Schlaffes Baby kann auf Meningitis hinweisen

Astrid Goldmayer

Schlaffes Baby: Bei Meningitis-Verdacht sofort zum Arzt

13.02.2012

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte rät Eltern sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn beim Baby ein Verdacht auf eine Meningokokken-Infektion besteht, da die Erkrankung einen dramatischen Verlauf nehmen kann. Der Kinderarzt Dr. Martin Terhardt erläutert typische Symptome einer Meningitis.

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Meningokokken-Infektionen können tödlich verlaufen
Bei Meningokokken handelt es sich um Bakterien, die Hirnhautentzündungen (Meningitis) und Blutvergiftungen zur Folge haben können. „Vielen Eltern ist bekannt, dass bei einer Meningokokken-Meningitis und -Sepsis häufig kleine stecknadelgroße dunkelrote, blaue oder auch bräunliche Flecken auf der Haut auftreten. Es ist jedoch falsch anzunehmen, dass diese sich in jedem Fall entwickeln“, erklärt Martin Terhardt vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.

Jährlich erkranken rund 400 Menschen in Deutschland an einer Meningokokken-Infektion. Etwa 10 Prozent der Betroffenen sterben daran, 10 bis 20 Prozent erleiden dauerhafte Behinderungen, so der Verband. Zu den besonders gefährdeten Altersgruppen gehören Kinder unter fünf Jahren sowie Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren.

„Babys mit Fieber, die schlaff wirken und wenig oder gar nicht auf Reize reagieren, nicht berührt werden wollen, schnell atmen und jammernde Geräusche von sich geben, deren Fontanellen sich vorwölben, müssen rasch untersucht und behandelt werden. Denn eine Meningokokken-Erkrankung kann schon innerhalb von wenigen Stunden einen dramatischen Verlauf nehmen. Wird der Arzt nicht rechtzeitig aufgesucht, kann es oft zu spät sein. Deshalb sind Meningokokken-Infektionen so gefürchtet“, erklärt Terhardt.

Ständige Impfkommission rät zur Impfung gegen Meningokokken
Besonders in der kalten Jahreszeit ist die Ansteckung durch Tröpfcheninfektion hoch. Da die Einhaltung der üblichen Hygieneregeln nicht ausreicht, um eine Infizierung auszuschließen, rät die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) Eltern von Kindern im zweiten Lebensjahr seit 2006 zur Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C. Dies sei die Meningokokken-Art, die sehr gefährlich und in Deutschland verbreitet sei. Eltern, deren Kinder schon älter aber nicht geimpft sind, rät die STIKO zur nachträglichen Impfung. Bis zum 17. Lebensjahr würden die Impfkosten von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden. „Eltern sollten die Meningokokken-Impfung bei ihren noch nicht geimpften Schulkindern am besten gleich nachholen, denn für Teenager ist das Ansteckungsrisiko dann wieder besonders groß“, erläutert Terhardt, Mitglied bei der STIKO.

Impf-Gegner weisen auf Impf-Risiko hin
Dass Impfungen grundsätzlich auch Risiken bergen, ist allgemein bekannt. Verunsicherte Eltern sollten den Nutzen einer Impfung gegen das Risiko abwägen. Ein ausführliches Gespräch mit dem Kinderarzt ist daher unumgänglich. Für Impf-Gegner ist die deutlich erhöhte Anzahl von Fällen des plötzlichen Kindstodes nach einer Impfung Beweis genug für die schweren gesundheitlichen Konsequenzen, die Schutzimpfungen auf Kleinkindern haben können. Pharmahersteller und staatlichen Institutionen schließen einen Zusammenhang zwischen den Todesfällen und Schutzimpfungen in den meisten Fällen aus. (ag)

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Bild: Sabrina Gonstalla / pixelio.de