Schon Kinder zeigen Herzinfarkt-Warnhinweise

Sebastian

Bereits Kinder können erste Warnhinweise für einen späteren Herzinfarkt aufweisen. Schuld daran ist die ungesunde und einseitige Ernährung, die zu massivem Übergewicht und einen dicken Bauch führt. Eben jener gefährdet durch Botenstoffe die Herzgesundheit.

09.12.2012

Einige Kinder, die an Übergewicht leiden, zeigen bereits erste Anzeichen für den Beginn einer Gefäßerkrankung. Diese sind wiederum erste Warnhinweise für einen späteren Herzinfarkt in jungen Jahren. Nach Angaben des Mediziners Dr. Nikolaus Marx von der Deutschen Gesellschaft für Arterioskleroseforschung (DGAF) konnten bereits bei 8 bis 15 Jährigen Verdickungen an der Gefäßwand diagnostiziert werden. Auf dem 5. Deutschen Arteriosklerose-Kongress in München betonte Marx, das sei ein großes Problem, dass Sorge bereitet. Verantwortlich hierfür „ist ganz klar der ungesunde Lebensstil“.

Bereits mit Anfang 30 Diabetes und Herzinfarkt
Große Sorge bereitet die vielfach ungesunde Lebensweise in Deutschland, die bereits in früher Kindheit beginnt. Bei einigen Kindern und Jugendlichen konnten die Ärzte bei Ultraschall-Untersuchungen schon Verdickungen an den Gefäßen feststellen, so der Kardiologe.„Das ist der Anfang der Atherosklerose.“ Darüber hinaus sei zu beobachten, dass die Gesundheitsprobleme in immer jüngeren Jahren auftreten. Galt die „Zuckerkrankheit“ in damaligen Zeiten noch als eine ausschließliche Alterserkrankung, tritt Diabetes Typ II heute in immer jüngeren Lebensjahren auf. Gleiches können die Mediziner auch beim Herzinfarkt beobachten.

Es gebe Patienten, die erst Anfang 30 sind, an Diabetes leiden und einen Herzinfarkt bekommen. „Das haben wir früher so nicht gesehen“, mahnt der Herzspezialist. Manche jungen Patienten müssen sogar auf eine Transplantation des Herzens hoffen, weil der Infarkt das Herz massiv geschädigt hat.

Schädliche Botenstoffe aus dem Bauchfett
Gingen Forscher noch vor einigen Jahren davon aus, dass Atherosklerose und Diabetes grundsätzlich durch ein Übergewicht begünstigt wird, weiß die Wissenschaft durch einige aktuelle Studien heute, dass vor allem überschüssiges Bauchfett gesundheitsschädlich ist. So ist der dicke Bauch eine besondere Gefahr, weil dort Botenstoffe freigesetzt werden, die zu chronischen Entzündungen führen. Diese wiederum schädigen das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel. Durch die anhaltenden Entzündungen erhöht sich auch das Risiko für Verkalkungen der Gefäße.

Wichtig ist ein gesunder Lebensstil
Das einzige Mittel sei laut, das Gewicht vor allem am Bauch zu reduzieren. Dabei können regelmäßige Bewegung (Sport) und eine gesunde Ernährung helfen. Zwar könne Bauchfett auch mit Hilfe einer Operation entfernt werden, dass sei „aber keine Lösung, die auf breite Basis angewendet wird“. Über 80 Prozent der Krankheiten an den Herzkranzgefäßen gingen auf einen ungesunden Lebensstil zurück. Die Patienten ernähren sich falsch, treiben keinen Sport, rauchen Zigaretten und leiden an Übergewicht. „Deshalb muss die Lebensweise geändert werden“.

„Kinder lernen die Ess- und Lebensgewohnheiten von ihren Eltern“, sagt auch die Sozialpädagogin Gritli Bertram. Daher sei es wichtig, wenigstens ab der Geburt des Kindes regelmäßige und ausgewogene Mahlzeiten anzubieten. „Leben die Eltern vor, dass Sport Spaß macht, werden Kinder auch im späteren Leben gern Sport treiben“.

Die Arteriosklerose (ohne H) ist eine erste Vorstufe der Atherosklerose, bei der die Arterien verkalken. Auf dem Kongress beraten und diskutieren seit dem 7. Dezember rund 400 Wissenschaftler, Mediziner und Experten aus zahlreichen Ländern. Im Verlauf des internationalen Ärztetreffens wurden neue Therapiemöglichkeiten und aktuelle Studien vorgestellt sowie insgesamt 80 Veranstaltungen durchgeführt. (sb)

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