Schlafmohn-Samen: Anbau darf nur mit Genehmigung stattfinden

Sebastian
Schlafmohnsamen dürfen nur mit Genehmigung angepflanzt werden

Schlafmohn (Papaver somniferum) trägt wunderschöne Blüten. Dennoch ist der Anbau der Pflanze in Deutschland stark reglementiert. Denn neben seiner Blütenpracht ist Schlafmohn vor allem für Alkaloide bekannt, zu denen unter anderem Morphin zählt. Durch chemische Derivatisierung des Stoffs entsteht Heroin. Deshalb dürfen selbst Hobbygärtner Schlafmohn-Samen nur mit Genehmigung der Bundesopiumstelle anpflanzen, wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte informiert.

Anbau von Schlafmohn ist nur für bestimmte Sorten zulässig
Die Samen des Schlafmohns sind im Onlinversand erhältlich. Um einen missbräuchlichen Anbau der Pflanze zu verhindern, benötigen sowohl Gewerbetreibende als auch Hobbygärtner eine offizielle Erlaubnis. Denn Schlafmohn bildet die Basis zur Herstellung von Heroin.

Die Bundesopiumstelle erteilt generell nur für morphinarme Arten des Schlafmohns Genehmigungen zum Anbau. So sind die Sommermohnsorte „Mieszko“ und die Wintermohnsorte „Zeno Morphex“ mit einem Morphingehalt von unter 0,02 Prozent erlaubt. Die Anbaufläche darf trotz Genehmigung, die auf zwei Jahre befristet ist, bei Privatpersonen zehn Quadratmeter nicht überschreiten.

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Schlafmohn-Samen eignen sich zum Verzehr
Die Samen des Schlafmohns fallen nicht unter das Betäubungsmittelgesetz und dürfen legal vertrieben werden. Sie werden beispielsweise in süßen Lebensmitteln verarbeitet, wie etwa in Mohnkuchen, Mohnbrötchen oder Germknödeln. Das Morphin, das zur Herstellung von Heroin verwendet wird, befindet sich nur im Milchsaft der Pflanze.

Andere Mohnarten wie der Staudenmohn (Papaver orientale) dürfen ganz legal auch ohne Genehmigung angebaut werden. Für Hobbygärtner möglicherweise die bessere Wahl, da der Aufwand wesentlich geringer ist. (ag)

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Bild: TiM Caspary  / pixelio.de