Schlafqualität und nicht die Schlafdauer entscheidend für die Leistungsfähigkeit

Fabian Peters

Schlafdauer mit weniger Einfluss als die Schlafqualität

Schlafstörungen können weitreichende Folgen haben, wobei ein Schlafdefizit von den meisten Menschen in unmittelbaren Zusammenhang mit Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit gebracht wird. Doch ist offenbar die Schlafqualität weit entscheidender als die reine Schlafdauer. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler der Jacobs University Bremen in einer aktuellen Studie.


„Um tagsüber fit und leistungsfähig zu sein, spielen eine gesunde, fettarme Ernährung sowie ungestörter Schlaf eine wichtige Rolle“, erläutern die Experten. Von geringerer Bedeutung sei jedoch die Dauer des Schlafes, betonen Prof. Dr. Sonia Lippke und Kollegen von der Jacobs University Bremen. Auch bei langen Schlafzeiten kann demnach die Leistungsfähigkeit beeinträchtigt sein, wenn die Schlafqualität unzureichend ist. Ihre Studienergebnisse haben die Forscher in dem Fachmagazin „Health Behavior & Policy Review“ veröffentlicht.

Eine gute Schlafqualität hat stärkeren Einfluss auf die Leistungsfähigkeit als die Schlafdauer. (Bild: fizkes/fotolia.com)

Wechselbeziehungen untersucht

Die Forschungsgruppe um die Professorin für Gesundheitspsychologie, Dr. Sonia Lippke, hat in der aktuellen Studie die „Wechselbeziehungen zwischen Lebensqualität und Wohlbefinden einerseits und Schlaf und Ernährung andererseits untersucht.“ Dabei habe sich die Untersuchung konkret auf zwei Aspekten konzentriert: Den Fettgehalt der Nahrung sowie die Dauer und Qualität des Schlafes, berichten die Wissenschaftler. Insgesamt wurden für die Studie 126 Erwachsene befragt, die älter als 50 Jahre waren.

Beeinträchtigter Schlaf mit weitreichenden Folgen

Da Schlafstörungen und Schlafmangel als Risikofaktoren für eine Reihe von chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Probleme oder Diabetes gelten, ist der Schlaf zuletzt zunehmend in den Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen gerückt. Bislang war allerdings wenig bekannt über die Zusammenhänge zwischen Schlaf und verschiedenen Lebensstilfaktoren wie etwa der Ernährung, berichten Prof. Lippke und Kollegen. In der aktuellen Studie haben sich die Forscher daher den wechselseitigen Einflüssen in diesem Bereich gewidmet.

Positiver Einfluss einer guten Schlafqualität

Auffällig war laut Mitteilung der Jacobs University Bremen vor allem der positive Einfluss von fettreduzierter Ernährung und einem ungestörten (als qualitativ gut empfundenen) Schlaf auf die Leistungsfähigkeit tagsüber. Waren diese beiden Aspekte gegeben, schien die Dauer des Schlafes hingegen von untergeordneter Bedeutung, so die Mitteilung der Universität. „Sieben bis acht Stunden Schlaf gelten als ausreichend, aber es kommt insbesondere darauf an, dass diese erholsam sind“, betonen Prof. Lippke und Kollegen. (fp)