Schlapp und müde aufgrund saisonaler Depression

Heilpraxisnet

Winterdepression: Heißhungerattacken und Müdigkeit

16.01.2015

Grauer Himmel, Nieselregen, Schauer und Schneematsch: Im Winter genügt häufig bereits der Blick aus dem Fenster, um schlechte Laune zu bekommen. Manche Menschen entwickelt in der lichtarmen Jahres eine saisonale Depression beziehunsgweise eine sogenannte Winterdepression, die abhängig von der Jahreszeit auftritt und sich durch Symptome wie Energielosigkeit, Müdigkeit, eine verlängerte Schlafdauer und Heißhungerattacken auf kohlehydratreiche Kost bemerkbar macht. Linderung können unter anderem eine Lichttherapie und Spaziergänge im Freien verschaffen.

Bei Winterdepression treten auch atypische Symptome auf
Die Winterdepression (Seasonal Affective Disorder, SAD) ist keineswegs ein Mythos, sondern vielmehr eine anerkannte Erkrankung, die in der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10) den sogenannten „rezidivierenden depressiven Störungen“ zugeordnet ist. Betroffene leiden häufig neben den typischen Symptomen einer Depression auch an atypischen Beschwerden wie Kopfschmerzen, eine Verlängerung der Schlafdauer, Heißhungerattacken auf Süßes, Verdauungsstörungen und Gewichtszunahme, berichtet Christa Roth-Sackenheim vom Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP) gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“. Auch Angstzustände und Niedergeschlagenheit können bei einer SAD auftreten. Zudem folgt der Verlauf der depressiven Phasen einem jahreszeitlich bedingtem Muster: Im Winter sind die Beschwerden da, während sie im Frühling wieder abklingen. Tritt dieses Muster über mindestens zwei Jahre auf, kann die Diagnose SAD gestellt werden, sofern keine anderen depressiven Episoden auftreten. Zum Vergleich: Eine nicht saisonal bedingte Depression kann zu jeder Zeit auftreten und ist meist durch Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme und eine verkürzte Schlafdauer durch Schlafstörungen gekennzeichnet.

Mit Lichttherapie und Spaziergängen im Freien Winterdepression lindern
Wer an einer Winterdepression leidet, sollte eine Lichttherapie in Erwägung ziehen. Dabei setzt sich der Betroffene täglich nach dem Aufstehen etwa 30 Minuten vor eine spezielle 10.000 Lux-Lampe. Alle 90 Sekunden muss der Patient in einem Abstand von einem Meter für etwa drei Sekunden ins Licht blicken. Dem BVDP zufolge werden dadurch über die Netzhaut aktivierende Impulse an das Gehirn weitergeleitet. Die Therapie hat kaum Nebenwirkungen. Es können jedoch trockene Augen und Kopfschmerzen auftreten. Um den Tag-Nacht-Rhythmus nicht zu verschieben, sollte die Lichttherapie nicht abends durchgeführt werden.

Darüber hinaus können Spaziergänge im Freien helfen. Viele Heilpraktiker raten zudem, sich gezielt Sinnesreizen in der lichtarmen Jahreszeit auszusetzen. Das können unter anderem bunte Badezusätze sein, die beispielsweise in Bioläden erhältlich sind und das psychische und körperliche Wohlbefinden positiv beeinflussen. Aroma-Öle für das Badewasser, die Duftlampe oder als Körperöl können ebenfalls eine Stimmungsaufhellung bewirken. Lavendel gilt als beruhigend und ausgleichend. Bergamotte, Geranium, Patchouli, Eisenkraut, Palmerosa, Neroli, Rosenholz, Orange und Zitrone sollen zudem Melancholie, Niedergeschlagenheit und Antriebsschwäche bei einer Winterdepression vertreiben. (ag)

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