Schlafprobleme: Frauen schlafen generell schlechter als Männer

Insbesondere alleinerziehende Mütter haben tagsüber oftals mit den Folgen des nächtlichen Schlafentzugs zu kämpfen. (Bild:  Jeanette Dietl/fotolia.com)
Fabian Peters
Studie stellte fest: Frauen schlafen generell schlechter als Männer
Gehören Sie auch zu den Menschen, die manchmal am Morgen übermüdet aufwachen, weil Sie die halbe Nacht nicht richtig schlafen konnten? Dann sollten Sie wissen, wie sich alleinerziehende Müttern fühlen. Diese sind laut einer amerikanischen Umfrage, die Personengruppe mit dem wenigsten Schlaf beziehungsweise dem größten Schlafmangel.

Amerikanische Wissenschaftler versuchten jetzt herauszufinden, welche Art von Menschen die größten Schlafprobleme haben. Das Ergebnis war nicht wirklich überraschend. Alleinerziehende hatten generell die geringste Zeit, um zu schlafen und litten somit oft unter Übermüdung. Vor allem alleinerziehende Mütter seien die Personen mit dem wenigsten und meist qualitativ schlechtesten Schlaf gewesen, erläuterten die Experten der US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention).

Insbesondere alleinerziehende Mütter haben tagsüber oftals mit den Folgen des nächtlichen Schlafentzugs zu kämpfen. (Bild: Jeanette Dietl/fotolia.com)
Insbesondere alleinerziehende Mütter haben tagsüber oftals mit den Folgen des nächtlichen Schlafentzugs zu kämpfen. (Bild: Jeanette Dietl/fotolia.com)

Viele Alleinerziehende schlafen weniger als sieben Stunden pro Nacht
Fast jede Familie mit kleinen Kindern kennt das Problem: Meist wacht der Nachwuchs mehrfach in der Nacht auf und an einen erholsamen Schlaf ist nicht wirklich zu denken. Noch schwieriger wird diese Situation, wenn sie zu den Menschen gehören, die Alleinerziehend sind. So stellte die CDC fest, dass etwa 44 Prozent der alleinerziehenden Mütter mit Kindern unter 18 Jahren fast jede Nacht zu wenig schliefen. Bei alleinerziehenden Vätern liege der Wert bei ungefähr 38 Prozent, sagten die Mediziner. Beide Gruppen erreichten nicht die empfohlene Schlafzeit von sieben Stunden pro Nacht. Bei alleinerziehenden Eltern konnte zusätzlich auch eine schlechtere Qualität des Schlafes festgestellt werden. Viele der Betroffenen klagten über Schlaflosigkeit und berichteten, dass sie öfter Schlafmittel verwenden. Im Vergleich dazu würden nur etwa 33 Prozent der Eltern mit Partner weniger als sieben Stunden schlafen, erläuterten die Experten der CDC.

Schlaf-Beschwerden können Folgeerkrankungen wie Diabetes und Depressionen auslösen
Es sei sehr wichtig, in der Nacht ausreichend zu schlafen, denn Studien zeigen klar, dass übermüdete Menschen ein höheres Risiko zur Entstehung von Diabetes, Herzkrankheiten und Depressionen aufweisen, erklären die Forscher. Zudem gäbe es noch andere Untersuchungen, die Schlafentzug mit einem erhöhten Krebsrisiko assoziieren. Außerdem seien Personen mit wenig Schlaf öfter an Unfällen am Arbeitsplatz oder an Autounfällen beteiligt, fügten die Forscher hinzu. Es sei nicht wirklich verwunderlich, dass Alleinerziehende oben auf der Schlafentzugsliste stehen, in Familien mit nur einem Elternteil seien die Anforderungen an dieses Elternteil deutlich größer, erläuterte Dr. Stuart Quan vom „Brigham and Women’s Hospital“.

Im Allgemeinen würden Menschen dazu neigen, ihren Schlaf zu vernachlässigen, wenn sie konkurrierende Prioritäten, wie beispielsweise ihre Arbeit oder familiäre Verpflichtungen haben. Die Forscher untersuchten für ihre Studie die Daten einer jährlichen Umfrage von etwa 44.000 Männern und Frauen.

Frauen entwickeln qualitative Schlafunterschiede schon im frühen Alter
Die Mediziner konnten feststellen, dass Frauen generell eher Schlafprobleme entwickelten als Männer. Egal ob die Frauen alleinerziehend waren, mit ihrem Partner zusammenlebten oder aus einem Haushalt kamen, in dem es gar keine Kinder gab – Frauen schliefen immer schlechter als Männer. 57 Prozent der alleinerziehenden Frauen gaben an, nicht gut zu schlafen. Bei Frauen mit einem Partner lag der Wert bei 46 Prozent und 39 Prozent der Frauen ohne Kinder klagten ebenfalls über schlechte Nachtruhe. In nahezu allen epidemiologischen Studien zum Thema Schlaf würden Frauen eher dazu neigen, Schlaf-Beschwerden zu entwickeln als Männer, erklärte Dr. Quan. Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Qualität des Schlafes seien schon in einem sehr frühen Alter zu erkennen, fügte der Mediziner hinzu. (as)

Advertising