Schnelle Hilfe bei Nasenbluten: Kopf nicht in den Nacken legen

Die Ursachen von Nasenbluten sind zwar meist harmlos, doch die Blutung kann auch ein Symptom gefährlicher Erkrankungen sein. In manchen Fällen ist es ratsam, zum Arzt zu gehen. (Bild: drubig-photo/fotolia.com)
Alfred Domke
Vorbeugung und Erste Hilfe: Bei Nasenbluten Ruhe bewahren
Zwar ist Nasenbluten in den meisten Fällen harmlos, doch Betroffene sind dadurch oft beunruhigt. Gesundheitsexperten zufolge sollte man Ruhe bewahren und einige Tipps beachten. Keinesfalls sollte der Kopf in den Nacken gelegt werden. Auch einige Maßnahmen zur Vorbeugung von Nasenbluten können getroffen werden.

Ursachen sind oft harmlos
Nasenbluten sieht oft sehr gefährlich aus, doch meist sind die Ursachen von Nasenbluten harmlos. Allerdings nicht immer: Häufiges Nasenbluten kann laut Gesundheitsexperten auch auf eine ernste Krankheit hinweisen. Es kann beispielsweise die Folge eines zu hohen Blutdrucks oder auch Symptom einer Blutgerinnungsstörung sein. Dann muss man auch die Ursache unbedingt anpacken.

Die Ursachen von Nasenbluten sind zwar meist harmlos, doch die Blutung kann auch ein Symptom gefährlicher Erkrankungen sein. In manchen Fällen ist es ratsam, zum Arzt zu gehen. (Bild: drubig-photo/fotolia.com)
Die Ursachen von Nasenbluten sind zwar meist harmlos, doch die Blutung kann auch ein Symptom gefährlicher Erkrankungen sein. In manchen Fällen ist es ratsam, zum Arzt zu gehen. (Bild: drubig-photo/fotolia.com)

Blutende Nase durch ausgetrocknete Schleimhäute
Der häufigste Grund für eine blutende Nase ist jedoch trockene Luft, die die Nasen-Schleimhaut austrocknet. Dadurch steigt das Risiko, dass die Haut einreißt, manchmal schon durch ein heftiges Niesen. Der von kleinen Blutgefäßen durchzogene vordere Teil der Nase ist besonders empfindlich.

„Das ist eine Schwachstelle, an der es rasch zu Blutungen kommt”, erklärt Jens Wagenknecht, Vorstandsmitglied vom Deutschen Hausärzteverband in einer Mitteilung der Nachrichtenagentur dpa. „Wenige Tropfen Blut können bei Nasenbluten wie ein medizinischer Notfall aussehen”, so der Mediziner , der eine Praxis im niedersächsischen Varel betreibt. „Dabei sind es meist nur wenige Milliliter Blut, die man verliert.”

Manche Menschen sind anfälliger für Nasenbluten
Personen die blutverdünnende Mittel einnehmen, sind anfälliger für Nasenbluten. Laut Clemens Heiser, Oberarzt an der Hals-Nasen-Ohrenklinik im Klinikum rechts der Isar in München, besteht auch bei grippalen Infekten eher die Möglichkeit, spontanes Nasenbluten zu bekommen. Und auch Schwangere neigen eher zu blutenden Nasen, weil ihre Schleimhäute stärker durchblutet sind.

Bei Kindern blutet die Nase ebenfalls „ein bisschen häufiger“, erläutert Hermann Josef Kahl, Arzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin aus Düsseldorf. Dies sei jedoch meist ungefährlich.

