Schmerzen nach der Gartenarbeit: Bärenklau kann Verbrennungen und Hautausschläge hervorrufen

Alfred Domke

Schmerzhafte Erfahrung mit Bärenklau: Mann wollte sich sein Bein abschneiden

In Großbritannien dachte ein Mann daran, sich wegen extremer Schmerzen sein Bein abzuschneiden. Der 32-Jährige hatte sich zuvor bei Gartenarbeiten durch den Kontakt mit Bärenklau Blasen zugezogen, die sich entzündeten. Nun will er die Öffentlichkeit vor der gefährlichen Pflanze warnen.


Blasen entzündeten sich

Das Leiden von Nathan Davies begann nach der Gartenarbeit in Wales. Wie die britische Zeitung „Daily Mail“ berichtet, hatte sich der 32-jährige Mann dabei ein paar Blasen an seinem Bein zugezogen, die durch Kontakt mit Bärenklau entstanden. Die Blasen des Familienvaters hatten sich schwer entzündet und er litt an so starken Schmerzen, dass er daran dachte, sein „Bein vom Knie ab abzuschneiden“, so der Immobilienmakler gegenüber der Zeitung. Nun will der Brite die Öffentlichkeit vor den Gefahren durch die Pflanze warnen.

Das Berühren des Riesen-Bärenklaus kann schmerzhafte Folgen haben. Doch auch beim Kontakt mit herkömmlichen Bärenklau drohen massive gesundheitliche Gefahren, wie ein Fall aus Großbritannien zeigt. (Bild: Fixativ/fotolia.com)

Verletzungen bei Gartenarbeiten

Laut dem Bericht der „Daily Mail“ begann die Tortur des Mannes am 20. Mai, als er mit seinem Vater bei warmen Temperaturen im Garten arbeitete.

In Shorts gekleidet, schnitten die beiden die Hecken und Pflanzen, „also hatte ich ein paar Schnitte und Kratzer – aber ich habe mir nichts dabei gedacht“.

Doch zwei Tage später bildeten sich Blasen an seinem Bein. „Sie sahen aus wie Verbrennungen – wie die Art von Verbrennungen, die man von einem Herd bekommt. Aber dann begannen sie wirklich groß zu werden“, erinnert sich der 32-Jährige.

Er habe zunächst versucht, die Blasen zu Hause nicht zu zeigen und sich sein Leiden nicht anmerken zu lassen. Doch wenige Tage später brach er vor Schmerz zusammen und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert.

Mann brauchte Notoperationen

Dort wollte ihn eine Krankenschwester mit Antibiotika wieder nach Hause schicken. Als jedoch ein Arzt einen Blick auf das Bein warf, war klar, dass er eine Notoperation brauchte. Seinen Angaben zufolge lag er bereits 20 Minuten später auf dem Operationstisch.

Wie es in dem Bericht heißt, hatten sich die Blasen stark infiziert. Die Ärzte mussten das Bein von der Kniescheibe bis zum Knöchel öffnen – die Wunde blieb offen und bandagiert, da seine Haut von der Infektion „aufgefressen wurde“.

Nach der ersten OP war am folgenden Tag eine weitere nötig.

„Der Schmerz war so schlimm, dass ich nicht einmal stehen konnte – ich kann noch immer keinen Druck oder Gewicht auf mein Bein ausüben“, sagte Davies.

Patient hätte sein Bein verlieren können

„Ein Teil von mir will nur mein Bein vom Knie abschneiden“, so der 32-Jährige. „Ich habe noch nie so einen Schmerz in meinem Leben erlebt.“

Den Angaben zufolge soll noch eine dritte Operation folgen, um die Wunde auszuwaschen. Auch eine Hauttransplantation könnte noch nötig werden.

Der Patient ist noch längere Zeit auf starke Schmerzmittel wie Morphin und Codein angewiesen.

Er verwies darauf, dass er sogar noch Glück gehabt habe: „Die Ärzte haben mir gesagt, dass, wenn sich die Infektion auf meine Wade ausgebreitet hätte, ich meine Muskeln verloren hätte und mein ganzes Bein weg gewesen wäre“, so Davies.

Er habe nun von seiner schmerzhaften Erfahrung erzählt, in der Hoffnung, andere über die möglichen Gefahren von Bärenklau zu warnen und Wunden rechtzeitig behandeln zu lassen.

Verletzungen durch gewöhnlichen Bärenklau

Laut dem Zeitungsbericht zog sich Davies die Verletzungen durch gewöhnlichen Bärenklau zu. Als gefährlich gilt jedoch vor allem der Riesen-Bärenklau (auch Herkulesstaude genannt). Dieser zählt weder in Großbritannien noch hierzulande zu den heimischen Pflanzenarten.

Im 19. Jahrhundert wurde er laut Angaben der Landwirtschaftskammer des Saarlandes aus dem Kaukasus als Zierpflanze eingeschleppt. Wegen seiner enormen Samenproduktion von 10.000 bis 50.000 Stück pro Pflanze konnte sich der Riesen-Bärenklau in Deutschland stark vermehren.

Des Weiteren haben seine hohe Anpassungsfähigkeit und die Schwimmfähigkeit der Samen die massive Ausbreitung begünstigt. Das Unkraut ist vor allem auf nicht bewirtschafteten feuchten Böden und an Rad- und Wanderwegen zu finden.

Gefährlicher Riesen-Bärenklau

Der Riesen-Bärenklau verursacht Verbrennungen und Hautausschläge, gerade auch bei Sonnenschein.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml erklärte dazu in einer älteren Mitteilung: „Der Pflanzensaft enthält Kontaktgifte, die den natürlichen UV-Schutz der Haut außer Kraft setzen. Sie können in Verbindung mit Sonnenlicht zu Verbrennungen auf der Haut führen. Deshalb sollte der Riesen-Bärenklau nicht angefasst werden.“

Da vor allem Kinder gerne mit der bis zu vier Meter hohen Pflanze spielen würden, hob die Ministerin hervor: „Eltern sollten deshalb auf die schmerzhaften Folgen hinweisen. Unter Umständen können Hautreaktionen erst Tage später durch Sonneneinstrahlung ausgelöst werden.“

Und weiter: „Bei empfindlichen Personen und Allergikern kann ein Berühren der Pflanze auch Fieber, Atemnot oder einen Kreislaufschock hervorrufen.“

Aber auch bei Nicht-Allergikern können sich nach dem Kontakt mit der Pflanze Beschwerden wie ein juckender Hautausschlag mit Rötungen und Bläschenbildung einstellen.

Die Politikerin, die ausgebildete Ärztin ist, erklärte, was zu tun ist, wenn man das Unkraut berührt hat:

„Nach einem Kontakt mit dem Riesen-Bärenklau sollte ein schattiger Orte aufgesucht werden. Danach empfiehlt es sich, die betroffenen Hautstellen rasch mit Wasser und Seife abzuwaschen – besser noch mit Spiritus. Falls dennoch Hautreaktionen auftreten, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen.“ (ad)