Schnelles Handeln bei Blutvergiftung

Sebastian

Schnelle Diagnose: Bei einer Blutvergiftung heißt es keine Zeit zu verlieren

07.11.2012

Die dritthäufigste Todesursache in Deutschland in die Blutvergiftung (Sepsis). Wichtig ist, die ersten Signale richtig zu deuten, denn jeder dritte Betroffene verstirbt an der Sepsis. Jedes Jahr erkranken bis zu 150.000 Menschen daran, rund 60.000 überleben die Krankheit nicht. Wir zeigen, welche Symptome auf eine Blutvergiftung hinweisen können.

Nicht immer es auf den ersten Blick erkennbar, ob eine Blutvergiftung vorliegt. Zu den ersten Beschwerden einer Sepsis gehören Verwirrtheit und mentale Veränderungen. Denn das Gehirn ist das erste Organ, das betroffen ist, erklärt Prof. Dr. Konrad Reinhart vom Universitätsklinikum Jena. Weitere Anzeichen einer Blutvergiftung können Probleme beim Atmen sowie erste Signale eines Kreislaufversagen sein. Viele Patienten berichten zudem von Grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Schwäche und Herzrasen. Bei einer Blutvergiftung fühlt sich der Betroffene schnell schwer krank, bei rascher Verschlechterung des Allgemeinzustands. Eine schnelle Hilfe ist erforderlich, da die Mortalitätsrate mit jeder Stunde zwischen sieben und acht Prozent immer weiter ansteigt.

Roter Hautstrich oft nicht vorhanden
Die meisten Menschen gehen davon aus, dass eine Sepsis durch einen roten Strich, der bis zum Herzen verläuft, angezeigt wird. Eben jener Rotstrich auf der Haut kommt eher seltener vor. Nach Angaben des Mediziners zeigt dieser nur an, dass in den Lymphbahnen ein Entzündungsprozess stattfindet.

Zahlreiche Blutvergiftungen passieren während einer Behandlung im Krankenhaus. Ein erhöhtes Risiko besteht während eines invasiven Eingriffs oder auch durch das Leben von Kathetern und Beatmungsschläuchen. Die Nosokomialsepsis (griech. nosokomeion = Krankenhaus) bezeichnete Blutvergiftung stellt den größten Anteil der septischen Erkrankungsformen dar. Vielfach entsteht eine Sepsis als Komplikation einer Lungenentzündung. Ein weiterer Risikofaktor ist ein schwaches Immunsystem. Dennoch können auch bei ansonsten völlig gesunden Menschen Blutvergiftungen durch kleine Schnittwunden und Verbrennungen auftreten.

Zu einer Sepsis kommt es, wenn Keime durch offene Wunden in den Organismus gelangen. Hierdurch kommt es zu einem Entzündungsprozess. Wird die Wunde nicht gesäubert bzw. behandelt, können sich Bakterien über die Blutbahn im gesamten Körper ausbreiten und dabei alle Organe befallen. Dabei kann sich die Sauerstoffversorgung der betroffenen Organe stark verschlechtern. In Folge schafft es der Körper nicht mehr, lebensnotwendige Organe in Gang zu halten. So kann es innerhalb nur weniger Stunde zu einem Totalkreislaufzusammenbruch kommen. Die Lunge, Niere, Leber und Herz können alle nach und nach versagen.

Erhöhtes Risiko für Ältere und Kinder
Eine besondere Gefahr besteht für ältere Menschen ab 60, Kleinkindern und Patienten ohne Milz, berichtet der Intensiv-Mediziner, der die Sepsis mittels einer Stiftung genauer untersuchen will. Laut Reinhart könne das Risiko zum Beispiel durch eine Impfung gegen Pneumokokken reduziert werden. Hierdurch könnten zig Todesereignisse vermieden werden. Zudem müsse die Hygiene im Gesundheitswesen verbessert werden. (sb)