Schlimmer Verlauf: Mit harmlosen Zahnschmerzen begann es – Junger Familienvater stirbt an Zahninfektion

Alfred Domke
Junger Mann stirbt nur wenige Tage nach einer Zahnentzündung
In den USA ist ein junger Mann gestorben, weil seine Zahninfektion nicht ausreichend behandelt wurde. Zwar hat ein Zahnarzt die entzündete Wunde gereinigt und dem Patienten Antibiotika verschrieben, doch diese waren nicht wirkungsvoll genug. Daher konnte sich die Infektion bis zur Lunge ausbreiten.

Mit Zahnschmerzen fing alles an
Gesundheitsexperten weisen immer wieder darauf hin, wie wichtig es ist, Zahnschmerzen ernst zu nehmen. Werden die Schmerzen beispielsweise durch Zahnfleischentzündungen verursacht und bleiben diese unbehandelt, können die Keime über die Entzündungsherde in die Blutbahn gelangen und auf diese Weise unter anderem Arteriosklerose begünstigen. Die Gefahren durch die Entzündungen können sogar bis zum Herzen reichen. Oder bis zur Lunge, wie bei einem jungen US-Amerikaner.

Ein junger Mann in den USA ist gestorben, weil seine Zahninfektion nicht ausreichend behandelt wurde. Die Infektion hatte sich bis zu seiner Lunge ausgebreitet. (Bild: K.-U. Häßler/fotolia.com)

Antibiotika wirkte nicht gut genug
Medienberichten zufolge war der 26jährige Vadim Anatoliyevich Kondratyuk aus Sacramento (Kalifornien) mit seinem LKW gerade auf dem Weg nach New York, als er plötzlich starke Zahnschmerzen bekam.

Der LKW-Fahrer suchte daher in Oklahoma einen Zahnarzt auf, der die entzündete Wunde im Mundraum reinigte und dem Patienten Antibiotika verschrieb, berichtet „CBS News“.

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Als er an seinem Ziel ankam, kamen auch die Schmerzen zurück und sein Mund schwoll an. Deswegen entschloss sich sein Bruder, ihn nach Hause zu fahren. Allerdings verschlechterte sich der Zustand Kondratyuks so sehr, dass sie ein Krankenhaus in Salt Lake City (US-Bundesstaat Utah) aufsuchten.

Infektion breitete sich bis zur Lunge aus
Dort stellten die Ärzte fest, dass die Infektion stärker wurde und sich im Körper ausgebreitet hatte. Den Angaben zufolge war auch die Lunge befallen, die Lungenflügel füllten sich mit Flüssigkeit. Der Patient konnte schließlich nicht mehr selbstständig atmen.

Wenige Tage danach starb der junge Familienvater, der zwei kleine Kinder hinterließ. „Sie haben ihm Medikamente gegeben, sie haben alles versucht, was sie konnten“, sagte seine Frau Nataliya Kondratyuk laut einem Bericht der Zeitung „Sacramento Bee“.

„Wir beteten an diesem Tag und in der Nacht für ihn, in der Hoffnung, dass er überleben würde. Aber Gott hatte seinen Plan, und wir hatten ein Gespräch mit den Ärzten, die uns erzählten, wie das alles passiert ist. … Es heilte einfach nicht, wie es sollte. Es wurde nur noch schlimmer.“

Regelmäßig Zähne putzen
Solche Infektionen können schmerzhafte Entzündungen an der Wurzel des Zahnes verursachen und sich auf den Kopf und Hals ausbreiten, erklärte Dr. John Luther von der Versicherung Western Dental gegenüber der Zeitung. In seltenen Fällen breitet sich die Infektion auf den Blutkreislauf aus. Organsysteme können geschädigt werden und die Infektion schließlich zum Tod führen.

Der Mediziner wies darauf hin, dass man Karies durch regelmäßiges Zähneputzen und die Verwendung von Zahnseide vermeiden kann. Dies ist besonders wichtig nach dem Essen zuckerhaltiger Lebensmittel.

Bei pochenden Zahnschmerzen sollten Betroffene unbedingt einen Zahnarzt aufsuchen. Vor allem auch, wenn zu den Beschwerden Fieber oder Schwierigkeiten beim Atmen kommen. (ad)