Schildkröten übertragen oft Salmonellen

Fabian Peters

Schildkröten und andere Reptilien können Salmonellen übertragen

21.12.2012

Zu Weihnachten werden auch dieses Jahr wieder in vielen Haushalten Heimtiere verschenkt. Dies sollte laut Angaben des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands (ZFF) jedoch gut überlegt sein, damit weder Tier noch Mensch im Nachhinein darunter leiden. Explizit hat der Osnabrücker Journalist und Filmautor Winfried Brüssing vor der Anschaffung von Schildkröten gewarnt. Diese seien keine Kuscheltiere für Kinder, da sie „wie alle Reptilien große Überträger von Salmonellen“ sind, erläuterte Brüssing, der fachlich von dem Kinderarzt Prof. Karl Ernst von Mühlendahl unterstützt wird, in einer Pressemitteilung der Nachrichtenagentur „dpa“.

„Man muss aufklären, dass Schildkröten häufig Salmonellenträger sind“, betonte Prof. von Mühlendahl und verwies darauf, das laut einer Untersuchung des Robert-Koch-Instituts (RKI) aus dem Jahr 2008 eine bundesweite Häufung von Salmonellen-Infektionen bei Kindern zu verzeichnen sei. In den USA, Großbritannien und Österreich habe es schon Todesfälle aufgrund von Salmonellen-Infektionen durch den Kontakt mit Schildkröten gegeben, erklärte Brüssing. Unter dem Motto „Gefahr kann ja so niedlich sein“ solle daher eine Informationskampagne Ärzte, Zoohändlern und Verbraucher vor dem Risiko warnen. Auch unter den Ärzten würden viele das Auftreten einer Salmonellen-Infektion überhaupt nicht mit der Haltung von Reptilien in Verbindung bringen, ergänzte Prof. Karl Ernst von Mühlendahl.

Schildkröten und Reptilien als Krankheitsüberträger
Die Salmonellen können sich laut Aussage der Experten bereits beim Anfassen der Tiere übertragen, weshalb Händewaschen nach dem Kontakt ohnehin Pflicht sei. Auch ist „es generell wichtig, nicht nur bei Reptilien, dass Eltern den Umgang mit den Tieren beaufsichtigen“, ergänzte Antje Schreiber, Pressesprecherin des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands (ZFF), gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“. Der ZZF empfehle den Zoofachhändlern, die Kunden auf die Gefahr einer Salmonellenübertragung hinzuweisen, so Schreiber weiter. Wie viele Schildkröten tatsächlich pro Jahr verkauft werden, sei jedoch nicht bekannt. Für Kinder würden „allerdings eher Landschildkröten angeschafft, die im hauseigenen Garten leben“ und entsprechend weniger engen Kontakt mit Menschen haben. Außerdem seien „die Preise enorm gestiegen", weshalb Spontankäufe hier heute eher die Ausnahme bilden, erklärte die ZZF-Pressesprecherin.

Salmonellen-Infektionen als Gesundheitsrisiko bei der Reptilienhaltung?
Die Halter von Schildkröten sollten – wie alle Reptilienhalter – bei Symptomen wie Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen auch an eine von den Tieren übertragene Salmonellen-Infektion (Salmonellose) denken. Im Zweifelsfall kann eine entsprechende tierärztliche Untersuchung Aufschluss bringen. Da bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem, alten Menschen und Säuglingen eine Salmonellose durchaus in eine schwere Allgemeininfektion übergehen kann, die schlimmstenfalls lebensbedrohliche Folgen hat, sollte hier ein Infektionsrisiko durch die Tiere dringend ausgeschlossen werden. Bei ansonsten gesunden Menschen geht eine Salmonellen-Erkrankungen häufig nach kurzer Zeit von alleine wieder vorüber, weshalb die Betroffenen oftmals nicht einmal einen Arzt aufsuchen. So würden oft erst die hartnäckigeren Erkrankungen von Mediziner genauer untersucht, berichten Brüssing und Prof. von Mühlendahl. (fp)

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Bild: Gila Hanssen / pixelio.de