Schimmel umgehend entfernen

Fabian Peters

Schimmel umgehend beseitigen, da ansonsten schwere Erkrankungen drohen

14.02.2012

Bei kalter Witterung bildet sich durch Kondenswasser an den Fenstern und Türen besonders schnell Schimmel. Dieser sollte sofort entfernt werden, da die Schimmelsporen ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen können. Außerdem könne nur durch eine umgehende Beseitigung des Schimmelbefalls eine weitere Ausbreitung verhindert werden, mahnen die Experten wie Rolf Buschmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Zudem sei auch aus Gesichtspunkten des Energieverbrauchs eine zeitnahe Entfernung des Schimmels anzuraten, da durch diesen sogenannte Kältebrücken entstehen können, die den Heizbedarf deutlich erhöhen.

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Schimmel so schnell wie möglich entfernen
Viele tendieren laut Aussage des Experten der Verbraucherzentrale dazu, den Schimmel erst bei besserem Wetter im Frühjahr zu entfernen, was jedoch grundsätzlich der falsche Ansatz sei. Die Betroffenen sollten die Schimmelbeseitigung „so schnell wie möglich erledigen, sonst wird das Problem ja nur größer“, betonte Rolf Buschmann gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“. Außerdem gehe mit dem Schimmel ein nicht zu unterschätzendes Gesundheitsrisiko einher und zudem bilden die befallene Dichtungen oder schimmligen Ecken im Raum meist eine Kältebrücke, die den Energieverbrauch deutlich steigen lässt, erläuterte der Fachmann. Allerdings kann hier der Zusammenhang auch genau umgekehrt ausfallen. Nämlich, dass sich an bestehenden Kältebrücken aufgrund des Temperaturgefälles vermehrt Kondenswasser sammelt und sich daher Schimmel bildet. In jedem Fall gilt es jedoch, die Kältebrücken umgehend zu entfernen.

Ratgeber „Feuchtigkeit und Schimmelbildung“
Für den richtigen Umgang mit Schimmelbefall in Wohnräumen hat die Verbraucherzentrale ihren Ratgeber „Feuchtigkeit und Schimmelbildung“ aktualisiert, in dem sämtliche erforderlichen Maßnahmen aufgelistet werden. So ist beispielsweise Schimmel auf Metall, Keramik, Glas oder lackiertem Holz laut Darstellung des Ratgebers relativ einfach mit einem gewöhnlichen Haushaltsreiniger zu entfernen. Chemische Spezialmittel seien hier in der Regel nicht erforderlich, zumal die hierin enthaltenen Chlorverbindungen ihrerseits die Gesundheit beeinträchtigen können, so die Darstellung der Verbraucherzentrale. Nachdem der Schimmel entfernt wurde, sollten die gereinigten Flächen mit einem 80-prozentigen Ethylalkohol abgerieben werden und anschließend gut durchtrocknen, so die Experten weiter. Bei Silikon als Dichtungsmaterial, sollten die befallenen Stellen ganz entfernt und neu abgedichtet werden, empfiehlt der Ratgeber „Feuchtigkeit und Schimmelbildung“.

Oberflächliche Behandlung des Schimmels reicht oft nicht aus
Während bei glatten, versiegelten Flächen wie Metall oder Keramik das Abwischen mit einem Haushalsreiniger durchaus ausreicht, wird die Schimmelentfernung auf anderem Untergrund oftmals zu einer regelrechten Herausforderung. So reicht laut Aussage von Rolf Buschmann zum Beispiel bei unbehandeltem Holz eine einfache Reinigung meist nicht aus. Hier bestehe das Problem in der Regel nicht nur oberflächlich, sondern der Schimmel ist ins Material eingezogen, erläuterte der Experte. Nachdem der oberflächliche Schimmelbefall entfernt wurde, sei daher dringend ein Fachmann hinzuzuziehen, der überprüft, ob sich auch in tieferen Schichten des Material Schimmel gebildet hat. Auch sollte der Experte die Ursachen des Schimmels ermitteln, um dessen Auftreten in Zukunft zu vermeiden.

Drohende Gesundheitsrisiken durch Schimmel
Die möglichen Gesundheitsrisiken durch Schimmel sind äußerst vielfältig und in keinen Fall zu unterschätzen. So werden in der Fachliteratur zum Beispiel Schimmel bedingte Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege, Bronchitis, Husten, Fieber, Atemnot, gereizte Augen mit entsprechender Augenrötung, Reizungen der Haut (Neurodermitis) und eine erhöhte Infektanfälligkeit genannt. Auch Asthma bei Kleinkindern könne durch den Schimmel ausgelöst werden, berichteten US-Forscher im vergangenen Jahr in der Fachzeitschrift „Annals of Allergy, Asthma & Immunology“. Des weiteren gelten Konzentrationsstörungen, chronische Müdigkeit und Erschöpfung als mögliche Folgen des Schimmels. Auch Muskelschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und zahlreiche weitere Allergien können durch den Schimmel hervorgerufen werden. Wird Schimmel in den Wohnräumen entdeckt, ist daher Eile geboten und dringend eine zeitnahe Entfernung vorzusehen. (fp)

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Bild: Mo Freiknecht / pixelio.de