Schlechte Testergebnisse für Fertiggerichte

Sebastian

Fertigessen ungesund auch nicht billiger als frische Zutaten

07.11.2012

Fertiggerichte sind die am Häufigsten verwendeten Lebensmittelzubereitungen in Haushalten. Eine Untersuchung der österreichischen Arbeiterkammer (AK) zeigte, dass die meisten Fertigessen zu viel Fett, Salz und Zucker enthalten. Statt dessen sei Selbstkochen gesünder und günstiger.

Sogenanntes Convenience Food („bequemes Essen“) wird vor allem von Konsumenten genutzt, die aufgrund ihres Berufsleben wenig Zeit zum Kochen haben oder selbst nie wirklich gelernt haben, selbstständig zu kochen. Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer OÖ haben zehn im Handel erhältliche Fertiggerichte nach gekocht und kamen zu einem überraschenden Ergebnis: „Alle Fertiggerichte kamen teurer als die frische Zubereitung. Und der Zeitaufwand fürs eigenständige Kochen betrug nur 15 bis 45 Minuten.“

Frisch Kochen bedeutet meistens eine gewisse Zeit einzuplanen. Die frischen Zutaten müssen eingekauft werden, Gemüse, Fisch oder Fleisch gewaschen, geschnitten und gekocht werden. Daher greifen viele Menschen gern zu Fertigessen. Die Gerichte sind schnell gekauft und erwärmt.

Zu viel Salz, Zucker, Fett und Aromastoffe
Doch ein großer Nachteil von Fertigprodukten sind die Inhaltsstoffe. Neben viel Salz enthalten viele Produkte zu viel Fett und Zucker und machen deshalb eher dick. Wer oft zum Fertigessen aus dem Discounter greift, beeinflusst durch den hohen Salz-, Zucker-, künstlichen Aromen-, und Fettgehalt sein Geschmacksempfinden. Es tritt meist eine Art Gewöhnungseffekt ein. Zusätzlich verleitet Fertigessen zu einer einseitigen Ernährung und kann in manchen Fällen zu Unterversorgung von Vitamin und Mineralstoffen führen. Einige enthaltende Zusatzstoffe können für einige Menschen, die beispielsweise an einer Nahrungsmittelallergie leiden, zu Gesundheitsproblemen führen.

Auch Eltern greifen gern zu den Fertiglebensmitteln. Doch die Portionen sind meist für die Kleinen viel zu groß, weshalb das Überangebot an Essen auch Übergewicht und Adipositas fördern kann. Aus ökologischer Sicht verursachen Fertiggerichte mehr Müll. Die in der Studie getesteten Produkte waren in Plastik-Schalen verpackt. Wer beim Selbstkochen darauf achtet, verursacht in der Regel weniger Müll.

Die Verbraucherschützer haben insgesamt zehn Fertigessen nach gekocht und die Zutaten der Gerichte und Preise verglichen. Mit dabei waren beispielsweise Gerichte wie „Gnocchi in Schinken-Käsesauce mit Brokkoli“ , „Rahmgeschnetzeltes mit Spätzle“ oder „Reisfleisch mit Hühnerstücken“. Die Tester kochten alle Gerichte mit frischen Zutaten nach und verglichen im Anschluss die Resultate.

Gesund, lecker und wenig Aufwand
Überrascht waren die Konsumentenschützer von den kurzen Zubereitungszeiten der frischen Varianten. Diese betrugen maximal 45 Minuten, einige sogar nur 15 Minuten. „Und auch das gerne verwendete Argument von Personen aus Kleinhaushalten, Fertiggerichte seien günstiger als ihre frisch gekochten Alternativen, hielt dem Test nicht Stand: Alle ausgewählten Fertiggerichte konnten günstiger nachgekocht werden, auch wenn nur eine Portion zubereitet wurde.“, so die Verbraucherinitiative.

Im Handel kostete zum Beispiel das Gericht „Faschierte Laibchen mit Erdäpfelpüree & Gemüse“ 4,49 Euro. Das Gericht war nicht günstiger als die frische Variante und kostete sogar 1,90 Euro mehr. Demnach sind die Argumente Zeit und Kostenaufwand keineswegs bei Fertigessen ausschlaggebend. (sb)