Weniger Sicht durch lange getragene Tageslinsen

Astrid Goldmayer

Beim Tragen von Tageslinsen sollte einiges beachtet werden

13.02.2014

Kontaktlinsen sind im Auge kaum erkennbar und nach einer Eingewöhnungszeit meist auch nicht mehr spürbar. Das hat viele Vorteile, kann aber auch nachteilig sein, wenn die Linsen aus Versehen zu lange im Auge verbleiben. Das ist vor allem bei Tageslinsen problematisch, weil eine überschrittene Tragedauer das Sehvermögen beeinträchtigen und Entzündungen auslösen kann. Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) informiert, was beim Tageslinsen beachtet werden sollte.

Überlanges Tragen von Tageslinsen begünstigt Infektionen der Hornhaut
Tageskontaktlinsen sollten keinesfalls länger im Auge bleiben als der Hersteller empfiehlt. „Überlanges Tragen von nicht dafür geeigneten Linsen führt regelmäßig zu einem deutlichen Sauerstoffdefizit in der Hornhaut“, warnt Dorothea Kuhn, Leiterin des Ressorts Kontaktlinsen im BVA. „Die Hornhaut schwillt an, damit kommt es zu einer Sehverschlechterung.“ Hinzu kommt ein gesundheitliches Risiko. „Es entsteht eine feuchte Kammer unter der Linse – ähnlich einem Brutkasten – und damit steigt das Risiko von Infektionen der Hornhaut“, so die Expertin.

Vor allem in der Karnevalszeit, wenn sogenannte Fun- oder Crazylinsen von vielen Jecken getragen werden, besteht ein erhöhtes Risiko für Entzündungen. Das liegt daran, dass die bunte Farbe der „Katzen-“ oder „Zombieaugen“ die Poren der Linsen verstopft. „Daher besteht für die Hornhaut quasi Erstickungsgefahr“, erläutert Kuhn. Um die Hornhaut zu schonen, sollten solche Linsen nur möglichst kurz im Auge bleiben. Im Straßenverkehr können können sie zudem die Sicht einschränken.

Kontaktlinsen immer gründlich reinigen
Unabhängig von der Art der Kontaktlinsen ist die Hygiene sehr wichtig. So sollten die Linsen vor und jedem Tragen mit Speziallösung gereinigt und das Kontaktlinsenpflegemittel täglich erneuert werden. Zudem sollten die Haftschalen nur mit sauberen, frisch gewaschenen Händen eingesetzt und herausgenommen werden. Anderenfalls riskiert man, dass Keime ins Auge gelangen.

Sollten sich die Kontaktlinsen nach langem Tragen nicht mehr entfernen lassen, liegt das meist daran, dass sie ausgetrocknet sind. Kuhn zufolge hilft dann sterile Tränenersatzflüssigkeit, die mehrmals ins Augen getropft wird. Durch das Mittel werden die Linsen durchfeuchtet und wieder elastisch, so dass sie sich leicht entfernen lassen. (ag)

Bild: Traumtaenzerin / pixelio.de