Schlechte Mundgesundheit erhöht Krebsrisiko

Alfred Domke

Schlechte Mundgesundheit erhöht Krebsrisiko

05.04.2014

Das Risiko für Krebs der oberen Luft- und Speisewege wird durch Rauchen, Alkohol und schlechte Mundhygiene erhöht. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie, die kürzlich veröffentlicht wurde. Möglicherweise erhöht auch Mundwasser die Gefahr.

Schlechte Mundgesundheit und unregelmäßige Zahnarztbesuche
Wie eine Untersuchung an Patienten mit Krebs der oberen Luft-und Speisewege gezeigt hat, spielen eine schlechte Mundgesundheit und unregelmäßige Zahnarztbesuche eine Rolle bei der Krebsentstehung. Es gebe zudem Hinweise darauf, dass der exzessive Gebrauch von Mundwasser möglicherweise eine weitere Ursache für diese bestimmten Krebsformen sei könne. Zu diesem Ergebnis kommt eine europaweite Verbundstudie, die kürzlich im Fachblatt „Oral Oncology“ veröffentlicht wurde. Die beteiligten Wissenschaftler identifizierten dabei neue Risikofaktoren für Krebs der oberen Luft- und Speisewege. Insgesamt umfasste die Studie Daten von 1.962 Patienten mit Mundhöhlen- und Kehlkopfkrebs sowie weiteren 1.993 gesunden Vergleichspersonen aus 13 Zentren in neun Ländern.

Rauchen und Alkohol schon seit langem als Risikofaktoren bekannt
Schon seit längerem gilt als erwiesen, dass Rauchen und Alkoholkonsum, insbesondere in Kombination, die Entstehung von Mundhöhlen- und Kehlkopfkrebs verursacht. Ein niedriger sozioökonomischer Status gilt ebenso als Risikofaktor für die Krebsentstehung. Dank der methodischen Vorgehensweise und der großen Teilnehmerzahl sei es nun gelungen, den Einfluss der einzelnen Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum und niedrigem sozioökonomischen Status voneinander zu trennen. Auch wenn mehrere Risikofaktoren in Kombination natürlich die Wahrscheinlichkeit für die Krebsentstehung erhöhen, fanden die Forscher trotzdem heraus, dass schlechte Mundgesundheit und unregelmäßige Zahnpflege als unabhängige Einflussfaktoren zu betrachten sind. Faktoren wie häufiges Zahnfleischbluten und das Tragen von Zahnersatz wurden in der Studie als Anzeichen für schlechte Mundgesundheit angesehen.

Auch mit Prothesen regelmäßig zum Zahnarzt
„Menschen, die Prothesen tragen und keine eigenen Zähne mehr haben, sollten nicht glauben, Zahnarztbesuche seien überflüssig“, so David Conway, Dozent an der Zahnklinik der Universität Glasgow und Mitautor der Studie, laut dem österreichischen „Der Standard“. „Im Gegenteil, wer eine Prothese trägt sollte trotzdem regelmäßig zur zahnärztlichen Kontrolle gehen“, erläuterte der Wissenschaftler weiter. Festgelegt werden sollte die Häufigkeit der Zahnarztbesuche vom Dentisten. Bei Patienten mit niedrigem Risiko reiche einmal im Jahr, bei höherem Risiko kann hingegen ein halbjährlicher Besuch notwendig werden.

Exzessiver Mundwasser-Gebrauch erhöht Krebsrisiko
Die Studie habe außerdem gezeigt, dass exzessiver Gebrauch von alkoholhaltigem Mundwasser – öfters als dreimal täglich – mit einem erhöhten Risiko für Mundhöhlen- und Kehlkopfkrebs verbunden war. „Die ursächliche Rolle von Mundspülung bei der Krebsentstehung muss noch weiter untersucht werden“, meinte der Bremer Professor Wolfgang Ahrens. Ob eine bestimmte Sorte von Mundwasser für die Risikoerhöhung verantwortlich ist,sei allerdings nicht ermittelt worden. Der Mitautor der Studie Conway, rät dazu, Mundwasser nicht täglich zu benutzen. Am wichtigsten seien das regelmäßige Zähneputzen sowie die Verwendung von Zahnseide in Kombination mit regelmäßigen Zahnarztbesuchen. (ad)

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Bild: Gerd Altmann, pixelio.de