung des Medikamentenverbrauches ist für Schmerzmittel nachgewiesen und bis zu einem Jahr anhaltend sowie für Cortison realistisch zu erwarten“, beschreibt Dr. Hölzl die Erfolgsaussichten einer Radonwärme-Kur.

Empfohlen wird die Stollentherapie mit Radon und Wärme im Rahmen einer mehrwöchigen Kur. Patienten fahren dann mehrmals in einen Thermalstollen 600 Meter tief in den Berg ein und verbringen etwa eine Stunde auf den Therapiestationen. Kuren mit Radonbehandlungsserien sind von Krankenkassen anerkannt, der Umfang der Kostenübernahme bedarf einer Bewilligung der Krankenkasse. Ansonsten kostet beispielweise eine Anwendung im Gasteiner Heilstollen etwa 60 Euro. (pm)

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