Schönste Krebsprävention: Regelmäßiger Sex beugt Prostatakrebs vor

Wissenschaftler fanden heraus, dass häufiges ejakulieren Männer vor Prostatakrebs schützen kann. Somit hat die angenehmste Nebensache der Welt sogar eine positive Auswirkung auf die Gesundheit von Männern. (Bild: Wisky/fotolia.com)
Alexander Stindt
Wenn Männer im Monat viel ejakulieren, sinkt die Wahrscheinlichkeit für Prostatakrebs
Kann häufiger Sex Männer davor schützen, Prostatakrebs zu entwickeln? Wissenschaftler fanden heraus, dass Männer die häufig ejakulieren, eine geringere Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung von Prostatakrebs haben, verglichen mit Männern im gleichen Alter, die nicht so oft Sex haben.

Mediziner stellten bei einer Untersuchung fest, dass häufiges ejakulieren Männer vor der Entstehung von Prostatakrebs schützen kann. Die Wissenschaftler von der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „European Urology“.

Wissenschaftler fanden heraus, dass häufiges Ejakulieren Männer vor Prostatakrebs schützen kann. Somit hat die angenehmste Nebensache der Welt eine deutliche positive Auswirkung auf die Gesundheit von Männern. (Bild: Wisky/fotolia.com)
Wissenschaftler fanden heraus, dass häufiges Ejakulieren Männer vor Prostatakrebs schützen kann. Somit hat die angenehmste Nebensache der Welt eine deutliche positive Auswirkung auf die Gesundheit von Männern. (Bild: Wisky/fotolia.com)

Untersuchung beobachtete 32.000 Männer über einen Zeitraum von 18 Jahren
Die Untersuchung ergab, dass es für Männer einen einfachen und angenehmen Weg gibt, um die Wahrscheinlichkeit für eine Prostatakrebs-Erkrankung zu verringern. Wenn Männer häufiger ejakulieren, sinkt dadurch das Risiko für Prostatakrebs. Also eine gute Nachricht für alle Männer: Häufiger Sex schützt Sie vor Krebs. Ein Grund mehr sich zwischenmenschlich mal wieder etwas näher zu kommen. Die Studie begann bereits im Jahr 1992 und überwachte dabei etwa 32.000 Männer, sagen die Experten. Damals waren alle der Probanden zwischen 20 Jahren und 30 Jahren alt. Die Mediziner beobachteten die Teilnehmer bis zum Jahr 2010. In diesem Zeitraum wurde bei fast 4.000 Probanden Prostatakrebs diagnostiziert, fügen die Forscher hinzu.

Ejakulation und häufigere sexuelle Aktivität im Erwachsenenalter schützen vor Prostatakrebs
Wenn Männer ab dem 20. Lebensjahr mindestens 21 Mal im Monat ejakuliert hatten, konnten die Mediziner feststellen, dass bei solchen Teilnehmern das Risiko für Prostatakrebs um 19 Prozent geringer war, verglichen mit Männern, die nicht mehr als sieben Mal im Monat ejakuliert hatten. Wenn Männer im Alter über vierzig Jahren häufiger ejakulierten, sank ihre Wahrscheinlichkeit Prostatakrebs zu entwickeln um 22 Prozent, erläutern die Mediziner. Die Samenerguss-Frequenz scheint zu einem gewissen Grad ein Maß für den allgemeinen Gesundheitszustand zu sein. Männer die sehr wenig ejakulieren, haben auch häufig andere medizinische Probleme und sterben oft vorzeitig an Erkrankungen, die nichts mit Prostatakrebs zu tun haben, erläutert die Hauptautorin Jennifer Rider von der Harvard T.H. Chan School of Public Health.

Unsere Studie deutet darauf hin, dass die Ejakulation und häufigere sexuelle Aktivität im Erwachsenenalter eine positive Strategie zur Verringerung des Risikos von Prostatakrebs sein könnten, fügt Rider hinzu. Die Forscherin arbeitet heute an der Boston University.

Männer die mehr als 21 Mal im Monat ejakulierten, hatten die geringsten Raten von Prostatakrebs
Prostatakrebs ist für etwa 15 Prozent aller neuen Krebsdiagnosen weltweit verantwortlich. Einige etablierte Risikofaktoren wie beispielsweise das Alter und Erkrankungen in der Familie sind leider nicht veränderbar, sagen die Wissenschaftler. Während der Studie traten 1.041 Fälle von Prostatakrebs bei Männern auf, die maximal sieben Mal im Monat ejakulierten.

Wenn Probanden maximal 21 Mal im Monat ejakulierten, konnten die Mediziner dagegen feststellen, dass ihr Risiko für die Entstehung von Prostatakrebs drastisch sank und nur 290 Fälle der Erkrankung auftraten, erklären die Experten. Eine Einschränkung der Studie ist aber, dass sie auf der Erinnerung der Teilnehmer aufbaut und somit nicht genau festzustellen war, wie oft die Probanden wirklich ejakuliert hatten. Außerdem setzte sich die Studie überwiegend aus weißen Männern zusammen und es wäre möglich, dass die Ergebnisse anders ausfallen würden, wenn die Befragten aus vielfältigeren Bevölkerungsgruppen bestehen würden, sagen die Mediziner.

Die scheinbare Schutzwirkung durch häufiges Ejakulieren wurde hauptsächlich auf die geringeren Krebsraten von sexuell sehr aktiven Männern zurückgeführt. Sexuelle Aktivität kann aber auch einige negative Folgen für die Gesundheit haben, wie beispielsweise eine Infektion mit einer sexuell übertragbaren Krankheit, warnen die Forscher. (as)

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