Schlafforschung: Schon nach einer Woche zu wenig Schlaf steigt das Herzkrankheit-Risiko

Forcher haben festgestellt, dass bereits eine Woche zu wenig Schlaf bewirkt, dass die körpereigene Immunabwehr und der Stoffwechsel sich verschlechtern. Dadurch steigt das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. (Bild: Gina Sanders/fotolia.com)
Alexander Stindt
Wenn Sie eine Woche lang zu wenig schlafen, gefährden Sie Ihrer Gesundheit
Jeder dürfte das Problem kennen: Wenn Sie zu wenig schlafen fällt es Ihnen schwer, sich zu konzentrieren und Sie fühlen sich schlapp und antriebslos. Mediziner stellten jetzt fest, dass die Auswirkungen von wenig Schlaf noch weitaus schwerwiegender sind. Wenn Menschen zu wenig schlafen, vergrößert sich die Wahrscheinlichkeit, dass sie verschiedene ersthafte Erkrankungen entwickeln.

Schlafen Sie jede Nacht genug oder sind Ihre Nächte meist viel zu kurz? Wissenschaftler von der University of Helsinki fanden jetzt bei einer Untersuchung heraus, dass Menschen ihre Gesundheit gefährden, wenn Sie zu wenig schlafen. Eine Woche zu wenig Schlaf kann bereits ausreichen. Durch den fehlenden Schlaf steigt das Risiko für einige Erkrankungen, erklärten die finnischen Mediziner in einer Pressemeldung.

Forcher haben festgestellt, dass bereits eine Woche zu wenig Schlaf bewirkt, dass die körpereigene Immunabwehr und der Stoffwechsel sich verschlechtern. Dadurch steigt das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. (Bild: Gina Sanders/fotolia.com)
Forcher haben festgestellt, dass bereits eine Woche zu wenig Schlaf bewirkt, dass die körpereigene Immunabwehr und der Stoffwechsel sich verschlechtern. Dadurch steigt das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. (Bild: Gina Sanders/fotolia.com)

Schlafmangel betrifft Immunsystem, Appetit und andere Faktoren den Gesundheit
Ältere Studie hatten bereits gezeigt, dass Schlafmangel einen starken Einfluss auf die menschliche Gesundheit hat. Die Auswirkungen betreffen unser Immunsystem, Entzündungen, den Kohlenhydrat-Stoffwechsel und die Hormone, die unseren Appetit regulieren, erläuterten die finnischen Forscher. Die neue Untersuchung ergab jetzt aber erstmalig, dass auch der Cholesterin-Stoffwechsel beeinflusst wird. Die aktuelle Studie untersuchte die Auswirkungen von kumulativem Schlafentzug auf den Cholesterin-Stoffwechsel, sagen die Experten. Außerdem analysierten die Mediziner den Bezug zu der Genexpression und dem Lipoproteinspiegel in unserem Blut. Wir haben untersucht, welche Auswirkungen Schlafmangel auf die Funktionen des Körpers verursacht und welche dieser Veränderungen teilweise die erhöhte Wahrscheinlichkeit hervorrufen, durch die dann Krankheiten entstehen können, sagt Vilma Aho von der University of Helsinki.

Wissenschaftler analysieren die Ergebnisse von drei älteren Studien
Die Studie fand auch heraus, dass bestimmte Gene, die den Transport von Cholesterin regulieren, weniger aktiv sind, wenn Menschen an Schlafmangel leiden. Dieser Umstand konnte sowohl in Labortests festgestellt werden, als auch bei einer grüßen finnischen Bevölkerungsstudie, sagen die Autoren. Bei ihrer Untersuchung analysierten die Forscher die Daten aus drei älteren Studien, die sich mit den Auswirkungen von Schlafentzug beschäftigten. Ein Experiment in Zusammenarbeit mit dem Finnish Institute of Occupational Health simulierte unter streng kontrollierten Laborbedingungen eine komplette Arbeitswoche mit eingeschränktem Schlaf, fügen die Mediziner hinzu.

Wenn Menschen unter Schlafentzug leiden, haben sie weniger High-Density-Lipoproteine
Die Forscher verwendeten auch die Daten aus der sogenannten Dietary, Lifestyle and Genetic determinants of Obesity and Metabolic syndrome (DILGOM) Studie. Bei dieser handelt es sich um eine Untergruppe der nationalen FINRISK Bevölkerungsstudie, erklären die Experten. Außerdem nutzten die Mediziner noch die Daten aus einer Studie, die das kardiovaskuläre Risiko bei jungen Finnen feststellen sollte. Die aktuelle Untersuchung verwendete Daten aus dem Jahr 2007, in dem alle Teilnehmer in einem Alter zwischen 30 Jahren und 45 Jahren waren, sagen die Forscher. Dabei stellten die Autoren fest, dass Menschen die unter Schlafverlust leiden, weniger High-Density-Lipoproteine (HDL) besaßen. Diese werden normalerweise als gute Cholesterin-Transport-Proteine angesehen, fügen die Mediziner hinzu.

Durch eine Woche Schlafentzug werden körpereigene Immunabwehr und Stoffwechsel schlechter
Die neuen Ergebnisse helfen, ein höheres Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen zu erklären, wenn Menschen generell zu wenig schlafen und oft übermüdet sind, sagen die Wissenschaftler. Es ist jetzt einfacher, die Mechanismen zu verstehen, die hinter der erhöhten Wahrscheinlichkeit für solche Erkrankungen stehen, erklären die Forscher. Diese Faktoren können zum Ausbruch von Atherosklerose beitragen. Dadurch entstehen entzündliche Reaktionen und Veränderungen unseres Cholesterin-Stoffwechsels, erläutert Aho. Menschen sollten besser aufgeklärt werden, welche gesundheitliche Bedeutung ausreichender Schlaf für uns haben kann, raten die Experten. Im Zusammenspiel mit einer gesunden Ernährung und ausreichender Bewegung, könnten später auftretende Krankheiten verhindert werden. Bereits eine Woche zu wenig Schlaf bewirkt, dass sich die körpereigene Immunabwehr und der Stoffwechsel ändern, fügt Aho hinzu. (as)

Advertising