Schockbilder auf Zigarettenschachteln schrecken Jugendliche effektiv vom Rauchen ab

Alfred Domke

Wirkung von Ekelfotos: Warnbilder halten Jugendliche vom Rauchen ab

In den vergangenen Jahren wurde über einen rückläufigen Zigarettenkonsum von Jugendlichen in Deutschland berichtet. Offenbar tragen auch die Warnbilder, die seit 2016 auf Zigarettenschachteln aufgedruckt sein müssen, dazu bei, dass mehr Teenager die Finger von den Glimmstängeln lassen.


Rauchen gefährdet die Gesundheit

Rauchen stellt eine der größten Gesundheitsgefahren dar, die jeder Mensch selbst beeinflussen kann. Seit einigen Jahren muss auch hierzulande auf Zigarettenpackungen mit Warnhinweisen und Fotos vor den gesundheitlichen Risiken des Tabakkonsums gewarnt werden. Doch wie erfolgreich sind die Schockbilder? Eine Untersuchung US-amerikanischer Wissenschaftler kam zu dem Ergebnis, dass solche Warnbilder nicht vom Rauchen abhalten. Für Jugendliche in Deutschland stimmt das aber offenbar nicht. Denn sie werden laut einer Meldung der DAK-Gesundheit durch die Fotos vom Zigarettenkonsum abgeschreckt.

Laut einer aktuellen Studie verstärken Schockbilder auf Zigarettenpackungen bei deutschen Jugendlichen negative Einstellungen zum Rauchen. (Bild: Jiri Hera/fotolia.com)

Schockbilder schrecken Jugendliche ab

Krebsgeschwür, Raucherlunge, Fußamputation: Solche Schockbilder auf Zigarettenpackungen wirken. Negative Einstellungen zum Rauchen werden vor allem bei jugendlichen Nichtrauchern durch die Ekelfotos verstärkt.

Das zeigt eine aktuelle Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit. Im Rahmen des DAK-Präventionsradars nahmen über 400 Schulklassen und insgesamt rund 7.000 Schülerinnen und Schüler der Klassen fünf bis zehn teil.

Durchgeführt hat die Studie das Kieler Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord).

„Unsere Studie zeigt, dass die Warnhinweise in beträchtlichem Maße negative Emotionen auslösen, wobei Jugendliche, die noch nie geraucht haben, stärker emotional reagierten als rauchende Jugendliche“, erläutert Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit.

„Die Fotos können also einen präventiven Effekt haben, da sie negative Einstellungen von Jugendlichen zum Zigarettenrauchen verstärken.“

Bundesweit nahmen insgesamt 44 Schulen an der Studie teil. Die Ergebnisse sind deutlich: Vor allem Jugendliche, die noch nie geraucht hatten, reagierten über alle Warnhinweise hinweg emotional signifikant stärker als ihre rauchenden Mitschüler.

Insbesondere der Warnhinweis mit Lungenkrebs rief bei den Teenagern Ekel und Angst hervor.

Jeder Siebte stirbt an den Folgen des Rauchens

Zwar rauchen heute weniger Menschen als noch vor einigen Jahren. Doch jüngste Studien haben gezeigt: Jeder Vierte in Deutschland greift zur Zigarette. Etwa jeder siebte Todesfall ist immer noch auf die Folgen des Rauchens zurückzuführen.

E-Zigaretten oder Shishas ersetzen heute häufig die herkömmliche Zigarette – und wirken anscheinend gerade auf viele junge Menschen anziehend.

Die Schockfotos auf Zigarettenschachteln zeigen mögliche Gesundheitsschäden durch das Rauchen, beispielsweise verfaulte Zähne, Krebsgeschwüre oder Raucherlungen.

Seit Einführung der EU-Tabakrichtlinie im Mai 2016 muss auch in Deutschland ein großer Teil der Verpackungsfläche für die Bilder und passende Texte reserviert sein.

In zahlreichen Ländern waren die Warnhinweise aber schon früher etabliert. Großbritannien geht sogar noch einen Schritt weiter. Dort müssen Zigaretten einheitlich dunkel verpackt werden; Markenlogos sind nicht erlaubt. (ad)