Ruhe bewahren
Bei Nasenbluten gilt grundsätzlich immer: Ruhe bewahren. Denn durch Aufregung und Hektik steigt der Blutdruck, was wiederum zu stärkerem Bluten führt. Zwar meinen manche Menschen immer noch, das es bei Nasenbluten hilft, den Kopf in den Nacken zu legen. Doch dadurch kann das Blut „nach hinten in den Rachen und durch die Speiseröhre in den Magen“ laufen, wie Winfried Goertzen vom Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte in einer älteren Mitteilung erklärte. Zudem besteht die Gefahr, dass das Blut in die Atemwege gerät. „Das ist besonders gefährlich, wenn der Patient ohne Bewusstsein ist“, so der HNO-Arzt.

Kopf leicht nach vorne lehnen
Vielmehr sollte der Kopf leicht nach vorne gelehnt werden. Papiertaschentücher oder Stoffbündel sollten laut Wagenknecht nicht in das Nasenloch: „Das stört die Gerinnung des Blutes“, so der Experte laut dpa. Auf ständiges Abwischen außen am Nasenloch sollte ebenfalls verzichtet werden. Heiser zufolge ist es besser, Druck auf die Nasenflügel auszuüben. „Damit wird die Blutzufuhr zum vorderen Teil der Nase teilweise unterbrochen.”

Zwar kann ein kühles Tuch im Nacken nicht schaden, aber viel Wirkung sollten sich Betroffene nicht davon erhoffen. „Das ist, wenn dann, eher ein Placebo-Effekt”, sagt Heiser. Blutungen im vorderen Bereich der Nase hören oft nach recht kurzer Zeit von selbst auf.

Anzeichen für eine arterielle Blutung
Eine pulsierend und schwallartig blutende Nase ist laut Heiser ein Anzeichen für eine arterielle Blutung. Vor allem im hinteren Bereich der Nase verlaufen größere Arterien. Dem Mediziner zufolge werden arterielle Blutungen nur schwer von alleine aufhören. In solchen Fällen kann ein HNO-Arzt helfen, der betroffene Gefäße eventuell verödet oder mit speziellen Tamponaden behandelt.

Heiser empfiehlt grundsätzlich zu einem Arzt zu gehen, wenn die Nase nach circa zehn Minuten nicht aufhört, stark zu bluten. Patienten, die Blutverdünner nehmen, bräuchten bei starker Blutung kaum zögern, sich ärztlich behandeln zu lassen. „Es ist eher unwahrscheinlich, dass die Blutung von allein aufhört.”

Bei Kindern, die länger als drei bis vier Minuten am Stück aus der Nase bluten, sollten Eltern reagieren und mit ihnen zum Arzt gehen, rät Kahl. Wenn die Nase im Abstand einiger Tage immer wieder blutet, ohne dass es offensichtliche Verletzungen gibt, sollte grundsätzlich ein HNO-Arzt nach möglichen Ursachen suchen, so Jens Wagenknecht.

Nasenbluten vorbeugen
Laut Heiser kann sich eine Gerinnungsstörung durch wiederholtes Nasenbluten zeigen. „Zum Beispiel bei Kindern.” In selteneren Fällen sind kleine Tumore die Ursache. Auch im Rahmen von Erkrankungen wie Hypertonie (Bluthochdruck), Arteriosklerose (Arterienverkalkung) oder Nierenerkrankungen kann Nasenbluten ein Symptom sein.

Häufig ist der Grund für ständiges Bluten aber ein kleines Gefäß an der Nasenscheidewand, das verletzt ist und deshalb immer wieder aufreißt. Wie Heiser erklärt, suchen HNO-Ärzte die Nase per Endoskopie nach Ursachen für die Blutungen ab. Dann folgen gegebenenfalls weitere Untersuchungen, etwa Bluttests oder Computertomographie.

Nasenbluten etwas vorbeugen lässt sich unter anderem indem die Nasen-Schleimhäute möglichst feucht gehalten werden. Jens Wagenknecht rät dazu, die Luftfeuchte im Schlafzimmer zu erhöhen und auch nachts gelegentlich zu trinken. Hilfsmittel wie Nasensalben, Salzwasserspray und Nasenöl können angegriffene Schleimhäute unterstützen. (ad)

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