Schmerztherapie: Radon statt Opiate

Heilpraxisnet

Weniger Schmerzen, weniger Medikamente

22.07.2014

Wer an einer chronischen Schmerzerkrankung leidet, muss meist mehrmals täglich zu Medikamenten greifen. Zwar machen diese vorübergehend Qualen erträglicher, bei langfristiger Einnahme verschlimmern sie das Leiden durch auftretende Nebenwirkungen wie Depressionen, Magen-, Nierenproblemen oder Leberschädigungen zusätzlich. Andere rezeptpflichtige Schmerzmittel sind Opiate, die beispielsweise bei chronischen Schmerzen bei rheumatischen Leiden zum Einsatz kommen. Sie können Gewichtsverlust, Übelkeit, Atmungsstörungen und viele weitere gesundheitliche Probleme verursachen. Daher versuchen sich viele Betroffene ohne Tabletten durchzubeißen und so wenig wie möglich davon zu nehmen. Alternative Behandlungsformen wie die Radonwärmetherapie sind daher für viele Betroffene eine gute Lösung. Sie können zwar oft die Krankheit nicht heilen, aber zumindest den Alltag mit ihr erleichtern.

In Studien wurden die langanhaltenden schmerzlindernden Effekte der Radonwärmetherapie in ehemaligen Bergwerken bestätigt. Im Berginneren tritt Radon natürlich aus dem Gestein aus. Zur therapeutischen Nutzung fahren Schmerzgeplagte mit einem Zug auf verschiedene Therapiestationen. Patienten nehmen bei einer etwa einstündigen Therapieeinheit, die sie im Liegen verbringen, das Edelgas über Haut und Lunge in niedrigen Mengen auf. „Die Erfahrungen zeigen, dass positive Wirkungen der Radonwärmetherapie über viele Monate anhalten“, erklärt Univ.-Doz. Dr. Bertram Hölzl, Radon-Experte und ärztlicher Leiter des Gasteiner Heilstollen. „Als symptomorientierte Behandlungsform kann die Radonwärmetherapie aber nicht die Ursachen der Erkrankungen beheben.“ Ihre Erfolge beruhen auf einer Kombination aus leichter Überwärmung und hoher Luftfeuchtigkeit sowie Aufnahme von Radon. Radon setzt im Körper milde Alphastrahlen frei, die entzündungshemmende Botenstoffe aktivieren. Diese lindern anhaltend Schmerzzustände und begleitende Beschwerden. Die Wirkung des Radons verstärkt sich zusätzlich durch den sogenannten Hyperthermie-Effekt. Zu diesem kommt es im Körper immer dann, wenn Temperaturen über 37,5 Grad und hohe Luftfeuchtigkeit zusammentreffen. Dadurch steigt die Körperkerntemperatur der Patienten auf 38,5 Grad. In der Folge stellen sich die Blutgefäße weit, was zu einer besseren Durchblutung und Entspannung schmerzgeplagter Muskeln führt. Weiterer Vorteil: Die Therapieform gilt als nebenwirkungsarm.

Vor allem zur Behandlung von Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, des Bewegungsapparates, der Atemwege und der Haut eignet sich die Radonwärmetherapie. „Für das Krankheitsbild Morbus Bechterew, eine chronische, entzündlich-rheumatische Erkrankung, die unerträgliche Schmerzen verursacht, liegen unsere Erfolgsquoten bei 80 bis 90 Prozent“, weiß Dr. Hölzl. Oft zeigt die Radonwärmetherapie auch dann Wirkung, wenn die klassische schulmedizinische Medikation an ihre Grenzen stößt und selbst starke Schmerzmittel nicht mehr helfen. (pm)

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