Schlafforschung: Unerledigtes führt in der Nacht zu Schlafstörungen

Unerledigte Aufgaben können zu Schlafproblemen führen. Experten empfehlen einen Plan, in dem festgelegt wird, wie und wo die ausstehende Arbeit erledigt werden sollen. (Bild: stockpics/fotolia.com)
Alfred Domke
Unerledigtes kann zu Schlafproblemen führen
„Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.“ Dieses alte Sprichwort zu befolgen macht offenbar auch Sinn, wenn man für einen besseren Schlaf sorgen will. Deutsche Forscher haben herausgefunden, dass unerledigte Aufgaben zu Schlafproblemen führen können.

Unerledigte Aufgaben können zu Schlafproblemen führen
Dass Arbeitsstress dem Schlaf schadet, ist schon länger bekannt. Doch auch unerledigte Aufgaben können die Nachtruhe stören. Das zeigt eine neue Studie von Forschern der Universität Trier sowie der Fernuniversität Hagen, die nun im Fachmagazin „Journal of Occupational Health Psychology“ veröffentlicht wurde. Im Rahmen der Untersuchung wurden die Teilnehmer über einen Zeitraum von drei Monaten per Online-Fragebogen zu Arbeitsstress und Schlafqualität befragt.

Unerledigte Aufgaben können zu Schlafproblemen führen. Experten empfehlen einen Plan, in dem festgelegt wird, wie und wo die ausstehende Arbeit erledigt werden soll. (Bild: stockpics/fotolia.com)
Unerledigte Aufgaben können zu Schlafproblemen führen. Experten empfehlen einen Plan, in dem festgelegt wird, wie und wo die ausstehende Arbeit erledigt werden soll. (Bild: stockpics/fotolia.com)

Gedanklich besser loslassen
Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, zeigten die Experten in der Studie mit 59 Beschäftigten, dass das Grübeln über unerledigte Aufgaben womöglich auch am Wochenende zu Schlafproblemen führen kann. Wer also am Freitagnachmittag noch zu machende Arbeit hat, sollte diese aktiv angehen. Die Arbeits- und Organisationspsychologin Christine Syrek von der Universität Trier erläuterte laut dpa, dass man sich vor dem Wochenende noch einen spezifischen Plan machen könne, wie und wo die ausstehenden Aufgaben erledigt werden sollen. „Es zeigt sich, dass dieser konkrete Plan die Unsicherheit und Unzufriedenheit mit dem Unerledigten deutlich reduziert“, so die Expertin. Der Arbeitnehmer könne dann gedanklich besser loslassen.

Aufgaben kreativ und problemlösend angehen
Wie es heißt, konnten die Probanden, die die Aufgaben kreativ und problemlösend angingen, teils sogar ein bisschen davon profitieren. Syrek zufolge gelinge das Abschalten umso besser, je konkreter ein Plan für das Abarbeiten einer Aufgabe ist. In anderen Studien seien die positiven Effekte eines Grübelbuches am Bett gezeigt worden, in das spontane Ideen und Gedanken eingetragen werden.„Mit dem Bewusstsein, dass der wichtige Einfall nicht verloren geht, gelingt das Ein- oder Weiterschlafen dann besser“, sagte die Psychologin.

Aufschieberitis führt zu gesundheitlichen Problemen
Dass häufiges Aufschieben von zahlreichen Aufgaben gesundheitliche Probleme wie Stress, Depressionen, Angst, Einsamkeit und Erschöpfung zur Folge haben kann, haben auch schon frühere Studien gezeigt. Außerdem berichtete die Universitätsmedizin Mainz vor wenigen Monaten über eine Untersuchung derzufolge Menschen, die wichtige Tätigkeiten häufig aufschoben, häufiger ein Single-Dasein lebten, vermehrt von Arbeitslosigkeit betroffen waren, über ein geringes Einkommen verfügten und insbesondere unter männlichen Schülern oder Studierenden zu finden waren. (ad)

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