Schmerzhafte Blasenentzündungen durch Sex keine Seltenheit

Sebastian

Häufig erleiden Frauen nach dem Akt eine Blasenentzündung. Für die meisten Betroffenen ist das eine regelrechte Qual. Die Lust an der schönsten Nebensache der Welt schwindet. Darunter leidet nachfolgend auch die Beziehung zum Partner. Wie Frauen vorsorgen können, wie eine Blasenentzündung behandelt wird und warum es zu einer Zystitis kommen kann, erklärt der folgende Artikel.

Häufiger Geschlechtsverkehr ist so oft Ursache von Blasenentzündungen, dass hierfür unter Medizinern bereits ein fester Fachbegriff existiert. Die sogenannte Flitterwochenzystitis ereilt Frauen nach dem Geschlechtsverkehr. Dass vor allem Frauen betroffen sind, erklären die Experten mit deren verhältnismäßig kürzeren Harnleitern. Hier können Bakterien von Außen leichter in die Blase eindringen und dort schmerzhafte Entzündungen verursachen.

Frauen sind oft von einer Blasenentzündung nach dem Sex betroffen. Bild: SENTELLO – fotolia

Entzündungen durch Kolibakterien
Meistens wird die Blasenentzündung (Zystitis) bei den Frauen durch Kolibakterien verursacht, die aus dem nahe gelegenen Analbereich in die Scheide gelangen. Von hier aus steigen die Bakterien zur Harnblase auf und bedingen den schmerzhaften Harnwegsinfekt. Das Frauen häufiger von einer Blasenentzündung betroffen sind als Männer, ist durch die anatomisch unterschiedliche Harnröhre bedingt, welche bei Frauen mit rund vier Zentimetern deutlich kürzer ist als beim Mann. Hier können die eindringenden Bakterien wesentlich leichter den Weg nach oben in die Harnblase finden. So litten die meisten Frauen in ihrem Leben schon einmal unter einer Blasenentzündung. Als Ursachen nennen die Experten neben den bereits erwähnten Risikofaktoren wie Unterkühlung oder Sex auch die Verwendung von Intimdeodorants, chemisch behandelten Slipeinlagen oder Waschlotionen, die allergisch-entzündliche Prozesse verursachen können.

Dass auch Geschlechtsverkehr den Harnwegsinfekt verursachen kann, gerät dabei häufig in Vergessenheit und erst beim schmerzhaften Wasserlassen nach dem Liebesspiel erinnern sich die Betroffenen. Als typische Symptome der Zystitis werden anhaltender Harndrang bei geringen Urinmengen, Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen sowie krampfartige Schmerzen oberhalb des Schambeins genannt. Neben diesen eindeutigen Symptomen können auch unspezifische Folgen wie Fieber, Durchfall, Appetitlosigkeit und Übelkeit und Erbrechen bei einer Blasenentzündung auftreten. Bisweilen erscheint auch der Urin trübe und weist einen veränderten Geruch auf. Erfolgt keine medizinische Behandlung, drohen schwerere Komplikationen mit Blut im Urin und Nierenbeckenentzündungen. Das insbesondere beim Geschlechtsverkehr für die Frauen ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht, ist dadurch begründet, dass die in der Scheide befindlichen Bakterien durch mechanische Bewegung in den Harnleiter gelangen und so die Blase erreichen können.

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Medizinische und naturheilkundliche Behandlungen bei Blasenentzündung
Damit die Blasenentzündung nicht auf Nierenbecken und Nieren übergreift, ist eine rechtzeitig eingeleitete Behandlung von großer Bedeutung. Die konventionelle Therapie einer Blasenentzündung basiert dabei in der Regel auf der Verabreichung von Antibiotika. Hat die Zystitis noch kein schweres beziehungsweise fortgeschrittenes Stadium erreicht, empfehlen sich jedoch auch unterschiedlichste Medikamenten und Behandlungsformen der Naturheilkunde, wobei die Umstellung auf frische und vollwertige Kost, der Verzicht auf schleimhautreizende Nahrungs- und Genussmittel wie Kaffee, Tabak, Alkohol, Zitrus-, Limonadengetränke und scharfe Gewürze, die Grundlage jeglicher naturheilkundlicher Behandlung bilden.

Betroffene sollten ausreichend Flüssigkeit in Form von Wasser oder dünnen Kräutertees trinken. Darüber hinaus werden in der Naturheilkunde vor allem Heilpflanzen mit harntreibender, antibakterieller, entzündungshemmender Wirkung zur Behandlung von Blasenentzündungen verabreicht. Hierzu zählen unter anderem Bärentraubenblätter, Birkenblätter, Buccoblätter, und Orthosiphonblätter.

In der wissenschaftlichen Naturheilkunde ist schon länger erwiesen, dass Preiselbeeren bei Harnwegsinfektionen wirken.
In der wissenschaftlichen Naturheilkunde ist schon länger erwiesen, dass Preiselbeeren bei Harnwegsinfektionen wirken.

Als pflanzliches Antibiotikum und zur Immunmodulation wird außerdem oftmals zusätzlich ein Präparat aus Meerrettich und Kapuzinerkresse verwendet. Auch auf Basis der Bachblütentherapie konnten bei der Behandlung von Blasenentzündungen bereits deutliche Erfolge erzielt werden. Darüber hinaus sind Wärme und viel Ruhe bei Zystitis empfehlenswert. Im Zweifelsfall sollten die Betroffenen auch einige Tage auf Sex verzichten. (sb, fp)