Schnarchen: Warnhinweis auf metabolisches Syndrom

Sebastian

Lautes Schnarchen ist laut einer Studie ein erster Hinweis auf metabolisches Syndrom

05.12.2010

Lautes Schnarchen kann laut Studienergebnissen ein erster Hinweis auf ein metabolisches Syndrom sein. Das „tödliche Quartett“ wie das Syndrom auch allgemein bezeichnet wird, gilt heute als ein entscheidender Risikofaktor für beispielsweise koronare Herzkrankheiten. Das metabolisches Syndrom geht einher mit vielfältigen Stoffwechselstörungen, Störungen der Blutdruckregulation sowie einer Fettleibigkeit.

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Laute Atemgeräusche während des Schlafes erste Warnhinweise
Laut einer Studie der Universität Pittsburgh deutet lautes Schnarchen auf ein metabolisches Syndrom hin. Die Atemgeräusche während des Schlafes steigert demzufolge die Wahrscheinlichkeit für diese Störung um mehr als das Doppelte. Charakteristisch sind auch Einschlafprobleme, die ebenfalls als Indiz angesehen werden. Das Syndrom gilt als ein maßgebliches Risiko für schwere Erkrankungen wie Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfall. Für eine Spezifizierung der Diagnose genügen gerade einmal drei gesundheitlich gefährdende Faktoren: Ein großer Bauchumfang, Bluthochdruck, hohe Blutzuckerwerte, ein niedriger Wert des positiven HDL-Cholesterins sowie hohe Blutfettwerte (Triglyceride).

Im Studienverlauf untersuchten Wissenschaftler und Ärzte der Universität Pittsburgh 800 Erwachsene Probanden. Hierbei konzentrierten sich die Forscher zunächst darauf, ob die Teilnehmer unter Schlafstörungen leiden. Etwa jeder siebte Proband entwickelte im Studienverlauf Schlafprobleme. Lautes Schnarchen steigerte das Risiko für ein metabolisches Syndrom um den Faktor 2,3. Durch das Schnarchen werden die Atemwege gestört und somit gerät auch der Stoffwechsel des Körpers in Mitleidenschaft, wie die Wissenschaftler im Wissenschaftsmagazin „Sleep“ vermuten. Wer Schwierigkeiten bei Einschlafen hatte, zeigte einen erhöhten Risikofaktor um 80 Prozent auf. Andauerndes Aufwachen in der Nacht hatte laut Studienergebnissen keinen direkten Einfluss auf das metabolische Syndrom.

Behandlungsmöglichkeiten bei metabolischem Syndrom
Erfolgte eine ärztliche Diagnose auf ein metabolisches Symdrom, so steht zu Beginn der Therapie eine deutliche Abänderung des bisherigen Lebensstils des Patienten. Um Blutfettwerte zu senken, sollte das Körpergewicht und der Bauchumfang deutlich reduziert werden. Auf dem Speiseplan muss eine Fettarme und gesunde Ernährung stehen. Weißmehl sollte durch Vollkornprodukte ausgetauscht werden. Auf Fleisch sollten Betroffenen möglichst verzichten und dafür mehr Fisch und Gemüse essen. Durch die Ernährungsumstellung kann ein möglichst langes Hinauszögern von Diabetes und Herz- und Kreislauferkrankungen erreicht werden. Der zweite Therapieansatz ist eine maßgebliche Steigerung der körperlichen Bewegung. Mindestens 30 Minuten pro Tag und mindestens drei mal pro Woche sollten Betroffene sich aktiv bewegen und wenn möglich unter medizinischer Aufsicht Sport betreiben. Ändern die Betroffenen ihre Lebensweise, so lässt in der Regel auch das laute Schnarchen nach. (sb)