Schlechte Schlafgesundheit: Wie die Digitalisierung den Schlaf stört

Alfred Domke

Elektronische Geräte im Schlafzimmer: Digitalisierung stört erholsamen Schlaf

Schlafmangel gefährdet die Gesundheit. Wer nachts nicht ausreichend zur Ruhe kommt, hat laut Studien unter anderem ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wie eine aktuelle Umfrage nun zeigt, tragen elektronische Geräte wie Smartphones wesentlich dazu bei, dass viele Menschen keinen erholsamen Schlaf finden.


Negative Auswirkungen der Digitalisierung

Schon vor Jahren zeigte sich in einer Studie, dass die zunehmende Digitalisierung eine Belastung für das Familienleben und die Gesundheit mit sich bringt. Auch in anderen Untersuchungen bestätigten sich die negativen Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesundheit. Erholsamer Schlaf wird dadurch ebenfalls gestört. Denn wie eine aktuelle Umfrage zeigt, sorgen elektronische Geräte wie Smartphones oder Tablets im Schlafzimmer dafür, dass Millionen Bürger nachts nicht ausreichend zur Ruhe kommen.

Elektronische Geräte wie Smartphones rauben Millionen Bundesbürgern regelmäßig den Schlaf. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage zur Schlafgesundheit. (Bild: Ana Blazic Pavlovic/fotolia.com)

Smartphones und Co rauben Millionen Bürgern den Schlaf

Die Barmer Krankenkasse hat durch das Meinungsforschungsinstitut Ipsos Observer anlässlich des Tages des Schlafes (21. Juni) eine Befragung durchführen lassen, die zeigt, dass Smartphone oder Tablet im Schlafzimmer Millionen Menschen in Deutschland regelmäßig den Schlaf rauben.

Wie die Krankenkasse in einer Mitteilung berichtet, bleiben 33 Prozent von denen, die elektronische Geräte permanent im Schlafzimmer haben, häufig oder immer länger auf als beabsichtigt.

Von denen, die ohne Elektronik im Schlafzimmer auskommen, sind dies lediglich 15 Prozent. 36 Prozent der Bevölkerung beklagen zudem Einschlafprobleme.

Guter Schlaf ist eine Voraussetzung für körperliche und seelische Gesundheit

„Die Digitalisierung bietet im Alltag enorme Chancen und Potenziale. Unsere Befragung zur Schlafgesundheit in Deutschland zeigt aber auch, dass es sinnvoll ist, nicht permanent online zu sein“, so Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer.

Dies sei allein schon deshalb wichtig, da ausreichender guter Schlaf Voraussetzung für körperliche und seelische Gesundheit sei. 38 Prozent der Befragten schlafen jedoch in einer typischen Arbeitswoche nur sechs Stunden und weniger.

Die Erhebung, für die bundesweit 4.000 Menschen online befragt wurden, zeigt aber auch, dass 18 Prozent mit ihrem Schlaf voll und ganz zufrieden sind.

Der erste Blick gilt dem Handy

Den Ergebnissen zufolge begleiten elektronische Kommunikationsmittel die Deutschen von der ersten Minute des Tages an. So werden 30 Prozent der Befragten noch im Bett medial aktiv, 28 Prozent tun dies beim Frühstück, weitere 19 Prozent kurz vor Verlassen der Wohnung.

Mit 65 Prozent wird das Smartphone als Medium noch vor dem Aufstehen am häufigsten genutzt. Radio und Fernseher kommen auf nur zehn beziehungsweise neun Prozent.

Direkt vor dem Schlafen liegt der Fernseher dagegen mit 36 Prozent Nutzung noch vor dem Smartphone, dessen sich im Bett nur 29 Prozent der Deutschen bedienen.

„Diese Nutzungsgewohnheiten elektronischer Medien im Schlafzimmer verwundern nicht angesichts der Tatsache, dass jeweils knapp 40 Prozent der Befragten dort Smartphones und Fernseher häufig oder dauerhaft haben“, so Straub.

„Auch bei PC und Laptop sind dies immerhin noch 21 Prozent.“ Eine vergleichsweise untergeordnete Rolle spielten dagegen Tablets und E-Book-Reader.

Immerhin 39 Prozent der Befragten gaben an, zumindest tendenziell bewusst auf elektronische Geräte im Schlafzimmer zu verzichten.

Stress und private Sorgen stören ebenfalls den gesunden Schlaf

Zudem deckt die Befragung auf, dass neben der Digitalisierung auch private Sorgen und Stress Hindernisse für einen gesunden Schlaf sind. 39 Prozent der Befragten gaben dies als Ursache für eine Störung ihres Schlafes an.

Gesundheitliche Probleme sind mit 34 Prozent zweitwichtigste Störfaktoren, gefolgt von beruflichen Problemen (33 Prozent).

Die meisten von Schlafstörungen Betroffenen (26 Prozent) leiden an Ein- und Durchschlafstörungen. Knapp die Hälfte von ihnen (45 Prozent) waren damit beim Arzt, und in sechs von zehn Fällen bestätigte die Diagnose eine Schlafstörung. (ad)