Schimmelsporen mit Alkohol abtöten

Heilpraxisnet

Schimmelsporen durch 70- bis 80-Prozentigen Alkohol abtöten

02.03.2015

Schimmel ist in vielen Wohnungen ein Problem, wobei über die Wintermonate durch das seltenere Lüften eine verstärkte Ausbreitung der Pilzsporen droht. „Schimmelpilze entstehen in der Wohnung überall dort, wo es feucht ist, vor allem in Badezimmern oder in Zimmerecken, die an Außenwände grenzen. Schuld sind oft Kälte- beziehungsweise Wärmebrücken und falsches Lüften“, berichtet Kölner Heimwerkerschule DIY Academy.

Zunächst wird der Schimmel meist in Form sogenannter dunkler Stockflecken erkennbar. Hier können Reinigungs- beziehungsweise Desinfektionsmittel mit oder ohne Chlor laut Angaben der DIY Academy zur Beseitigung genutzt werden. Die Lösung werde auftragen und nach kurzer Einwirkungsdauer mit einem Schwamm und reichlich Wasser abgewaschen. Gegebenenfalls könne die Prozedur nach Bedarf wiederholt werden. Zum Abtöten der Sporen kann Ethylalkohol, ein 70- bis 80-prozentiger Alkohol aus der Apotheke, angewandt werden, berichtet die Nachrichtenagentur „dpa“ unter Berufung auf die Verbraucherzentrale Hamburg.

Belastetes Material entfernen
Mitunter ist die oberflächliche Behandlung des Schimmels allerdings nicht ausreichend und es bedarf einer Beseitigung des befallenen Materials. „Liegt das Problem tiefer, heißt es nur noch: alles entfernen“, so die Mitteilung der DIY Academy. Hierbei empfehle es sich, befallene Tapete vorher mit einer Folie abzukleben, um die Freisetzung und Verbreitung von Schimmelpilzbestandteilen möglichst gering zu halten. Aus dem gleichen Grund sollte laut Aussage der Experten auch belasteter Wandputz vor dem Abschlagen leicht angefeuchtet werden. Darüber hinaus sei während der Sanierung der Arbeitsschutz zu beachten. So sind Handschuhe, Sicherheitsbrille und Atemschutz unerlässlich. Auch empfiehlt die DIY Academy, während der Arbeit die Zimmertüren geschlossen zu halten und die Fenster weit zu öffnen. So können die Pilzsporen nach draußen entweichen und gelangen nicht in andere Wohnräume.

Tapete bietet Schimmelpilzen Nährstoffe
Der DIY Academy zufolge sollte auf problematischen Bereichen in der Wohnung generell „keine Tapeten angebracht werden, da sie Schimmelpilzen ungewollt Nährstoffe bieten.“ Hier biete sich als Alternative zu Raufasertapeten zum Beispiel ein rein mineralischer Dekorputz an. Zudem lasse sich durch einen vorherigen Anstrich mit einer Mineral-Grundierung sowie eine Schicht Kalkputz aufgrund ihres natürlichen Alkaligehalts ein Befall vermeiden. Bei den Dispersionsfarben sollte gegebenenfalls auf spezielle Feuchtraumfarbe mit Schimmelschutz zurückgegriffen werden. Grundsätzlich muss der Schimmel vor Aufbringung des neuen Wandbelags jedoch restlos entfernt werden, da ansonsten eine erneute Ausbreitung droht.

Schimmel durch richtiges Lüften vermeiden
Richtiges Lüften hat laut Aussage der Experten einen maßgebliche Einfluss auf die Schimmelbildung. Ideal sei das so genannte Querlüften, bei dem mehrmals täglich für drei bis fünf Minuten gegenüber liegende Fenster und Türen geöffnet werden. Des Weiteren sei eine ausreichende Beheizung der Räume wichtig, da warme Luft weitaus mehr Wasserdampf aufnehme als kühle Luft und daher beim Luftaustausch deutlich mehr Feuchtigkeit nach draußen transportiert werden kann. Möbel an Außenwänden sollten den Experten zufolge am besten mit einem Abstand von circa zehn Zentimetern aufgestellt werden, um eine ausreichende Luftzirkulation zu ermöglichen. Auch sei auf das Wäschetrocknen in der Wohnung möglichst zu verzichten.

Drohende Gesundheitsbeschwerden durch Schimmelpilze
Hat sich der Schimmel bereits verstärkt ausgebreitet, bedarf dies umfangreicher Sanierungsarbeiten, die laut Angaben der DIY Academy von einem Profi vorgenommen werden sollten. Heimwerker sollten nur Flächen selbst behandeln, die nicht größer als ein halber Quadratmeter sind, berichtet hierzu die „dpa“ unter Berufung auf die Verbraucherzentrale Hamburg. Die Fachleute sollten nicht nur die Sanierung übernehmen, sondern möglichst auch den Grund für die Schimmelbildung ermitteln. Keinesfalls darf der Schimmel auf die leichte Schulter genommen werden, denn dieser kann massive gesundheitliche Beeinträchtigungen bedingen. So hätten sich in den letzten 20 Jahren Erkrankungen infolge von Schimmelpilzen etwa verzehnfacht, berichtet die DIY Academy. Insbesondere Allergiker seien betroffen, wobei Beschwerden wie Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen und Asthma als mögliche gesundheitliche Folgen genannt werden. (fp)

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>Bild: Thorben Wengert / pixelio.de